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Montag, 12. März 2012

Black Sheep (2006)


BLACK SHEEP (oder "Das schwarze Schaf")

"Honey, I'm home."   
Interracial relationships sind geil!
Das beweisen uns die Filme Black Sheep und Fido und machen
mit ihrem Release den März 2006 zum Monat der Toleranz.

Das Spiel mit der Angst:

Jeden Human treibt die Furcht vor dem Schaf - zumindest wenn er schon einmal in einem one-on-one-battle in der Disziplin Augenkontakt dem Tier und dessen mysteriösen Blick unterlegen war. Es gibt nur extrem wenige Individuen, die mutig genug sind, um dem Tod in die Augen zu blicken und sich der Herausforderung stellen, ganze Herden dieser gefährlichen Vierbeiner zu unterjochen - wie zum Beispiel das Subjekt Black Sheep.

Inception - "Ich sehe den Weg vor lauter Schafen nicht."
Ein falsch gemerktes Sprichwort kann böse Auswirkungen
haben, setzt es sich erst einmal im Unterbewusstsein fest.
Und Leonardo rotiert im Taxi, wie ein Kreisel im Dauerloop.

Wie auch immer, es war nur eine Frage der Zeit, bis sich ein Regie-Virtuose der vermeintlich größten Angst der Menschheit stellen und die komplexe Beziehung zwischen Human und Tier aufarbeiten würde. Jonathan King porträtiert das Schaf genau so, wie es in akademischer Biologie- und Tierpsychologieliteratur geschrieben steht: gefühlskalt, sadistisch und gemeingefährlich. Da der Zweibeiner aber gerne Ängste unter den Tisch kehrt, um seinen Artgenossen die Paranoia zu ersparen und dadurch persönlich leichter an wertvolle Webstoffe und begehrtes Kindsfleisch zu kommen, ist in der modernen Gesellschaft die Schafsgefahr längst vergessen. 

Auf der Weide essen Schafe die Eingeweide eines Eingeweihten.
Eine Schafseinweide sozusagen.

Wegen der unpopulären Gefahrensituation musste der Puppenspieler King in seinem Werk einen Kniff anwenden, damit die tierische Aggression und Bösartigkeit glaubwürdig erscheint: ein genmanipuliertes Exemplar der Schaf-Rasse steckt die anderen Mitläufer seiner Horde mit einem Virus an und zieht mit der nun mörderischen Gang gegen das Regime der Unterdrücker los, welche ihnen bisher immer an die Wolle wollten.


Der frisch gebackene Dollyremus:
Bereits wenige Sekunden,
nachdem er  aus der künstlichen Gebährmutter befreit wurde,
kann er seine gentechnisch verbesserte Fruchtbarkeit nutzen
um Georg dem Willenlosen das Sitzen schmerzhaft zu machen.


Wie sich einst ein Affe einen Spass
erlaubte und dem 'Zoophilly'
das AIDS überreichte,
gibt der humorvolle Mensch
nun dem Schaf das Määth.
ANALYSE:
Wir alle wissen, was eine Zombie Apokalypse ist und für unser Leben bedeuten würde. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen plötzlich Hunger auf Gehirne haben ist eher gering.

Ganz anders sieht es da mit einer Schafs-Rache für die vielen Jahre der Sklaverei aus. Eine realistische Bedrohung die aus wirtschaftlichen Gründen nicht im Programmheft heutiger Angst-Politiker auftaucht.

Allerdings verlässt sich King nicht nur auf die schafiktionelle Urangst. Er reichert das Konzept um eine aktuelle oder vielleicht sogar erst zukünftige Gefahr an. Geschickt führt er die Fäden der Schafs-Paranoia mit denen unkontrollierbarer Genexperimente zusammen, wodurch der Film nicht nur modern, sondern sogar zeitlos wird.

Der fast schon dokumentarisch wertvolle Streifen, hatte im Produzenten leider nicht genug Hoffnung auf Entlohnung hervorgerufen, um etwas mehr Geld locker zu machen. So bleiben die Effekte zwar schön anzusehen und pädagogisch wertvoll, doch eine exzessivere CGI Nutzung hätte vermutlich weit mehr Geschöpfe der Generation iPod fesseln und damit zu einer einzigartigen Awareness-Kampagne mutieren können. Aber es ist nicht aller Tage Abend... ich hoffe auf eine Neuverfilmung, da Kinder Angst brauchen um nicht auf die schiefe Bahn zu gelangen. Das heisst sie sollen nicht mehr auf Wiesen spielen, sondern in sicheren heimischen Gefielden Pixel betrachten. Lasset uns hoffen.






DIAGNOSE:
Weil Schafe seit langer Zeit zur Ausbeutung gehalten werden, entwickelte sich eine starke Abneigung gegen den zweibeinigen Viehtreiber. Bislang fehlte es den Schafen aber an Intelligenz und Physiologie um einen Gegenangriff durchzuführen. Ironischerweise ist sich ein Hirte aber der Gefahr nicht bewusst und versucht sich an Experimenten zur Genmanipulation, um ein Superschaf herzustellen. Er erwartet sich eine größere Ausbeute, doch letzendlich führt der veränderte Code zum Ausbruch der Rebellion und damit zur Ausweidung der Unterdrücker.
Das erste gemeinsame Schäferstündchen - mit oder ohne Zunge?
Die ersten zaghaften Annäherungsversuche an das Tier zum gemeinsamen Beischaf
endeten für manch geneigten Sodomisten nicht immer mit dem erhofften Wo(h)llgefühl...

Der Film ist mehr als nur solide fotographiert und unterhält den anspruchsarmen Komplexitätsfeind mit legitimer Gewalt. Menschenmorde durch Schafe die in blutigen Kämpfen gegen ihre Halter antreten - Neo-Trash ist fesh! Wer keinen Wert auf verspickte Storyboards legt, sich aber leicht von Verschwörungstheorien und Angstpropaganda beeinflussen lässt, kann diesen Film auf jeden Fall zur geistigen Erweiterung nutzen. Lasset euch unterhalten, schockieren und verbreitet die Information um die schafistische Bedrohung!


