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Sonntag, 11. August 2013

Melancholia (2011)

PLANET DER BAFFEN
oder
DEPRESSIONEN IM SCHATTEN APOKALYPTISCHER DUNSTGLOCKEN

Melancholia beginnt langsam...sehr laaaangsam nur um danach noch ein klein wenig mehr vom Gas zu gehen.
Der ehemalige Dogma Mitbegründer zeigt dem inszenatorischen Minimalismus erst einmal den Stinkefinger und fährt zu Beginn ganz Frechdachs-like einen hochmütig hochdefinierten Bilderreigen auf, der zwar vollkommen sinnentleert ist, aber sich dafür schamlos anbietet um von sinnsuchenden Filmhochschulabsolventen mit vernebelten Blick und sperangelweitoffenen speicheltriefenden Mündern, begafft bzw. gefühlt zu werden.
Für solche Bilder ist das Wort Scheißlupe erfunden worden, denn wie wir alle wissen, zeugen selbst Fäkalien unter dem strengen Blick eines Mikroskops, von einer geradezu unheimlichen Schönheit.

Okay, ich muß gestehen: Die einläutenden Minuten MELANCHOLIAs haben mich mit mit ihren visuell blendend aussehenden Wunderschönitäten derartig in ihren Bann gezogen, dass ich, wie von dänischer Geisterhand gesteuert, anfing "Freude schöner Götterfunken" zu summen, während meine Hände langsam unter die Gürtellinie wanderten um zu einer brutal-sanften Zwangsmasturbation anzusetzen!

Kirsten Dunst guckt ernst aus der Wäsche während tote Vögel vom Himmel fallen um sich danach im Brautkleid, masochistisch vor sich hin schwelgend, durch eine Sumpfwurzel-Bukake zu quälen.
"Der immer geile Fummelchef, ist immer noch der Wurzelsepp!"

Während der Zuschauer immer weniger Dunst von dem hat, was die Dunst da macht, setzt diese auch, auf Befehl von Meister Trier, zum nächsten Verwirrungsschlag an:
Irgendwie scheint Mary Jane nicht ganz richtig geerdet zu sein, denn ihre feingliedrigen Fingerkuppen fangen an Funken (Blitze!) zu schlagen! Ihre weiße Spitze verfügt also scheinbar über keinerlei ausreichenden ESD-Schutz! Von Trier formuliert seine Botschaft zwar umständlich und unbequem dafür aber ästhetisch wertvoll:

