ANALYSE: Ich bin so ein Idiot. Als ich vor einigen Wochen über den Titel der Kotaku Review von Brandon Cronenbergs POSSESSOR stolperte machte ich den gleichen dummen Fehler wie immer: Ich fing an mich im Internet über den mir bis dato unbekannten Film schlau zu machen. Zeilen wie "Possessor is one of the most artful, colossally effed up horror movies in forever" oder gar "One Of The Most Gruesome Movies In Years" sind nicht nur reinstes Clickbait für den Genre-Freund sondern machen auch das kleine Gore-Bäuerchen hellhörig, welches zwar mal ein großer Bauer war mittlerweilen aber so winzig geworden ist das ich ihm erlaubt habe die kleine Einzimmer-Wohnung hinter meinem Herzen zu beziehen solange es keinen Lärm veranstaltet. Ich hatte hier mal geschrieben das die prägendsten Seherfahrungen für mich immer jene waren die ich im seligen Zustand absoluter Ahnungslosigkeit gemacht habe, frei jeglicher Erwartungen und losgelöst von der schweren Last eines sich selbst induzierten Vorwissen. Wie selig waren doch noch die Jugendjahre in denen man von einem Film nur durch ein DEMNÄCHST Postermotiv erfahren hat und das Kopfkino, angetrieben lediglich von Fantasie und Hirnschmalz, den Rest erledigt hat. Und ich rede hier nicht von den Besuchen einer Sneak Preview in denen man sich, nur weil es ausnahmsweise kein Til Schweiger Film ist der dort läuft, lediglich einbildet glücklich zu sein. Lange Rede wenig Sinn: POSSESSOR ist ein solider dystopischer Tech-Thriller dessen Cyberpunk-Prämisse dreckiger klingt als sie aussieht. Cronenberg erzählt seinen Film in derartig unterkühlten klinisch sterilen Bildern, das sein Set-Design auf mich mehr wie eine Kunstinstallation gewirkt hat. Das sieht natürlich alles sehr toll und hochwertig aus, hat mich aber in seiner offen zur Schau gestellten Künstlichkeit ein wenig genervt. Plottechnisch ergibt das natürlich Sinn, denn auch wenn ich mir das Setting ein wenig dreckiger gewünscht hätte, ist es ja aus medizinischer Sicht weitaus vernünftiger den operativ dargestellten Eingriff in ein fremdes Bewusstsein via Gehirnhack, in möglichst sauberen Interieurs stattfinden zu lassen. In Wirklichkeit wären William Gibsons Romanhelden wahrscheinlich längst elendig an den Keimen verendet welche man sich beim Körperteil-Tuning in irgendeinem versifften dystopischen Scheißhaus zuziehen kann. Gestorben wird in POSSESSOR natürlich trotzdem. Zu gewissen Teilen mag ich abgestumpft sein aber aufgrund der Tatsache das sich die Gewaltakte in diesen hell ausgeleuchteten und absolut keimfreien Räumlichkeiten abspielen wirken diese mehr wie eine fehlgeleitete zynische Performance: Stellt euch vor jemand kauft sich eine Luxuswohnung in bester Lage, fängt an die Wände zu tapezieren und komplett weiß zu streichen um dort danach ein Schwein zu schlachten weil er die sich daraus ergebenden Kontrastfarben so schön findet. Teilweise ist die ausgestellte Brutalität derartig drüber das sie nur schwer ernstzunehmen ist. Das ist ja an sich nichts schlechtes verkommt hier aber schnell zum Gimmick. Schnell fühlt man sich nicht nur an BLACK MIRROR erinnert sondern sogar konkret an die Episode CROCODILE die eine fast identische Geschichte erzählt und (Zufall?) auch mit Andrea Riseborough in der Hauptrolle besetzt war. Natürlich kann sich ein Film heutzutage nicht nur auf den durch Blut und Gedärm generierten Schauwert verlassen wenn er sich auch dem Zuspruch des Arthouse Feuilletons gewiss sein will. Für dieses Klientel greift er dann zum gegenteiligen Extrem. Was wäre denn die gute alte Ultrabrutale ohne den auflockernden Gegenpol der Ultrasurrealen? Es tauchten nämlich auch Stimmen auf die von einer bildgewaltigen Vision sprachen welche an UNDER THE SKIN erinnert und nicht nur wegen Andrea Riseborough das MANDY Feeling heraufbeschwört sondern auch die Nackenhaare eines jeden räudigen Gorehounds der Interpretationsansätze scheut wie der Teufel das Weihwasser. Auch hier kann ich Entwarnung geben: In einem Film in dem es um Auftragskiller geht die sich ins Unterbewusstsein ihrer Opfer einklinken um diese für ihre Morde fernzusteuern gibt es natürlich Stroboeffekte und visuelle Schnitt-Schnipsel. Hier gibt es dann einige recht toll getrickste weil handgemachte Bilder von ineinanderfließenden menschlichen Gesichtern die mehrdeutig zu lesen relativ schwierig sein wird. Ich verstehe aber das Dualität manchmal überfordern kann vorallem wenn im Kontext des Films dann die beiden Hauptdarsteller anfangen mit der jeweiligen Stimme des Anderen zu sprechen während sie angestrengt in den Spiegel starren. Wer sich an solchen Stellen alleingelassen fühlt und anfängt aus den Ohren zu bluten hatte wahrscheinlich auch seinen ersten Schlaganfall beim Kinobesuch von MATRIX weil man damals gegenüber seiner weiblichen Begleitung schlecht zugeben konnte das man sich schon beim Anblick der Lederjacken auf dem Plakat ein bisschen gegruselt hat, dieses Gefühl mittlerweile jedoch längst in Todesangst umgeschlagen ist.