Der Mörder im Vordergrund wurde durch den Verzehr seiner Kinder 
neugierig und entdeckte die Fleischeslust.
Der Mörder im Hintergrund wurde durch Sodomie an seiner Art
neugierig und entdeckte die Fleischeslust.




Dienstag, 4. Oktober 2011

Hell (2011)



DEUTSCHLAND GEHT EIN LICHT AUF!

Dunkelheit legte sich über die Stadt, als der Kleptologe und Herr Vorzüglich sich ins Kino begaben, um sich voller Neugierde auf das Spielfilmdebut des in der Schweiz geborenen Regisseurs Tim Fehlbaum zu stürzen. Der Absolvent der Hochschule für Fernsehen und Film München, hatte dieses Jahr auf dem Fantasy Filmfest die Chance, das Publikum mit einer erfrischend anderen Darstellung der Apokalypse zu überzeugen. Nachdem er die Zuschauer persönlich mit einer kurzen Ansprache beehrte, hieß es Sonnenbrillen auf und zurückgelehnt.

Stark geblendet, befindet man sich bald in einer, durch die Sonne gebleichten Zukunft. Im Jahr 2016 hat sich die Temperatur der Erde um mehr als 10°C Grad erhöht. Die Sonne brennt Tag und 'Nacht', ein Großteil der Lebewesen des blauen Planeten existiert nicht mehr, ein Kofferraum voller Wasser und Konservendosen zählt schon als Reichtum. Wer sich aus seiner geschützen Umgebung wagt, muss sich in der Mode der Saison kleiden.

Das Modeimperium 'Hellboy' ist so darauf besessen die Nummer 1 zu werden,
dass sogar die Landschaft Deutschlands an die Farben der Saison angepasst wird.

Um zu überleben, haben sich die Schwestern Marie und Leonie mit Phillip zusammengetan, in dessen Auto sie versuchen, in ein besseres Leben zu fahren. Ihr Plan ist die Berge zu erreichen, wo sie sich Wasservorräte aus Gebirgsquellen erhoffen. Das aufgepimpte Auto, hätte selbst Xzibit nicht besser hinbekommen. Die Innenverkleidung der Fensterscheiben, bestehend aus Pappkartons und Kreuzworträtsel, dient nicht nur zum Schutz vor der hochgefährlichen UV-Strahlung, sondern auch zur Unterhaltung der Fahrgäste. Um den Fahrspaß abzurunden, befindet sich auch eine ausgeklügelte Mix-CD an Bord des Spaßmobils - 99 Luftballons tönt im Laufe des Films mehrmals aus den Kino-Boxen.

Auch Heribert, das Mondlicht-Kind, wollte tagsüber mit den anderen spielen.
Hierfür schütze seine Mutter jede freie Hautstelle mit etwas Stoff.

Auf der Suche nach einem Ort, an dem die Sonne nicht scheint und Milch und Honig fließt, stoßen unsere Helden auf den vierten und letzten Mitstreiter des Team Sunshine. Ihr neues Mitglied Tom beweist sich, nach anfänglichen Schwierigkeiten, als Überlebenskünstler und guter Co-Pilot.

Doch leider ist der Weg nicht so eben, wie man es gerne hätte. Ein umgestürzter (oder umgeworfener) Strommast, hindert die vier Reisenden an der Weiterfahrt.
Als auch bald schemenhafte Gestalten auftauchen und die kleine Schwester entführen, wird schnell klar, dass sich nicht alle Überlebenden friedlich mit den Begebenheiten arrangieren. Ist die letzte Kuh geschlachtet, muss neues Vieh her.

Möge die Jagt beginnen. Menschenvieh gegen Antiveganerfarmer. Es beginnt ein blutiger Kampf in einer Umgebung, die einem total fremd erscheint. In dieser Hölle wird es schwer Freund von Feind  zu unterscheiden. Man wir förmlich von der Helligkeit verschluckt. Die unerwartete heftige zweite Hälfte des Films lässt sprichwörtlich die Hölle auf Erden wahr werden. Sie raubt dem Zuschauer das Sehvermögen und verbrennt gnadenlos alles um sich herum.

Als der Stiefvater Hänsel und Grätel im Wald ausgesetzt hatte, vergaß er,
dass es 24/7 hell bleibt und der Heimweg somit keine wirkliche Herausforderung ist.

Diagnose:
Die gelungene Grundidee und Atmosphäre vertröstet auch den anspruchsvollen Filmgestörten, der sich durch ein schwaches Ende und diverse kleinere, nicht nachvollziehbaren Reaktionen der Protagonisten auf bestimmte Situationen, angegriffen fühlen kann.
Alles in allem hat HELL durchaus Spaß gemacht, man verlässt den Saal erfreut, dass auch in Deutschland Platz für Genrefilme ist. Nicht umsonst gewann Tim Fehlbaum damit den Publikumspreis des diesjährigen Fantasy Filmfests.


Diese Review ist aus Zusammenarbeit des Kleptologen und Herrn Vorzüglich entstanden.


Donnerstag, 29. September 2011

Grave Encounters (2011)

 MOCK YOUR DOCUMENTARY TO MAKE YOUR FILM SCARY!


ANALYSE:
Das Fantasy Filmfest bietet jedes Jahr deutlich mehr Filme, als man sehen kann. Manches muss man nicht gesehen haben, anderes bereut man ein Leben lang, nicht gesehen zu haben. (Wiederum andere Filme gehen komplett an einem vorbei.) GRAVE ENCOUNTERS, das Regiedebut der Vicious Brothers, befand sich nach Bekanntgabe der diesjährigen Teilnehmer schon in der persönlichen engeren Auswahl, kam aber aufgrund ungünstiger Laufzeit nicht auf die 'to-watch-list'. Im Kino hätte der Film allerdings vielleicht noch ein Stück besser funktioniert als zu Hause.