Diese Frau hat einen Schlag!
Der Blues pfeift heulend durch ihr Unterröckchen
Auf dem Höhepunkt geht dann auch noch Mutter Erde den Bach runter! Ein böser Planet, der noch blauer als der unsrige ist, setzt zu einem "Bodycheck" an, der sich gewaschen hat. Wirklich beeindruckend!
Meines Wissens ist Gott von Trier der einzige Naturdokumentarfilmer, der es geschafft hat, eine interstellare Kneipenschlägerei zwischen zwei betrunkenen Himmelsgestirnen, auf Zelluloid zu bannen!
Das stellt sogar die Strahlkraft der fundamentalistischen Bilder des ähnlich gestrickten ARMAGEDDON in den Schatten und läßt dessen Schöpfer Michael Bay, geradezu blass und ein bisschen weniger größenwahnsinnig aussehen.
Wenn man sich nun an Meister Bays aktuelles Werk zurückerinnert, das ja den Titel "DARK OF THE MOON" trug, hat man eine Interpretationskette an der Hand, deren Gewalt mit der Gefährlichkeit eines zu enggeschnallten Asteroidengürtels verglichen werden kann! Und das ist erst die Spitze des Pompösitäteneisbergs.
Denn was nun folgt spottet jeglicher Beschreibung: Trier überrascht selbst die abgebrühtesten Kunsthauskino-Koryphäen mit einem unglaublichen Plot-Twist der sich gewaschen hat! In einer Rückblende erfahren wir wie es zu der Katastrophe kam und wer die agierenden Strippenzieher waren. An dieser Stelle machen wir Bekanntschaft mit dem "eigentlichen" Helden dieser verdrehten Handlung:
Der wohl berühmteste Bauer der jüngsten Fernsehgeschichte tritt plötzlich auf den Plan. Ich spreche hier nicht von irgendeinem Bauer. Ich spreche von Jack Bauer. Geheimagent im Dienste der CTU (Cultural Terror Unit).
Er ist mal wieder unterwegs um die Welt zu retten. Ungenannten Quellen zufolge plant Erzbösewicht Dr. Trier einen erneuten kulturellen Terroranschlag in Form eines Films auf die westliche Welt. Das Projekt trägt den Decknamen MELANCHOLIA und soll verherrender sein als alles was der Wahnsinnige bis dato ausgeheckt hat.
Bauer hat nun weniger als 24 Drehtage Zeit diese cinematographische Apokalypse zu verhindern! Interessant wird diese ganze Metaebene aber erst aufgrund der Tatsache, das es Bauer gelingt sich als Laienschauspieler zu tarnen um somit als verdeckter Ermittler, die Dreharbeiten des dänischen Wunderknödels auszuspionieren.
Da ihm von Verwandten und Kollegen schon seit jeher eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem U.S. amerikanischen Charakterdarsteller Kiefer Sutherland nachgesagt wird, und sich dieser (wie es der Zufall will) sogar auf der Besetzungsliste von Projekt MELANCHOLIA wiederfindet, trifft Agent Bauer eine moralisch äußerst fragwürdige Entscheidung:
Mithilfe seiner Interpol Kontakte, lässt er Sutherland während dessen Mittagspause vom Drehort entführen und ihn binnen kürzester Zeit nach Guantanamo einfliegen.
Auf dem paradiesischen Eiland besitzt Bauer einen fiesen, kleinen gemütlichen Folterbungalow in dem er gerne im Beisammensein mit engeren Verdächtigen, seine trostlosen Wochenenden verbringt.

Doch der Kiefer will nicht mitspielen. Er schließt seine Scheuklappen, wird sozusagen zu Shutterland. Das gefällt dem Bauer natürlich gar nicht..
Jack Bauers bester Freund bei der Force war Special Agent Dafoe der sich nach einem Wochenende mit der französischen Femme Fatale auf der Waldhütte spurlos davon gemacht hat. Bauer will nicht wahrhaben das sein Freund verschwunden ist und schleust sich als Kiefer Sutherland bei den Dreharbeiten zu Triers neuesten Film als Hauptdarsteller ein um die Wahrheit zu erfahren und Lars seine Nazivergangenheit aufzudecken. Er ahnt jedoch nicht das der Weltuntergang kurz vor seiner Inszenierung steht weil Trier den Geist von Leni Riefenstahl aus der Bundeslade befreit hat!
Arsch von Trier schwelgt eingangs in opulenten Zeitlupen-Langweiler-Bildern um sich dann heftigst beim Kollegen Vinterberg und dessen DAS FEST zu bedienen. Im zweiten Teil bekommen dann alle Kirsten Dunst Internet-Tittenbilder-Sucher worauf sie ein Leben lang gewartet haben. Zwei Hügel und zwei Nippel im melancholischen Licht des tittel-gebenden Planeten.

Danach herrscht Endzeitstimmung die so schwer auf dem Gemüt liegt das selbst Jack Bauer in den letzten 24 Minuten den freiwilligen Abgang wählt. Jetzt bedarf es nur noch einer hysterisch aufspielenden Charlotte Gainsbourg um das Ganze abzurunden. Das Ende der Welt hab ich mir auf jeden Fall lustiger vorgestellt. 3 von 10 abgeschnittenen Schamlippen.

DIE KLEINE EKSTASE DER NIPPELSPITZEN KIRSTEN.
KEINEN DUNST VON GROßEM KINO...