DIAGNOSE: Auch ohne die bereits angesprochene falsche Erwartungshaltung (für die ich ja Cronenzwerg nicht verantwortlich machen kann) hat sich mir in Bezug auf das Werk und den unvermeidlichen Vergleich mit dem Schaffen seines Vaters folgende Frage gestellt: Sind Zynismus und das Body Horror Genre untrennbar? Menschlichen Emotionen waren bei Senior Cronenberg doch auch immer der nötige Faktor und Auslöser für die verschiedenen Eskalationsstufen seiner Körperhorrors. Emotion ist hier das Stichwort. Ich würde sogar soweit gehen und vielen seiner Werke einen eigenwilligen Humor unterstellen. In den Filmen seines Sohnes ist hiervon nichts mehr übrig geblieben. POSSESSOR ist wirklich kompetentes großartig gemachtes Blendwerk (mit dem ich eigentlich kein Problem hätte) welcher aber auf einer derartig drastischen "Pointe" endet die ihren abgrundtiefen Zynismus offen zur Schau stellt. Ich habe kein Problem damit wenn man seinen Film mit einem Tiefschlag in die Magengrube beenden will sofern er sich diesen auch verdient hat. Brandon Cronenberg hat es aber nicht so mit den Tiefschlägen. Kurz vor der Schwarzblende tritt er dir lieber kräftig in die Eier und während du zu Boden gehst spuckt er dir noch auf den Kopf. Seltsamerweise scheint er das lustig zu finden.
HITZE-HÄPPCHEN-ANTHOLOGIE-ANALYSE AUS DEN DIGITALEN PAPIERKORB-TIEFEN GEHOBEN: la found footageé
AUGUSTANALYSE: THE MOTHER OF TOADS fabriziert von Richard Stanley
Soviel Authenzität zum August-Auftakt ist wohl schwerer zu schlucken als fahle Froschgrütze es jemals zu sein vermag. Und wenn sich das nach Wortfabulerei liest, ist es bestimmt nicht dies, sondern schlicht und ergreifend unglaublich mies...
Die Mutter aller Kröten treibt einem gleich mal den Frosch in den Hals. Auf einem Trip durch die Kulturdiktatur Europa geraten ein pflichtbewusst Vollbarttragender Anthropologe (Dickschädelvergleichsexperte, tote Menschenkenner) und seine hotpantstragende "chosen Cheerleaderin" an eine teilzeitkrämende Bene Gesserit Moderequisiten Fundus Verwalterin. Diese versucht das Pärchen Nach dem Erwerb eines nekronomischen Kleinods (supernaturales Nippes), welches natürlich punktgenau den Geschmack des archetypischen modebewußten cheerleading girls triff und dem Versprechen wo dieses herkommt gäbe es noch mehr, respektive Einblick auf den Gral der, na nennen wir es aufgrund er fiktivität des Wekes mal, "Krypto-Antropholohie", der geneigte Leser ahnt es schon: DAS NECRONOMICON Als fundierter Kenner der menschlichen Verwirrung weiß unser Kultur-Indiana-Jones natürlich sofort das die graffelmarktaffine Okkulthehlerin (seines Vertrauens) die Wahrheit spricht, nimmt er doch jedes der unheilvoll über ihre Lippen geraunten Wörter für bare Münze. Flux wird der nachmittäglich angesetzte Ausflug nach Port-du-Schnappschuss (hier gibt es nachweisbar vorzügliches Bildmaterial für die dia-geilen Verwandten "back home" die man durch diese gezielt abfotografierte Langeweile für mindestens ein halbes Jahr auf einen Sicherheitsabstand von circa 2000 yards - oder wie vermisst der Ami? - bugsieren kann...) sehr zum Missfallen der, trotz des europäisch rauhen Wetters an ihrem kalifornischen Kleidungsstil festhaltenden, besseren Hälfte abgeblasen. Die mündlich garantierte Einladung der Teilzeitbibliothekarinin in den lovecraft´tschen Lesezirkels stellt sich als echt heraus. Dies stellt der an sumerischen Fiktivlyrik interessierte Protagonist fest als er auf dem Rückweg zum Hotel eine Auffälligkeit im Lokalkolorit wahrnimmt:
MÄRCHEN IM WANDEL DER ZEIT: Heute: Die Emanzipation am Beispiel der wachgebumsten Krötenkönigin Sex mit einer Laiche - Der feuchte (Alp-)traum eines jeden Gleitmittelfabrikanten...