GIBT ES AUF DEM FANTASY FILMFEST EIGENTLICH AUCH FRAUEN?
Die Begegnung mit der Gattung des weiblichen Geschlechts während des Festivals ist nur vergleichbar mit sehr seltenen Naturphänomenen. Ohne einen verwendbaren Bildbeweis jedoch wird die eigene Glaubwürdigkeit schnell angezweifelt. Furchtlos wie wir sind gelang es uns dieser scheuen Spezies in einer der sanitären Räumlichkeiten aufzulauern:
Das Geschöpf benutzte doch tatsächlich ein Wandurinal!

Der Film beginnt mit dem kurzen Kommentar eines Produzenten, dessen Studio uns einen Blick auf die unglaublichen Aufnahmen ermöglicht, die die Filmcrew einer 'ghost-hunting reality show' in einem verlassenen Irrenhaus geschossen hat. Natürlich muss uns der Produzent darauf aufmerksam machen, dass es sich hier NICHT um einen Film handelt, sondern unveränderte, nur etwas zusammengeschnittene Live-Mitschnitte verschiedener Kameras.
Das Team besteht aus dem Moderator, einem Techniker, dem Kameramann, einer Expertin für  übernatürlichen Emo-Look und einem psychischen Medium. In der Aufwärmphase interviewt der Moderator Lance diverse Charaktere, wie z.B. den Hausmeister, der ihnen besondere Stellen des 'Collingwood Psychiatric Hospital' zeigt, wo sich paranormale Phänomene ereignet haben sollen. Diese sogenannten 'Hotspots' kennzeichnen die Grave Encounters mit einem dicken roten X, damit sie später noch wissen, wo sie ihre Kameras verstecken müssen. Auch der Gärtner des Hauses hat etwas zu erzählen, nachdem ihm vor laufender Kamera 20$ zugesteckt werden, da der erste Versuch nicht auf Anhieb klappte. Spätestens in dieser Szene erkennt man, dass selbst die Grave Encounters ihren Beruf (noch) nicht ganz ernst nehmen. Es wird immer wieder herumgeblödelt und gelacht. Allerdings werden uns ja auch unverfälschte Blicke hinter die Kulissen gewährt, wie der Produzent schon am Anfang verraten hat.

Das 'Asylum' besteht aus mehreren Gebäudekomplexen und beherbergte zu Hochzeiten mehrere Tausend Bekloppte. Leitender Arzt war ein Neurologe, der auch gerne experimentelle Operationen durchgeführt hat und natürlich auch ein großer Freund der früher allseits beliebten Lobotomie war.

AUCH FILMGESTÖRTE SIND NUR MENSCHEN
Nur durch modernste Technik ist es uns diese seltene Aufnahme gelungen:
Nach einer 23 Stunden Schicht in der Redaktion entweicht selbst einem journalistischen Halbgott
wie Prof. Adalbert ein geradezu menschliches Gähnen...

Mit diesem Wissen macht sich das Team daran, die Technik aufzubauen. Die in Geisterjägerfilmen typischen EMF (electro-magnetic-field) Messgeräte, Infrarot-Thermometer und leider auch der strahlensensible Geigerzähler dürfen natürlich nicht fehlen. Nach der Befestigung von Standkameras an den gekennzeichneten Punkten und der Bewaffnung mit Handkameras (alles natürlich inklusive grünlich schimmerndem Paris-Hilton-Porno-Nachsichtmodus) lässt sich das Team für geplante 8h vom Hausmeister einsperren und macht sich daran Kontakt mit den Geistern aufzunehmen, was erst einmal ziemlich lächerlich wirkt. Als man fast schon genervt vom ständig ausgerufenem 'Is there someone here with us?' ist, knallt es auch endlich einmal, die ersten Geister machen sich sachte bemerkbar. Nun dämmert es den Mitgliedern der Filmcrew, dass sie nicht von ihren Kollegen verarscht werden, sondern das vielleicht wirklich etwas Übernatürliches vor sich gehen könnte.

ALLE JAHRE WIEDER:
DER FANTASYFILMFEST GLOTZMARATHON

Oft werden wir gefragt wieviele Filme wir uns auf dem FFF an einem Stück anschauen.
Derzeitiger Rekordhalter ist wohl der Gynalist. Die Aufnahme zeigt ihn beim legendären "Dauerkartentrauma 2004" wo man ihn, nach circa 37 Filmen, in der letzten Ecke des Kinos vorfand, von oben bis unten ganz mit Salsa Sauce bekleckert.
Die Veranstalter konnten ihn nur mithilfe grober Anwendung von Flutlichtern dazu bewegen sich endlich auf den Nachhauseweg zu machen...

Als sich die paranormalen Vorgänge häufen, bekommt die Crew richtig Schiss und es wird hektisch, Ausrufe wie 'Fuck!', 'What the fuck?' und 'That's fucked!' häufen sich auf ein fast schon störend-linguistisches Niveau.

Gefangen in einem riesigen Irrenhaus, in dem alles gleich aussieht, plötzlich alle Ausgänge nur in weitere Gänge führen und die Nacht auch am darauffolgenden Tag noch durch ständige Dunkelheit präsent ist, durchleben die Protagonisten bald den Horror ihres Lebens.
WIE ARBEITET EIGENTLICH EIN FILMGESTÖRTER?
Nur dank einer mikroskopisch kleinen USB-Kamera die wir in Bartel´s Computertastatur eingebaut haben,
können wir dokumentieren wie leidenschaftlich der Mann ist wenn es mal wieder darum geht,
 eine Review zu tippen.... 
Ob der Horror auch für den Zuschauer so schrecklich ist, entscheidet sicherlich, wie ernst man den Film nimmt. Zahlreiche Klischees werden angerissen, bei vielen Szenen langt man sich an den Kopf, bei anderen beißt man eher auf die Lippe. Leider kommt einem der Geisterbefall schnell wie eine Aneinanderreihung von an den Haaren herbeigezogenen, zusammenhangslosen Schockern vor.