Dienstag, 24. Januar 2012

Verschreibungspflichtiges Zelluloid (08) JANUAR


ICH, TOMEK (2009)
ANALYSE:
Erinnert sich noch einer an Liam Neeson´s Tochter in dem Film in dem er losgeht und alle plattmacht um eben dieses Kind vor der Zwangsprostitution zu retten?
Würde sich die ganze Geschichte im heutigen Polen abspielen hätte Liam Neeson gar nicht loslaufen müssen.
Hier gehen die Kids noch freiwillig auf den Strich um sich ihre Ed Hardy Shirts und Jamba Sparabos Kraft ihrer Körper, zu erarbeiten.
Im Falle des 14 Jährigen Tomeks, ist, ähnlich bei Liam, eine Frau die Wurzel allen Übels...
Kaum lernt Tomek seine "Jugendliebe" in der örtlichen Grenzdisko kennen ist es um seine Vorbildfunktion geschehen.
Sie will einen neuen Frontspoiler (Kunstzähne) und er springt schneller auf den "Kinderstrich" als wir Besserverdienenden "Globalisierung" buchstabieren können.
Hier wird zwar ein nicht gerade charmantes Bild unseres Nachbarlandes gezeichnet, dafür aber (traurigerweise) ein wahrhaftiges. Tristesse wohin man auch "fickt" und dazwischen die graue polnische Flora:
Hier wird der Bezeichnung "Strich in der Landschaft" eine völlig neue Bedeutung zugesprochen!
Die Po-fick-Peanuts die er dadurch verdient sind dem Bengel bald nicht genug.
Angetrieben von der ausufernden Glamoursucht seiner besseren Hälfte, wagt Tomek einen drastischen Karrieresprung.
Er wird zum Zuhälter...und wenn sie nicht an nen Freier kommen dann stehen sie noch heute...

DIE DVD:
Nie wurde der triste Alltag anschaffender Minderjähriger in satteren Farben dargestellt...Hier steht
FULL HD
anscheinend für VOLL HINTEN DRIN!

DER SOUND:
Das Ächzen des sozialen Systems klang nie fetter als über meine 5.1 Speaker! Hut ab!
Mit der ICH, TOMEK DVD in seiner Anlage ist man schneller Chef auf dem örtlichen Parkplatzautotunertreffen als man "Was kostest du?" sagen kann...

DIAGNOSE:

Für pensionierte Sextouristen die es nicht mehr bis nach Thailand schaffen oder besorgte Sozialpädagogen ein absoluter Geheimtip! Für Freunde von angestrengten, aufdringlichen Unterschichten-Geschichten sowieso ein ganz klares "Must-See"!


Sonntag, 1. Mai 2011

Twentynine Palms (2002)

PALMEN WEDELNDER LOAD-MOVIE NIHILISMUS
FAHRVORBEREITUNGEN:
Als mein werter Kollege Prof. Adalbert auf die Idee kam eine Woche dem Thema "Straßenfilm" zu widmen hatte ich nichts dagegen einzuwenden bot sogar an, der gesamten Reise als eine Art menschliches Nörgel-Navi beizuwohnen.
Natürlich, Mann warum auch nicht! Ich bin dabei! Ich mach sowieso alles mit!
Da ich die letzten 25 Jahre damit verbracht habe mich als passionierter Mitläufer in meinem sozialen Umfeld zu betätigen, und nie auch nur ein "Danke." daür erhalten hatte, war jetzt endlich die Zeit gekommen einen Neuanfang zu wagen:

