YOU DRIVE ME CRAZY!
Nicolas Winding Refn ist eine coole Sau.
Schon immer gewesen. Jetzt aber steht es in Stein gemeiselt. Unmissverständlich. Im Schatten der Palme.
DRIVE ist das Ergebnis einer Fahrt ins Ausland. Refn´s erster Ausflug nach Amerika, ganz alleine ohne Führerschein dafür aber mit einer Tasche voller Geld. Ein fremdfinanzierter Trip ins Ungewisse. Dubiose Produzenten und die Schattenmänner der Studios hatten es ihm zugeschanzt. Als Korrumpierung seines Stilwillens. Doch was macht die coole Sau? Natürlich zieht er sein Ding durch.
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| "Bei uns in Dänemark wird es früher dunkel!" Breitgestriffen und schwarzgemalt: Die dänische Gattung der coolen Sau Nicolas Winding Refn |
Er dreht einen amerikanischen Film der sich aber in keiner Sekunde anfühlt als hätte er hierfür irgendwelche Abstriche gemacht. Refn bleibt sich treu (und der Mann hat genauso wie ich, wirklich keine Fahrerlaubnis!)
DRIVE ist ganz großes klassisches Genre-Kino. DRIVE ist wie das heimliche
Fahren ohne Führerschein, wie das erste Mal ohne Stützräder. Vom Feeling her tief im Kino der 80er verwurzelt
schafft Refn es mit einer Geschichte wie sie im Grunde schon tausende
Male erzählt worden ist, mitzureissen. Der namenlose Fahrer, von allen
nur Kid genannt, ist einer dieser Typen die noch nach einem
selbstauferlegten Kodex leben und dabei nur soviele Worte sprechen wie
nötig sind. Tagsüber geht er seinen Job als Stuntfahrer nach, nachts ist
er Fluchtwagenfahrer für jeden der seine Fähigkeiten in Anspruch nehmen
will und keine Fragen stellt.
Doch eines Tages lernt der Eigenbrötler eine Frau kennen und mit ihr etwas das er zuvor nicht kannte:
Probleme. Eine Abwärtsspirale der übelsten Sorte wird losgetreten. Der
Driver jedoch erträgt sein Schicksal schweigsam bis zum bitteren Ende.
Das ist zwar tieftraurig aber damit eben auch extrem fühlbares Kino wie
man es heutzutage viel zu selten sieht. ![]() |
| "Denk nach Mann, ...wo hast du die Autoschlüssel als letztes gesehen?" Gedankenversunken, zahnstochernd aber fahrtüchtig: Die amerikanische Gattung der coolen Sau Ryan Gosling |
DIAGNOSE:
Vielleicht ist es zu einfach DRIVE schönzureden, aber es ist nunmal so ein verdammt schöner Film.
Angefangen bei der Musik von Cliff "Bad Ass" Martinez und seiner Fusion aus 80er geprägten Synthie-Elektro mit schwelgerischen Flächen, den großartigen Bildern des nächtlichen L.A. bis hin zur Darstellerriege ist das gesamte Werk eine runde Sache mit ganz viel abgefahrener Sahne obendrauf.
Ryan Gosling ist ja sowieso schon zum Lieblingsschwiegersohn der Independent-Filmszene ausgerufen worden doch in der Rolle des namenlosen Fahrers treibt er sein Spiel auf die Spitze.
Er schafft es in seine Rolle alle genrespezifischen Archetypen zu packen, vom glorifizierten Helden mit Beschützerinstinkt bis hin zum eiskalten mordenden Soziopathen, und deckt somit alles ab, was der Laie (somit also ich) unter "Abgründigkeit" versteht.
Doch ist Herr Gosling nicht alleine auf dem Parkett:
Angefangen bei der Musik von Cliff "Bad Ass" Martinez und seiner Fusion aus 80er geprägten Synthie-Elektro mit schwelgerischen Flächen, den großartigen Bildern des nächtlichen L.A. bis hin zur Darstellerriege ist das gesamte Werk eine runde Sache mit ganz viel abgefahrener Sahne obendrauf.
Ryan Gosling ist ja sowieso schon zum Lieblingsschwiegersohn der Independent-Filmszene ausgerufen worden doch in der Rolle des namenlosen Fahrers treibt er sein Spiel auf die Spitze.
Er schafft es in seine Rolle alle genrespezifischen Archetypen zu packen, vom glorifizierten Helden mit Beschützerinstinkt bis hin zum eiskalten mordenden Soziopathen, und deckt somit alles ab, was der Laie (somit also ich) unter "Abgründigkeit" versteht.
Doch ist Herr Gosling nicht alleine auf dem Parkett:
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| "Du hast da was im Auge. Warte..., ich helfe dir!" Gnadenlos, gemein und abgrundtief böse: Die amerikanische Gattung des fiesen Schweinehunds Albert Brooks |
Unser allseit geliebter Heisenberg Bryan Cranston, von mir für MALCOLM IN THE MIDDLE verachtet dafür aber für BREAKING BAD umso heißgeliebter, gibt den väterlichen Mentor und Wagenschrauber.
Albert Brooks ist das ultrafiese Arschloch von einem Bösewicht und wurde hierfür bereits mit einem goldenen Globus belohnt. Wen hätten wir denn da noch?
Ach ja! Ron Perlman, der hässliche Hund spielt mal wieder die Rolle seines Lebens:
Die kriminelle Hackfresse stand ihm wohl nie so gut wie hier, und verstehen tut man ihn auch ganz schlecht!
Dann gibt es ja noch "die Frau" und "ihr Kind" über die ich hier eigentlich keine Worte verlieren will, denn sie sind der Grund warum der Fahrer in Probleme gerät und deswegen auch die Ursache warum mir dieser Film fast das Herz gebrochen hat!
Albert Brooks ist das ultrafiese Arschloch von einem Bösewicht und wurde hierfür bereits mit einem goldenen Globus belohnt. Wen hätten wir denn da noch?
Ach ja! Ron Perlman, der hässliche Hund spielt mal wieder die Rolle seines Lebens:
Die kriminelle Hackfresse stand ihm wohl nie so gut wie hier, und verstehen tut man ihn auch ganz schlecht!
Dann gibt es ja noch "die Frau" und "ihr Kind" über die ich hier eigentlich keine Worte verlieren will, denn sie sind der Grund warum der Fahrer in Probleme gerät und deswegen auch die Ursache warum mir dieser Film fast das Herz gebrochen hat!
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| "Wuff, wuff, wuff!" Unansehnlich, unästhetisch und ein klein wenig inkongruent: Die hackfressianische Gattung des hässlichen Straßenköters Ron Perlman |
DRIVE ist übrigens vollgepackt mit wundervollen Szenen die überaus schmerzen:
Eine Messerstecherei die sich nur durch die Schattensilhouetten der Beteiligten im Hoch der Mittagssonne abzeichnet oder die Versinnbildlichung des Filmkuss im klaustrophobischen Ambiente eines Fahrstuhl kurz vor dem Ausbruch von Tod und Gewalt. Und so könnte ich ewig weitermachen. Weiterfahren sozusagen.
Denn genau das ist es was DRIVE so einzigartig macht. Das Fühlbarwerden eines Zustands. Weiterzufahren, einfach weiterzumachen, immer geradeaus wider allen Konventionen, wider aller Vernunft.
Das Schicksal mag zwar unausweichlich sein, aber wenigstens kann man da mit Vollgas hineinbrettern so das es ihm auch ein klein wenig wehtut...
P.S.:...dem Arschloch!