Nichtsdestotrotz kann man sich Zeitweilens in der hektischen, wackligen Kameraführung verlieren, die typischen 'Dokumentationsstilmittel', die schon seit 'Blair Witch Project' immer wieder gut funktionieren, lassen einen auch hier wieder am Geschehen teilhaben. Der Film spielt mit den Urängsten des Menschen, der Angst vor dem Nicht-sichtbarem. Bei vielen Gesichtsaufnahmen ertappt man sich dabei, nicht auf den Schauspieler zu achten, sondern auf den dunklen Gang hinter ihm. Obwohl man ständig damit rechnet, dass ein verrückt-lachendes Mädchen in weißem, verdrecktem Patientenhemd, im Hintergrund von einem Zimmer ins andere flitzt, oder plötzlich irgendwo eine Hand auftaucht und den Nächststehenden packt, erschrickt man nicht selten, bei den doch stellenweise gut eingesetzten Schock-Effekten.

Die Hauptdarsteller, die allesamt schon den ein oder anderen kleinen Auftritt in diversen Produktionen hatten, ragen nicht gerade heraus, wobei die Situation alles in allem doch relativ glaubwürdig herübergebracht wird. (Bei wackliger Führung in die Kamera flennen lässt sich nicht unbedingt nach schauspielerischer Leistung beurteilen.)

Hätte Herr Vorzüglich gewusst, dass das Willkommensgeschenk für ein neues Mitglied ein Schaumbad mit Bartel ist,
wäre er doch bei der BILD-Redaktion geblieben...


DIAGNOSE:
GRAVE ENCOUNTERS funktionierte leider nur bedingt. Potential war auf jeden Fall da, allerdings verliert sich der Film leider in der 'Aufzählung' von Schock-Momenten, die immer nur von Umzügen in andere Zimmer und Lauschen nach entfernten Geräuschen durchzogen sind.

Freunde von einfachen Geisterfilmen können sich getrost an den Film heranwagen, kritische Filmliebhaber, die leicht von schon 1001 x gesehenen Szenen genervt sind, sollten eher die Finger davon lassen.






Sonntag, 21. August 2011

Trolljegeren [The Troll Hunter] (2010)

Am 01. September findet TROLL HUNTER endlich seinen Weg in die deutschländischen Verkaufsregale. Grund genug unsere verstaubte alte Review rauszukramen, diese mit neuen Bildchen aufzumöbeln ("Picture-Pimping") um somit den Leuten etwas vollkommen Neues zu suggerieren! Na ja, wenigstens geben wir es zu...

Trolljegeren (oder "Das Leben der Anderen")

ANALYSE:

Der Troll – ein Wesen das immer herhalten muss, wenn im kühlen Norden etwas unerklärlich bleibt. Verschwinden Menschen, werden Autos in Seen gefunden oder knicken Stromleitungen ein, schieben es die Nordmänner gerne mal auf das Wesen, welches sich meist versteckt hält. André Øvredal hat aber gute Kontakte zur lokalen Szene und gewährt uns Einblick in das Leben – mit und ohne Trolle.
Eine studentische Gruppe reist in der norwegischen Pampa umher und leidet dort an Action-Mangel. Tote Bärenfunde scheinen ihre Lück decken zu können, aber nur wenn sie ein Interview mit dem Täter bekommen. So wird schnell ausfindig gemacht, dass ein Auswärtiger in der Gegend ist, der logischerweise der Täter sein muss. Dieser wortkarge Mann will ihnen freilich nicht Auskunft geben, was die Studenten sehr verwundert. Ihre Sensationsgeilheit aber bringt sie dazu, den Mann zu verfolgen, bis eines Nachts in einem finsteren Wald, die Begegnung der dritten Art die jugendlichen und den angeblichen Wilderer zusammenschweißt.
Neuseelands hässlichste Babies:
"Schaut ihn euch an...ist er nicht ein trolliges Kerlchen?"
Die Mockumentary wurde traditionsgerecht mit einer wackeligen Handkamera gefilmt. Empfindliche Sensibelchen könnten Kopfschmerzen von den Bildern bekommen - doch solche Leute sollen sich von meinen Reviews genauso fernhalten, wie von diesem Film!
Verängstigt, verwirrt und verlaust:
Leichte Beute für erfahrene Trolljäger!
Aufgrund ihrer unerträglichen Zurschaustellung der eigenen Hilflosigkeit wurde mit den sogenannten "Lindgren-Albino-Trollen" einfach "kurzer Prozess" gemacht. Mittlerweilen sind sie vollständig ausgerottet.
Man könnte meinen diese Machart vermittelt dem Publikum die Illusion von Echtheit, auf Basis von Amateuraufnahmen.
Allerdings wurde nach dem Erfolg von Blairwitch schon manch ein multipel Filmgestörter mit solchen Werken zugepumpt und kann letztendlich Amateuraufnahmen nur schwer von Machenschaften unfähiger Regisseure unterscheiden.

Während zum Beispiel Blair Witch Project sich recht ernst nimmt und Cloverfield ziemlich scheisse ist (und dies nicht weil nur eine Monstergattung gezeigt wird), geht Trollhunter einen ganz anderen Weg. Mit Humor wird das abgefuckte Leben der Trolle erklärt. Øvredal nimmt sich nicht ganz ernst und versucht -weder elendig, noch nervig- dem Zuschauer falsche Fakten aufzudrücken – er überzeugt nämlich durch Sympathie: Suchen die Fabelwesen neue Tatorte heim, hinterlassen sie Pisse und spucken alles voll. Um als Human unentdeckt zu bleiben reicht es aus zu stinken und nicht an Gott zu glauben.
"Mach ganz schnell das du dich trollst, Teutone!"
Obwohl die europäischen Grenzen mittlerweilen offen sind,
gibt es noch einige sture und hartnäckige Grenzer
die ihren alten Posten partout nicht aufgeben wollen:
Hier sehen wir einen der letzten tschechischen Passiertrolle...