Das keltische Felsgestirn (Steiner - das eiserne Kreuz) überzeugt ihn vollends, stellt doch die eingravierte "8" nicht etwa die Distanz zur nächsten Frosch n´Fries Bude dar, sondern ist vielmehr ein in antrophologischen Kreisen weitverbreiteter Wink mit dem Zaunpfahl (Some serious supernatural shit is going on!). Also wird die Begleitzicke im Hotel zurückgelassen und ordentlich Aftershave in den Vollbart gerieben um sich für die Pre-Printmedien-Präsentation angemessen zu präparieren. Nach Ankunft im Hexen-Chateau werden gleich Nägel mit Köpfen gemacht: Nach nur 3 Seiten des al azif´schen Bestsellers (von solchen Verkaufszahlen kann Frank Schätzing nur feuchtträumen) steht dessen Echtheit aufgrund seiner Handgeschriebenheit, außer Frage denn wie wir alle wissen galt im alten Sumer der Buchdruck noch als Urheberrechtsverletzung. Nach dieser Bettlektüre wird sich die alte Vettel, mit Hilfe ihres selbstgebrauten Binsenkraut-Viagra-Cocktails schön gesoffen und danach dem perversen Amphibienfetisch gefröhnt. Für eine Liebesnacht mit einem Amerikaner macht Großmütterchen alles was man unter praktizierenden Blümchensexbekennern als rauen Ritt in die Abwegigkeit bezeichnen würde. Die Froschlaiche ist nicht nur eine äußerst unansehnliche Liebesstellung sondern auch eine schleimige Sauerei sondersgleichen. Im Geschlechtsakt vollzieht sich dann auch die Mutation in die titelgebende Krötenmama (Muttertion) - der misogyne aber beliebte Witz der beinlosen, schleimspurziehenden Frau wird hier in einer drastischen Ganzkörpervariante auf die Spitze getrieben. Der absolute Alptraum für jeden noch so optimistischen Gleitmittelfabrikanten.
Dies ist dann auch der Freundin zuviel die sich rechtzeitig eingefunden hat um ihren Voyeurismus am Fenster des Anwesens zu fröhnen. Über den sodomistischen Seitensprung ihres Freundes in die europäische Fauna in Rage versetzt flüchtet sie, in die nächtlich-neblige Sumpfflora, um sich über ihre Beziehung und die Nachteile eines gemeinsamen Pärchenurlaubs im Klaren zu werden. Hier kommen die Kröten ins (bis dahin recht dürftige) "Schau"-Spiel. Die nächste Szene reserviert den Film einen festen Regalplatz in der Sammlung eines cinehistorischen Vollständigkeitsfanatikers, denn der alleinige Umstand das in diesem Machwerk das Zertreten von Fröschen und Kröten in frontaler Nahaufnahme zelebriert wird, verpflichtet zum Sofortkauf. Klauenbewerte Krötenhände krallen krampfartig in die Kehle der nun kerlosen Katherine K. (Name von der Redaktion aus offensichtlicher Wortklangspietät geändert).
Nicht nur dem Zuschauer graut es vor dem Morgen danach.
WAHNSINNIG WIDERWÄRTIG: 3 KILO KRÖTE (bzw. 6 Pfund Quack) aufgepustet und "ready to platz"! Optional oder auf persönlichen Wunsch liefern wir diesen drolligen Grütze-Flummi auch blasebereit mit medizinsch korrekt platzierten Rektal-Strohhalm! DER KNALLER auf jedem Kindergeburtstag, erst recht wenn die kleinen Racker gerade das zarte Alter des Sadismus-Empfindens "betreten"...