Nach all der langen Zeit, in der ich versucht hatte mit meinen fahrzeugpapierbesitzenden Mitmenschen Schritt zu halten, bat sich mir in den kommenden 7 Tagen, die Möglichkeit mich zum "passiven Beifahrer" umschulen zu lassen. Solange meine Rückenlehne verstellbar und ich nicht für die manuelle Kartografierung der Strecke verantwortlich war, sollte es mir recht sein.
Falls mein Chauffeur auf die dumme Idee käme mich zu fragen ob ich ihn, aus Gründen der nach langen Fahrten auftretenden Erschöpfung, am Steuer vertreten könnte, hätte ich die ideale Ausrede parat:
"Aber ich besitze doch gar keinen gültigen Führerschein!"
Nun gab es nur noch ein Problem:
Das Genre des "Straßenfilms" war mir genauso unbekannt wie die Herkunft der Bremspuren in meiner Unterhose! Sollte der Anblick des verdreckten Stücks Gummi und Stoff zwischen meinen Beinen eventuell ein Fingerzeig in Richtung David Cronenberg´s CRASH sein? Braun? Gelb? Die Farben der Wüste!Nach diesem Gedankenblitz entschied ich mich ganz klar für Bruno Dumont´s nihilistisches Load-MovieTWENTYNINE PALMS in welchem zwar mehr gevögelt dafür aber noch weniger geredet wird als in Cronenberg´s fahruntüchtigen Filmfetisch CRASH.
"Ice, ice baby to go..."
Wer Flecken auf den neuen Ledersitzen seines Wagens vermeiden will
sollte den Rest des Weges zu Fuß laufen...

INHALT:
Eine inhaltliche Wegbeschreibung zu Dumont´s TWENTYNINE PALMS zu entwerfen gestaltet sich in
etwa so schwer wie einen Autisten dazu zu bringen
die Tischrede für einen gesellschaftlichen Anlass zu verfassen.
Der Inhalt definiert sich eher durch dessen vollständige Abwesenheit.
Wir begeben uns auf eine Reise in absolute Inhaltslosigkeit die gelegentlich von Körper- und
Landschaftsbildern gebrochen wird.
Irgendwelche Emotionen? Nicht das ich Wüste! In derselbigen spielt sich auch der gesamte Film ab.
David Guettas amerikanischer Doppelgänger David Wissak der die Rolle des Fotografen David spielt,begibt sich mit Katja seinem Mädchen, das für ihn gleichzeitig als Model und Muse fungiert (und die kein Wort Englisch spricht) in die Ödnis des kalifornischen Outbacks auch Twentynine Palms genannt.
Wem im letzten Satz die kryptische Verwendung der drei D´s und drei M´s auffiel ist übrigens selber schuld und wahrscheinlich ein hoffnungslos studierter Analytiker.
Auf der Suche nach einem passenden Bildmotiv, passiert den Beiden soviel Nichts das ein
aggressives Praktizieren des Beischlafs die einzige Möglichkeit ist, sich selbst und den Zuschauer, vor dem Einschlaf zu bewahren! Längere, unangenehme Gesprächspausen versucht das Weibchen mit dem gebetsmühlenartigen Wiederholen der einzigen Fetzen Französisch die sie beherrscht, zu füllen:
"Je t´aime!"
Dies wiederum wird vom Männchen mit einem stetig wachsenden Unwohlsein quittiert welches ständig in plötzlichen Hasstiraden gipfelt:
"Du mich auch!"

"Kannst du dich daran erinnern wo wir den Wagen abgestellt haben?"
"Nicht, das ich Wüsté!"

INTERPRETATION:
Das alte Spielchen das Mann und Frau einfach nicht miteinander können wird hier auf die Spitze getrieben!
Eine der wenigen Sätze die in dieser emotionalen Leere gesprochen werden ist folgender:
"Manchmal sagst du was und dann genau das Gegenteil.
Und ich weiß nicht was du eigentlich willst. Wir reden völlig aneinander vorbei!"
Diese gesprochene Weisheit würde TWENTYNINE PALMS zu einem perfekten Date-Movie machen,aber dafür fehlt ihm dann in letzter Instanz doch die Romantik.
Wer dieses Gefühl nicht kennt, der darf sitzenbleiben und sich weiterhin in optimistischer Schönmalerei üben! Statt emotionale Ursachenforschung zu betreiben, ficken die Beiden die aufkeimende Sinnlosigkeit in Grund und Boden.  
"Fuck the pain away", wie es Peaches einmal so schön formulierte.
Doch leider kehren diese Negativgefühle nur noch häufiger und mit stärkerer Heftigkeit zurück! Es kommt wie Er kommen muß!
Als das Männchen nicht mehr kann und das Weibchen nicht mehr will, ist dies gleichbedeutend mit deren existenzialistischer Ausradierung.
Wer nicht ficken will muß fühlen. Schnell weg hier!