Viel Stimmung verbreitet auch das Vehikel des ausergwöhnlichen Jägers – mit fortschreitender Spieldauer werden die aufgeschraubten Spielzeuge immer kreativer. Bis die Christ-Rock Hi-Fi Anlage dann sogar die Großen zum Schreien bringt. Das Publikum bei den Fantasy Filmfest Nights war hörbar amüsiert und erfreute sich am lustig-trashigen Anteil einer so 'ernsthaften' Dokumentation.
Denn was bisher noch nirgendwo diskutiert worden ist, sind die krassen gesellschaftlichen Darstellungen vom Leben Ungewollter in einem nationalsozialistisch geprägten Gebiet. Außerdem deren Ausrottung und wiederum Vertuschungsversuche der Regierung. Die Trolle, Sinnbild für die Andersgläubigen, sind schon länger da, als die aktuellen Amtsinhaber. Doch ihre kulturelle Rückständigkeit zwang sie in die Knie – sie mussten in die Wälder weichen.

Zwar haben sie das akzeptiert und sich an das harte Leben angepasst, das empfindet die High Society dann aber auch als schlecht – sie riechen an den Spuren der Verdrängten und kotzen sich fast – sie würden sich wünschen die Anderen würden in ihre eigenen vier Wände kacken. In Supermärkten ungern gesehen bleibt den Trollen nichts anderes, als das rustikale Leben im Freien mit allem Fressbaren was sie nur finden.
Nachts sind alle Trolle grausam:
Vor dem "Mockumentarius Trollus" machen selbst erfahrene Hobbyfilmer und Freizeittrolljäger einen großen Bogen
Kaum hat sich eine Gruppe Ausgestossener eine Bleibe gesucht, kommen die fiesen Akzeptierten und brechen mit der Utopie einer gelungenen Immigration.
Dabei entfaltet sich auch der Grund allen Übels:
Als auffällt, dass einer der Einbrecher dem christlichen Fundamentalismus fröhnt, eskaliert die Situation. Im Endeffekt wird aber keine Lösung aufgezeigt, die moderne Sozialdokumentation gibt nur Momentaufnahmen dieses einzigartigen experimentellen Bürgerkrieges...


DIAGNOSE:
Trollhunter ist ein mit Humor versehener unterhaltsamer Film, der dem Unwissenden das Leben der Anderen näher bringt. Die Mockumentary bietet Naiven, echte Amateuraufnahmen -dem bewanderten Filmliebhaber satte Unterhaltung. Wer dramaturgisch keinen Oscar-Preisträger erwartet, kann hier gerne zuschlagen und dadurch vielleicht sogar zum Gläubigen werden.


Freitag, 12. August 2011

Ilsa - She Wolf of the SS (1975)



ILSA – SHE WOLF OF THE SS
(oder "Die nackte Geschichtslehrerin")

Der 'Swingerclub Berchtesgaden' zeigte
sich damals noch in öffentlich erkennbarer,
gleichzeitig einheitlicher, Klamotte.
ANALYSE:
Die Naziherrschaft in Deutschland war eine überaus dunkle Zeit. Nicht nur waren die Handlungen der Hakenkreuzer schlichtweg grausam, auch vieles davon liegt immer noch im Verborgenen und ist nicht -oder zumindest nicht vollständig- aufgedeckt worden.

Hier hilft uns Don Edmonds ein wenig weiter und klärt über medizinisch-philosophische Humanexperimente im Konzentrationslager, sowie über geheimnisvollen Rollen der Lack & Leder Dominas auf. Die Geschichtsstunde der etwas anderen Art, ist so derbe mit Information und Faktum angereichert, dass es offensichtlich nötig gewesen ist, den Zuschauer mit Sex und nackten Brüsten bei der Stange zu halten.
Insofern ist dieser Film ein wahres Schmankerl für jeden Geschichtsprofessor, Nazijäger, SM-Fetischisten und natürlich für alle Liebhaber des Sexploitaition-Genres.


PATIENTEN-AKTE:
Ilsa, der krasse Feman (lat. ml. femininer Human), trägt gerne Leder, große Brüste und ein Hakenkreuz. Sie ist nicht nur unter den Eingelieferten Objekten als schrecklicher Mensch bekannt, auch die SS’ler haben jede Menge Respekt und Gehorsam für die totalitäre Titterin.
"Hallo Hugo, ich hab schon wieder eine neue Lieferung
für dich bereitgemacht: Pimmel-Aas im Gurkenglas."

Insgesamt plant sie Großes für die Eicheln an der Front und betreibt  Forschung, welche Hitlers Militäroperationen erfolgreicher machen soll. Laut Ilsa vertragen Frauen nämlich mehr Schmerz als Männer, was es durch verschiedene Folterei zu beweisen gilt.
Dazu werden geeignete Frauen erst einmal per visuellem Casting -ganz nach 'Deutschlands nächstem Modell' Manier- ausgesiebt, rasiert und dann penetriert.

Ganz nebenbei forscht sie noch, quasi hobbymäßig, für einen Nazi-Kollegen. Dieser besitzt eine Sammlung an eingemachten, konservierten Schniedeln, die belegen sollen, dass Arier die Größten hätten und alle anderen Rassen längenmäßig unterlegen sind. Also spielt der Film  offensichtlich chronologisch vor dem Rommelfeldzug. Für diese scheinbar nachrangige Forschungsaufgabe, schläft sie mit jedem gefangenen Mann und der Regisseur ist gezwungen den größten Teil der Spielzeit für Handlungen der Zweisamkeit zu opfern. Diese können nur zwei bestimmte Folgen für die „Begünstigten“ haben, welche immerhin mit einer deutschen Frau schlafen dürfen: erfüllen sie die immensen Erwartungen der Domina, bleiben sie am Leben und werden glücklich. Entsprechen sie aber nicht den Erwartungen der blonden Tittenfrau, was vorerst unmöglich scheint, wird ihnen der Penis abgeschnitten und per Einmachglas an den Forscher-Kollegen verschickt. 
Ein erfolgloser Romeo wird seines unnötigen Gepäcks entledigt.
Rechts unten sieht man das Blut abfließen, doch der Zuschauer
soll sich gedanklich nicht von der vorherigen Sexszene lösen.