Der von seinem tierischen Liebesabenteuer verkaterte Koitalforscher (über Nacht umgeschult) macht eine unliebsame Entdeckung. Die ihm anhaftenden Sekrete sind nicht nur vaginaler Natur. Für sowas hätte selbst der unkultivierteste touristische Nuttenpreller keinen Dollar ausgegeben. Beim Starten seines Fluchtwagens identifiziert er anhand der Ohrringe das der Verdauungsgrad seiner im wahrsten Sinne des Wortes verflossenen jegliche reumütige Ausrede überflüssig macht, da diese nur noch anhand ihrer Ohrringe identifizierbar ist. Doch für diese Gedanken untreuer Natur ist es ohnehin schon zu spät. Der Krötenfeman nötigt ihr ausgebüchstes Betthupferl zum tödlichen Abschiedskuss
Das erste Kurzfilmsegment hinterlässt ein recht fragwürdiges Aroma in der Mundflora. Die obligatorische Frage "Mit oder ohne Zunge?" sollte sich hiermit für alle Zeiten erübrigt haben.
Mit den dokumentierten Urlaubsimpressionen von der Insel des Dr. Moreau gelang es Richard Stanley auf beeindruckende Weise seine zart erblühende Hollywoodkarriere brutal im Keim zu ersticken. Das allein sollte schon reichen um dem Mann gebürtig Respekt zu zollen; denn sein Beitrag zum bizarren Theaterstadl tut es definitiv nicht. Stanley, auch hier als oraler Zeremonienmeister sichtlich überfordert fährt seinen Opener und somit den ganzen Auftakt in dieser Anthologie auf optisch und dramaturgischen RTL-II-Eigenproduktionsniveau frontal an die Wand. Schade eigentlich, aber wenn ein Unfall gleich zu Beginn einer Fahrt passiert kann der Urlaub eigentlich nicht mehr schlimmer werden, oder?
FRANKENTAUSCH oder FRANK SUCHT FRAU: "REALITY" von FORMAT
ANALYSE:
Gedanken und Ideen für einen subversiven, kulturpessimistischen Terroranschlag reinster misanthropischer Nächstenliebe:
Wir rasen mit einem anarchistisch anmutenden Automobil Richtung Köln. An Bord befinden sich lediglich zwei (bereits leergetrunkene) Kästen Bier, jede Menge gute Laune, herzallerliebste Menschen von dufter Natur (ein jeder darf sich mit dem traditionsbewussten Gütesiegel einer "ehrlichen Haut" rühmen) und eine rare DVD-Kopie (die VHS würde zwar von wahrer "Echtheit" zeugen, ist aber schwerer aufzutreiben) von Steve Ballot´s Mitternachts-Dünnschiss-Dokumenta BRIDE OF FRANK - Sozialkino von unverdauten und bereits ausgekotzten Format, von der mittleren Bildungselite auch abwertend als "Reality-TV" geschimpft.
RTL (Real Television Life) IS WATCHED BY YOU
Mit einem schnapsgetränkten Bleifuß auf dem Pedal, peitschen wir unseren türkisfarbenen Mini-Cooper bis an sein Limit und rasen, in einer Art Überschallgeschwindigkeit, direkt auf den Standort des Grauens zu:
Die RTL Sendeanstalt.
Mit bereits vernebelten Blicken nehmen wir gerade noch wahr, wie unser Bolide durch das schwermetallene Zufahrtstor kracht und im Vorbeifahren, das ehemalige, berüsselte rosa Maskottchen "Karlchen"(welcher nach einer fragwürdigen TV-Laufbahn, als nichtmenschlicher RTL-Moderator der ersten Stunde, seine Karriere als leibeigender Pförtner des Senders beenden mußte) derartig tödlich streift, das es nur noch Federn und Fetzen regnet (welche dann, wie in Zeitlupe, auf den Weitwinkelpanoramablick unserer Windschutzscheibe hinabschweben)!
THOSE WERE THE TIMES: In grauer Vorzeit wurde die Fernsehlandschaft noch von "wahren Charakterköpfen" bewohnt,
deren Arroganz, Hochnäsigkeit und exzessiver Kokainmissbrauch im deutschen TV beispielslos war.
Mittlerweilen sind solch visionäre Moderations-Pioniere (oben im Bild) allesamt
von echten seelenlosen Rezitierpuppen ersetzt worden.