Wer es vergisst seine Triebfeder regelmäßig zu ölen, wird früher oder später durch deren Quietschen in den Wahnsinn getrieben!

         ER: "Willst du jetzt mitfahren oder nicht?"
         SIE:"Nein! Jetzt hab ich auch kein Lust mehr!"
          FRAUEN: Die mysteriösen Verkehrsteilnehmer...

ANALYSE:

LANDSCHAFT:
Wüste, Sand, Steine und nacktes Fleisch.
Die Landschaft spiegelt die Gefühlswelt derer wider, die durch sie reisen (Achtung Sinnbildalarm!).
Durch die meditative Wiederholung der immer gleichen Naturaufnahmen entwickeln diese eine ähnlich hypnotische Sogwirkung wie der Anblick des Playboy-Magazins auf der Toilette
eines Jungeninternats oder die Diavorführung von Oma´s letzter Kaffeefahrt.
Rein geografisch betrachtet wird hier der Joshua-Tree-Nationalpark durchquert dessen Anfang sich in der Ortschaft Twentynine Palms befindet.
Die leeren Ebenen der Mojave-Wüste gehen dort in die massiven Felsformationen
der Colorado-Wüste über. Dieser Übergang lässt sich auch leicht in der Bildsymbolik festmachen.
Nährt sich die Zwangsbeziehung von Männchen und Weibchen anfangs noch an ihrer brutal praktizierten tierischen Sexualität, verhärten sich die Gefühlsfronten des Geschlechterkriegs mit Ankunft in der Colorado-Wüste.
Durch gewalttätiges Auftragen von Knutschflecken im Hals und Nackenbereich verwandelt sich das Männchen in eine Art Redneck um sich dem tristen Landeskolorit anzupassen.
Wer hier ohne Karte weiterfährt und noch dazu ständig seine Filmhochschulkurse geschwänzt hat, fühlt sich bald verlorener als ein popcornfressender Blockbusterprolet auf einer Godard Retrospektive.
"Puhh,...das war knapp! Um ein Schamhaar hättest du mich vom Felsen gevögelt!"
"Keine Angst, ich halt dich doch fest!"

VEHIKEL:
Das Zelebrieren seines Minimalismus wird in diesem Punkt lustigerweise gebrochen.
Bei der Wahl des Fortbewegungsmittels wird geklotzt statt gekleckert.
Der Tank des Vehikels schluckt innerhalb der Spielzeit ungefähr doppelt soviel wie die weibliche Protagonistin des Films. Die Rede ist vom berüchtigten Hummer Geländewagen.
Der Treibstoffverbrauch dieses motorisierten Monsters mit militanter Vergangenheit lässt sich auf unberrechenbaren Wüstengelände ähnlich kontrollieren wie eine Gruppe übergewichtiger Mongoloider beim Erlebnisausflug in die Schokoladenfabrik.
Die Schaltung lässt sich ganz einfach von manuell auf triebgesteuert umschalten weswegen sich der Hummer als der ideale Wagen für einen schnell vollzogenen Geschlechtsakt während der Fahrt anbietet. Übrigens war Arnold Schwarzenegger der erste Zivilist der einen solches Gerät sein Eigen nennen durfte. Das tut hier zwar nichts zur Sache ist aber eine genauso nette Anekdote wie die Tatsache das ich von Autos keinen blassen Schimmer habe, geschweige denn je ein Steuer in der Hand hatte. Ach ja, ein Pick-Up Truck kommt auch vor.
Die Genreerfahrung hat uns gelehrt, dass die Fahrer solcher Vehikel nichts Gutes im Schilde führen.
Auch TWENTYNINE PALMS macht hier keine Ausnahme:
Die Konfrontation beider Fahrzeughalter führt schnell zu finaler Fahruntüchtigkeit!
Selbst die offene Zurschaustellung seines Seepferdchen-Abzeichens
beeindruckt diese fies-feuchte Seekuh nicht...
WEGGEFÄHRTEN:
Sexuell wird hier jeder von allen möglichen Seiten genommen.
Die Darsteller sehen dementsprechend mitgenommen aus.
Fahrtechnisch allerdings wird niemand mitgenommen (abgesehen von der guten Laune des Zuschauers...).
Dementsprechend benommen fühlt man sich nach Ende des Films, das von Bruno Dumont trotz dervorangegangenen Langatmigkeit ordentlich gegen den Strich gebürstet wurde.