Größer als Ilsas Brüste sind nur ihre sexuellen Erwartungen, strammer als ihr Arsch ist nur ihre Konsequenz. Somit fickt sie die Männer des KZ, während ihre Busenfreunde die Weibchen penetrieren. Das biedere Konzept kippt erst, als ein Amerikaner deutscher Herkunft mit ganz besonderen Fähigkeiten daherkommt, Ilsas Nymphomanie ausnutzt und die Konzentrations-Lage für immer verändern soll…

BEHANDLUNG:
Der Film beginnt mit einer Ansage Adolf Hitlers, welche visuell von einer dezenten Warnung hinterlegt ist (frei übersetzt: „alles Gezeigte stimmt so, die Versuche gab es wirklich; der Film ist heftig und deswegen nur für Erwachsene geeignet“).
Früher, als die Modell-Castings nicht komplett oberflächig waren...
Nach dieser Geschichtsstunde wirkt das heutzutage weit ver-
breitete "Vorsprechen vor der Jury" schlichtweg menschenfeindlich.

Das dürfte den ein oder anderen geistig schon so derbe im Kopf beschäftigen, dass Regisseur Edmond einen gelungenen Schnitt einlegt und den Zuschauer wieder aus dem Kopfkino in das zelluloide Geschehen holt. Gleich die erste Szene zeigt den Sex zwischen der KZ Führerin und einem unbegabten Probanden. Nicht nur enttäuscht er im Bett, auch untergräbt er ihre Autorität, indem er sie vor den Fräuleins beim Vornamen nennt. Das muss bestraft werden und so werden wir Zeuge einer großzügigen Beschneidung.

Es folgt, die Ankunft des Bäng-Bus. Die Ankömmlinge werden gemustert und je nach Erscheinungsbild, bestimmten Tätigkeitsbereichen zugeordnet. Es gibt wissenschaftliche Versuchskaninchen, also Schmerz- oder Sextherapie; manch erlesene Dame wird aber auch als Wanderhure eingesetzt.
 

Doch kaum hat sich der Alltag eingestellt, erfährt man alsbald über die besondere Fähigkeit eines Neuankömmlings, dessen Nabelschnur zwar in Deutschland getrennt wurde, dessen Herz allerdings erst in den USA zu schlagen begann. Der Feman des wilden Lagers ist ganz verzaubert von der Magie des Neuen und wird letztendlich für ihre Nymphomanie bestraft. Wie genau das passiert ist oder ob der Amerodeutsche die Führung übernimmt, will ich euch nicht vorweg nehmen. Dies scheint der (story-)mäßige Höhepunkt zu sein.

Die Nippel an den Strom gelegt, die Arme festgebunden.
Ein Dokument der Zeit, als die PETA noch mächtiger war
und Humanexperimente weiter verbreitet als Tierquälerei.


DIAGNOSE:
Der Film verspricht zwar viel Sex, Gewalt und Gore, allerdings muss man letztendlich doch ein paar blutige Abstriche machen - die obszöne Gewalt fehlt häufig. Es passieren schon schlimme Verwundungen, aber oft steht jemand oder etwas zwischen Kameralinse und Folter-Vollzugsort. Das blutige Resultat der Behandlungen wird beim Fließen aber durchaus gefilmt. So kann sich der phantasierende Zuschauer stets auf die nackte Seite der Geschichtsstunde konzentrieren und muss sich nicht vom vollen roten Abturn ablenken lassen. Gerade dieser Schrägling von Filmfreund dürfte anfangs geschockt von dem exzessiven Schamhaar-Trend sein, aber die kahle Nazikultur, verbreitet ihre Ideologie auch auf dem Schambein der Eingelieferten...

Insgesamt fühlte ich mich sehr informiert und werde mich im Rahmen meiner geschichtlichen Interessen auf weitere Sexploitation Film stürzen, um aussergewöhnliche und ziemlich ansprechend aufbereitete Informationen zu erfahren. Der Film ist mir jedenfalls eine Empfehlung wert und kann fast bedenkenlos gekauft werden. Action, Bildung und Sex sind vor 1975 in solch gelungener Symbiose sicherlich nicht vorzufinden gewesen.

"Arbeit macht geil."






[Die hier gezeigten Symbole und Äusserungen dienen der staatsbürgerlichen Aufklärung. Die Review ist ausserdem Kunst und damit in keinster Weise angreifbar.]

Samstag, 19. März 2011

[Rec] (2007)

ZOMBIE, REC DICH!

ANALYSE:

Das Problem ist immer das gleiche:Zu spät auf [REC] gedrückt - totales Versagen durch Mensch & Technik!
Vorneweg schon mal eine vorsichtige Feststellung:
Der Kameramann ist ein schlechter Wichser!
In der Haut seiner Glückswurst möchte ich wirklich nicht stecken!
Seine Assistentin hat es aber noch schlimmer erwischt:
Ein Mensch der gerne ein Hamster wäre, muss täglich um Bestätigung bohnern und wird dadurch zum Sklaven seiner absonderlichen Leidenschaften!
Zusammen aber bilden die grausame, handkameraschwenkende Onanierzange und der an ADS (Aggressiv Debiles Schnattersyndrom) leidende Hamster, zwarein beängstigendes jedoch gut eingespieltes Team, welches nichts mehr zu verlieren hat!
Die demente böse Oma Hummer bereitet ihren Enkeln Kummer...
Na? Hättet ihr ihn erkannt? Hier sehen wir Philipe Nahon
mit zotteliger Langhaarperücke in einem menschenfeindlichen Cameo!

Okay! Wer als Letzter zuckt macht das Licht an (bzw. wieder aus...) und ist somit Siegerund stolzer Besitzer einer uralten, längst überholungsbedürftigen Geisterbahn!
Herzlichen Glückwünsch!
Aber bis dahin haben die Beiden (...und die hoffentlich schwindelfreien Zuschauer!) natürlich noch einiges zu erleben.
Da geht es mal die Treppe rauf und dann auch wieder runter!
Ab und zu wird in die eine oder andere Wohnung gespitzt, um bei dieser Gelegenheit mal nachzuschauen ob der mottige Schlüpfer samt Windel von der wilden, inkontinenten Oma Hummer noch richtig sitzt.
Statt ihn zu wechseln und die Alte zu beruhigen, bringt das sensationsgeile Jalousinen-Duo die fiese demente Oma erst RICHTIG zum kochen und diese teilt dann auch gerne und großzügig aus!
Robust und zäh, dient dieser ungepflegte Pflegefall, dem vollständig versammelten Verein freiwilliger Feuerwehrmänner, als eine Art Boxsack für Faustkampfübungen die ihnen der örtliche Einsatzleiter, gnädigerweise als Training durchgehen lässt!

"NEIN MAMA! Ich hab keine Lust bei Oma Hummer zu übernachten!
Hier ist es immer so kalt & dunkel und die olle Alte hat nie was zu naschen
für mich!"


Mit allerlei Nachschlag in die langverdiente Frührente geprügelt, legt sich Oma Hummer erst mal wieder hin und spielt für die Kamera die bedauernswert-misshandelte scheintote Bettnässerin.
Jetzt kann es wieder rauf und runter gehen wobei hier der gezielte Einsatz eines Aufzuges oder Treppenlifts nicht nur das Steigen selbiger, sondern auch die Gesamtlaufzeit erleichtert hätte.
Zuguterletzt trifft man in Etage "So-und-So" auf die leibhaftige Reinkarnation Salvador Dalis der anscheinend ein richtiger Francofaschist gewesen zu sein scheint!
Dieser Dali..., behauptet er doch einfach so, Frau Wang könne kein Wasser kochen und entlarvt sich selbst dadurch ganz nebenbei als Torrentefan.
Weiter geht´s ins Erdgeschoss, wo ein Kind der Mutter zeigt wie sehr es unter dem "Nicht gestillt worden zu sein" zu leiden hat und Mutti dafür einfach das Näschen anknabbert, die Zitze welche sie nie bekam.

Das Team ist natürlich erbost über soviel Übermut und scheucht das Wesen mitten im Akt hinauf in den Darkroom, um das alte "Ich sehe Was was du nicht siehst!" Spielchen zu zelebrieren.
BUUH! hats gemacht, dann war Schicht im Schacht. Zuguterletzt oben am Lectordachboden hört man sich das EvilDead Tonband an und "RUMMS!" die Klappe schwingt von oben nach unten (verkehrte Welt!) Während das Team dann über ein bißchen Sextape nachdenkt (herrliches Setting) kommt schon der Endmutant und bestimmt die Plätze.
Versöhnlicher Abschluß, denn der Hamster zeigt Dekolleté und lässt alle vorangegangenen Schwafeleien vergessen.

DIAGNOSE:
Das nächste mal ein bisschen Ritalin für den Hamster und GHB für den Kameramann, dann kann das was ganz Großes werden...

"Was ich als Dali nicht gern seh, ist ein femanes Bauarbeiterdekolleteé!"


Sonntag, 6. März 2011

Antichrist (2009)

AB SOFORT WIRD DIE KIRCHENSTEUER WIEDER GERNE BEZAHLT:
Lars von Triers

ANTICHRIST

Wer im schattigen Ambiente einer Bonsai-Baum-Bewurzelung seinen Ast wegstecken will,
muss mit Hentai-handauflegender-Fremdbefingerung rechnen!


ANALYSE:
Als treuer Christ war es für mich eine Pflicht, dieses moderne Märchen der Gegenwart anzuschauen.
Für MOI war es nicht nur ein einfacher Kinobesuch, sondern vielmehr eine Predigt von geradezu himmlischer Pompösität.
Dem Priester dieses Gebetes, ach was sag ich... dieses Hohelieds, Lars von Trier, gelingt es auf einfühlsame Art und Weise die Geschichte vom Förster aus dem Silberwald, auf direktem Wege in das 21. Jahrhundert hineinzupreisen!

Der heidnische Heimat-Plot ist schnell erklärt:
Zu Beginn des Films ("JETZT GEHTS LOS! JETZT GEHTS LOS!") kommt es gleich zum ersten "Cliffhanger", (ACHTUNG: BROILER!) als der 3jährige Sohnemann (aka "Lausbub"), der in der Waschküche schnaxelnden Eltern, sich im Basejump bemüht und sofort eine volle Punktladung (wie sie einst nur Möllemann gelang) hinlegt!

DIE MULTPLE FILMSTÖRUNG vermutet: HÖCHSTWAHRSCHEINLICH ANFÄNGERGLÜCK!

"Au weia! Hab meine Alten grad beim vögeln erwischt! Pfui Spinne!
Die Bilder werde ich nie mehr los! Da hilft nur eins: Ich mach die Fliege!
Huuuiiiee! Wie das kitzelt!"

Geschockt von diesem traumatischen Sportereignis beschließen die Eltern in den Wald zu fahren, um die neu gewonnene Freiheit vollkommen auszukosten bzw auszulotsen:
Jenseits vom Windeln wechseln, KITA-Pendeln und dem ewig gleichen
"Heia-Heia-Lieder Gesängen", finden sie "Back to Woods trough roots and evil moods"...
Die Einsamkeit des Garten Edens bringt Sie schnell auf Touren und sie üben sich in
Tiger Woods Königsdisziplin:
Forst-Golfen?
Falsch geraten! "Ein-LOCHEN" ist das STICH-wort:
Es wird gefickt was das Zeug hält!
"Würdest du bitte aufstehen? 
Du sitzt auf meinen Schlüppern!"
"Ich wärme sie dir doch nur vor Charlotte und außerdem muss ich mein Revier mit einer Duftnote markieren!"