MUSIK:
Der wohl orgiastischte Soundtrack der Saison!
Neben der beeindruckend vertonten Stille sind es wohl die extrem basslastigen sexuellen Saftgeräusche die lautstark-lechzend durch die 5.1. Speakern aus- und in die Ohrlöcher eindringen.
Ansonsten findet auf der Tonspur eine Akkustikorgie statt, die auf totale Hirnpenetration aus ist.
Keuchen, Stöhnen, Kreischen, Schreien, Wimmern, Jauchzen, Jaulen und Stänkern...
Wer nicht hören will muss fühlen!
SEIT GEWARNT!
Der Film beinhaltet einen solch fiesen Tonschock das sogar Hirnlappengelähmte vom Stuhl fallen!

REISEMOTIV:
Die anfängliche Suche nach einem geeigneten Fotomotiv vor minimaler Naturkulisse weicht bald der intensiven Analyse des Geschlechtsverkehrsaufkommen während der Stoßzeiten.
Ergebnis der Feldstudie:
Je höher die Verkehrsdichte desto unaufmerksamer deren Teilnehmer. Verkehrte Welt


Flora und Fauna der Wüste:
Das sexuelle Trockenbeet

DIAGNOSE:
Anfangs noch Romantic Comedy ändert der Film bald seine Route, schlenkert schlanglinienförmig zwischen Geschlechterporträt und Porno hin & her um und beendet die Reise als eine Art erotische Torture-Tragik mit finalen Zwangs-Outing.
TWENTYNINE PALMS fühlt sich für ein Männchen an als ob es gegen seinen Willen von einem
ehemals geliebten jetzt aber seltsam fremdgewordenen, unfreundlichen Menschen 29 Mal einen von der Palme gewedelt bekommt!
Dementsprechend fühlt sich der Film für ein Weibchen an wie....ähhhm...Moment einmal:
Haben Frauen überhaupt Gefühle?
Ende der Reise.

P.S.: Wieso der New Yorker diesen Horrortrip als "zärtlich" empfindet, bleibt mir schleierhaft. Allerdings war der durchschnittliche New Yorker auch noch nie in der Wüste...

Mittwoch, 13. April 2011

Barb Wire (1996)

BARB WIRE  oder "SM in H&M"

Wenn in naher Zukunft alles scheisse wird, die Welt eher apokalyptisch aussieht und Thugs die Otto-Normal Bürger sind, könnte H&M beginnen Reizwäsche zu verkaufen! Damit sind die Probleme zwar nicht gelöst, aber alles schaut ein wenig geiler aus. David Hogan fiel der Comic Barb Wire in die Hände und er entschloss sich diesen zu verfilmen. Was daraus geworden ist, erfahrt ihr in den folgenden Absätzen.

ANALYSE:
In den USA herrscht Krieg: die Bürger hauen sich gegenseitig die Köpfe ein. Barbara Kopetski (Pamela Anderson) a.k.a Barb Wire, empfindet die Situation aber eigentlich recht angenehm und entscheided sich daher selbständig zu machen - mit einem Stripclub in dem sie selber die Hauptattraktion ist. Nebenbei bringt sie Menschen über den Jordan und steckt dafür ein paar Kröten für neues Lack weg. 
Die 'spezifisch talentierte' Schauspielerin
zeigt was sie kann...
Bei einem dieser Jobs mischt sie in schmutzigen Kreisen mit, wonach sich diese Kreise schließen und ein Menschenopfer verlangen. Die SM-Heldin wird sauer, weil ausgerechnet ihr Bruder dafür das Zeitliche segnen musste und will folglich Rache. 