Egal ob im bzw. auf dem Gras (KRASS!) oder unter dem verwurzelten Geäst der schattig teutonisch anmutenden Bäumen (inklusive der Fremdbefingerung einer kompletten Wurzelsepp-Sippschaft):
Es flutscht wie Butter, es staunt der Luther!
Die Frau (realistisch hysterisch: Charlotte Gainsbourg) zeigt hier wer wirklich die Hosen an hat.
Dafür hat man ihr dann auch in Cannes Einen von der goldenen Palme gewedelt.
Geschickt täuscht Sie ihrem Mann (intensives, facettenreiches Spiel vom grünen Goblin Willem Dafoe) immer wieder traumatische Anfälle sowie diverse Orgasmen vor, nur um sich ein paar Sekunden später erneut vom Gatten begatten zu lassen.
Szenen einer Ehe: Wie lege ich meinen Arm um meine Gattin ohne diese
 (und wohlmöglich den ANTICHRIST in ihr) aufzuwecken...?

ER, also Adam, Dr. Ficktherapeut schlechthin, hat natürlich den Braten schon längst gerochen, gibt sich aber leidig bemüht mitzuspielen um das PMS-bedröhnte (für alle Nicht-Bluter: PMS das Post Menstruale Syndrom) Frauchen, nicht vollends am Mühlrad drehen zu lassen!
Dies kennt man ja schon aus der blauen Lagune.
Also lässt man selbst, als aktiver Cineast, langsam
(trotz oder gerade wegen Madame Gainsbourgs fehlender Oberweite) seine Hand in die Hose gleiten, ohne sie aber vorher nicht ausgiebig mit Waldschrat-Schmiere einzufetten!
Plötzlich nimmt der Film aber eine ver- bzw. bezaubernde Wendung, als plötzlich
DIE DREI GRADDLER (für alle Nicht-Franken: THE THREE HOBOS also echte Obdachlose!) unerklärt und ohne größere Umschweife ins gottlose Sex-Spiel "kommen"...
Hierbei handelt es sich um Fabelwesen, so unschuldig und rein, das jeder mordgeile Förster sofort die Flinte ins Korn schmeissen würde um sich zu ergeben.
Was (nennen wir sie) Bambi, Foxy & Scarecrow hier an vollkommen "natürlich" anmutenden Schauspielperformances abliefern haben selbst erfahrene Vielseher seit "THE GOOD, THE BAD & THE UGLY" nicht mehr gesehen.
Mit ihrer einzigartigen Leinwandpräsenz und den unvergesslichen Dialogen (bzw. des Monologs von Herrn Fuchs...) spielen sie das, sich bereits entfremdete Duo Dafoe/Gainsbourg mit autistischer NELLisch-neckischer Leichtigkeit, an die Wand  oder besser gesagt an den Baumstamm!
Der Clou dabei:
Die drei Graddler wurden von Gott höchstpersönlich geschickt, damit sie das, sich im Ekstaserausch befindende Pärchen, wieder auf den Waldboden der Tatsachen "runterholen".
Endlich nimmt der Film an Fahrt auf!
Vergebens versuchen die tierischen Landstreicher dem bunten Treiben ein Ende zu bereiten,...haben sie doch leider nicht mit den ausge"fuchsten" Sexuqualpraktiken der beiden humanen Rammler gerechnet!
Dank dem Moos-Matsch-Acting  steckt der Schauspieler bis zu den Hüften 
in seiner Rolle fest:
Willem will zwar Dafoe, kann aber nicht...!


Mit Schlägen auf den Penis und Massakermasturbation pimpern sich die beiden geradezu viagral-sakral in den Himmel der Lust, worauf der Film wieder eine (für mich unerklärliche) Wendung nimmt:
Van Trier scheut anscheinend keine Logiklöcher und macht dieser ganzen Schweinerei alsbald ein klotzhölzernes Ende:
Die Frau, nun wieder bei klaren Verstand, sieht ihren Lebensabschnittsgefährten nur noch als eine Art Klotz am Bein und setzt dies sogleich eindrucksvoll (und mit einer, für eine Frau erstaunlichen kompetenten handwerklichen Begabung) in die Tat um!
Nachdem der ANTICHRIST seinen sodomistischen abartigen Praktiken
gefröhnt hat legt sich dieser erstmal auf´s Horn...
Da hilft auch kein dickes Fell: Die tierischen Leidensgenossen sind
stark aufgewühlt und traumatisiert - an Schlaf ist also nicht zu denken! 

Der Mann, um sein "Samstag Abend Bundesliga gucken" Rituals betrogen. ergreift augenblicklich die Flucht.
Was folgt ist eine, im wahrsten Sinne des Wortes ge(be)schnittene Szene:
Eva will sich, als Ausdruck ihrer Emanzipation, ein klein wenig die Schaamhaare zurechtstutzen doch ungeschickt wie Frauen eben von Natur aus sind, gibt Sie ihren äusseren Innereien (CLITS and SHAMELIPS) den allerletzten Schliff! Igitt! Bei dieser Szene haben selbst die im Kinosaal anwesenden Gynäkologen die Hände vors Gesicht geschlagen!
Auch Bambi & CO. können für die Dame nichts mehr tun.
Schnell wird Sie von der Waldfauna-Gang als Antichrist gebrandmarkt. So bleibt dem bibeltreuen Ehemann nichts anderes übrig als dem ganzen Zenober ein Ende zu bereiten!


DIAGNOSE:
PUUUH,...geschafft!
Arsch Von Trier setzt hier mit bunten bewegenden Bildern einen der besten Fantasyhits der letzten zehn Jahre in Szene.
Er verzichtet dabei völlig auf frauenfeindliche Inhalte (bzw seinem Steckenpferd).
Geschickt gelingt ihm eine Grab-wanderung zwischen Romantik;- Natur- und Heimatfilm
ohne dabei den lebenswichtigen kunstpolitischen Kontext der Moderne in Frage zu stellen!
Schon heute ein Kult und Lehrfilm für alle angehenden Förster!
In diesem Sinne wünschen wir all den männlichen Kinogängern ein herzliches
LARS sei mit TRIER...
Die Torwärtin der deutschen Frauen hatte während der WM
in ihrem hölzernen Kasten nicht gerade viel zu tun.
Sie nutzte die Zeit und hing  in tunnelblickartigen Zuständen ihren Gedanken nach:
"Als eine Art Füllmaterial sind Klabusterbeeren genial!"