Doch simultan kommt eine andere Frau daher und will etwas, das heutzutage mit einem Visum verglichen werden kann. Nun müssen zwei Dinge auf einmal erledigt werden. Das macht die ganze Geschichte so unglaublich kompliziert - wie in einem Softporno.
Am Ende gibts dann auch den Big Bang, allerdings ist dieser kein Orgasmus.
 PAMELA: Play-Bunny of the DD
In dieser Szene haben sich 10 Verweise
auf das Naziploitation-Genre versteckt.
Zwei davon sind sogar sehr leicht erkennbar!
Die Story in diesem Film ist recht bescheiden oder darf man sagen "nicht existent"? Ehrlich gesagt ist mir bei der ersten Sichtung nicht aufgefallen, dass es eine Handlung gibt. Ich glaubte mich in einer Lack & Leder-Modeschau zu befinden - nun nachdem ich die Geschichte kenne, weiss ich nicht, ob ich mich in einer lediglich Fetish-Show vielleicht wohler gefühlt hätte. Aber: wer nicht bewusst auf die Story achtet, wird keine abbekommen.

SEX und GEWALT in Silikon Valley
Nun zum Nudismus: der Film beginnt mit einem Strip. Gedämpftes Licht und dazu passende Musik. 
Der enge Anzug scheint nicht festgezurrt zu sein und der männliche Zuschauer erwartet das Unausweichliche - den Nipslip! Da kommt er dann auch, gefolgt von komplett blanken Titten. "Buah geil!" denkt sich der nicht informierte Zuschauer, der nur das Cover kennt und steckt die Hand schon mal in die Hose... doch dies macht wenig Sinn.

So vielversprechend das Intro auch sein mag, so ernüchternd sind die restlichen Minuten (und nochmal: ich rede hier nicht von der Handlung). Der maskumane Zuschauer sitzt gespannt da und wartet auf neue Einblicke, doch [SPOILER] diese bleiben ihm verwehrt [SPOILER-ENDE]. 

Zwar taucht Pam immer wieder mit neuen Mode-Schmankerln auf, doch ihre Nippel gehören Tommy Lee. So erquickend die modischen Experimente auch sein mögen, so ernüchternd ist das Ergebnis. Keine Horizontalakrobatik, keine weitere nackte Haut. Der Film spielt mit der Erwartung des notgeilen Maskumanen oder dem lesbischen Femanen. Der Wille nach neuem Lack lässt die madige Story nur so an einem vorbeiziehen und die Spieldauer ist vorbei, ehe der geneigte Zuschauer die saubere Hand aus der Hose zieht... Tja, was war das denn?
"Wir können auch, Anderson!
"
Ein Argument wär dieses hier:
Kein Film ist schlecht mit Udo Kier!



DIAGNOSE:
David Hogan's Film bietet eine Story die zwar Potential hätte, aber vom Regisseur nicht ausgeschöpft werden kann. Viel mehr liegt der Fokus auf der Fetish-Klamotte, dafür wird aber wenig nackte Haut gezeigt. 
Sicher verschafft die 'sexuell begabte' Protagonistin dem Film eine gewisse Fangemeinde bzw. einen Fame, unterm Strich kommt aber wenig dabei raus. Fünf Minuten nach der Sichtung sind sowohl Story als auch Kostüme vergessen (lädt dies zu einer Neusichtung ein?).

Dennoch: die Kleidung weiss zu begeistern und lässt ständig die Hoffnung auf 'Ablegen' aufkeimen. Dazu ist Pamela Anderson auch noch perfekt für die Darstellung des Charakters gewählt worden - trotz ihrer steifen Mimik und Brust. Daher an dieser
Stelle ganze zwei (2!) Trostpunkte für diesen Film
und damit gerade noch eine Wertung als Filmpression.