Wir verlieren die Kontrolle über den Wagen, da die Reifen in dieser riesengroßen Sauerei aus plüschigen Innereien ins Schlittern geraten, und krachen sanft in den mutterbauchartigen Nabelwanst-Himalaya von Ex-Programmchef Helmut Thoma, der uns unfreiwilligerweise mit dem beherzten Einsatz seiner Leibesfülle, vor lebensbedrohenden Blessuren bewahren kann. Mit letzter Kraft befreien wir uns aus dieser Melange, bestehend aus dem verschwurbelten, offengelegten Fettgewebe, welches nun eine unheilvolle Ehe cronenbergischer Natur mit dem geschredderten Metall-Lameter (aus ehemaliger britischer Manufaktur) eingegangen ist.Bereits halluzinierend, bemerken wir nun, wie eine Gestalt, ein Hutträger die Katastrophen-Peripherie betritt und freundlich, aber bestimmt um unsere Autoschlüssel bittet. Er stellt sich uns als Dr. Günther von Hagen vor und beweist auch eine vortreffliche Etikette verfügt. Nachdem wir ihm diese ausgehändigt haben, quetscht sich der Kadaverkünstler mit aller Gewalt und unter sichtlichen Schmerzen, hinter das Steuer des surreal verdrehten Mensch-Metall-Wracks, um es vorschriftsmäßig auf einen freistehenden Gästeparkplatz umzuparken. Egal welche Meinung man zu diesem schrulligen Vertreter Hippokrates zu pflegen meint, es ist ihm unmöglich abzusprechen er würde nichts von seinem Handwerk verstehen. Auf einmal wird uns bewusst das wir beinahe vom Thema abgekommen wären:
Da ist immer noch dieser Plan den wir auszuführen haben! Die schwerste Hürde (das Stehenbleiben) haben wir bereits hinter uns. Ab hier ist es nur noch ein Kinderspiel. Da wir über vortreffliche Manieren und ein fundiertes Grundwissen in Sachen Etikette verfügen, komplementieren wir uns problemlos an den Sicherheitskräften vorbei und in die Schaltzentrale der Macht hinein. Wir haben es tatsächlich geschafft! Von Angesicht zu Angesicht mit dem RTL-MCP (Mind Control Penetrator), ein unscheinbarer Prozessor der das gesamte Nachmittagsprogramm der TV-Anstalt organisiert und ausstrahlt. Ein kleiner, harmlos anmutender Kasten der verantwortlich ist für die schleichende Minderbemittelung tausender junger Menschen und ungefähr doppelt sovieler Arbeitsloser. Von hier aus wird tagtäglich eine Zielgruppe weichgekocht, die nicht mehr zwischen sozialer Realität, Schuldnerberatung oder einem Hartz 4 Castingformular unterscheiden kann. Hier entspringt die Quelle des Maelstrom in dessen Tiefen die moralischen Gleichgültigmacher lauern. Die Verdachtsfälle. All jene Mitten im Leben, die von frauensuchenden Bauern und ihre Schwiegerkinder terrorisierenden Vetteln, heimgesucht werden. Wir dürfen jetzt keine Zeit mehr verlieren: Let´s insert that Digital Versatile Bitch! Quick, Hopp n´ Hurtig! CLICK! Jetzt werden wir Zeugen eines denkwürdigen Augenblicks in der Geschichte des Fernsehens: THE BRIDE OF FRANK, einer der scheußlichsten Partnersuchperversionsfilme aller Zeiten, flimmert zur besten spätnachmittäglichen Sendezeit über den RTL´schen Äther...
Der arbeits- demzufolge auch obdachlose Frank ist wirklich ein schrulliger Vertreter von Gottes speziellen Kinder. Eine schrullige Type mit einem unvergesslichen Charaktergesicht. Das Leben hat seine Spuren in Form von metertiefen Furchen in seinem
Gesicht, ganz speziell ins seinen Tränensäcken und Augenringen,
hinterlassen. Eines der letzten Originale. Ein "Echter"! Echt? Ja klar,
denn für einen Schauspieler verhält er sich einfach viel zu
professionell! Eine
Kumpeltype soll er sein. "Handsome", will er sein. Eine Sympathiefigur
für den dosenbiertrinkenden Sofadiktator mit Identifikationsansätzen.
Das zumindest will uns die "Dokumentation" weismachen. Ich habe da aber
einige berechtigte Zweifel. Zugegeben:
Aufgrund seiner Unfähigkeit
für die gesamte Länge des Films auch nur einen verständlichen Satz zu
sprechen (teilweise müssen die Macher selbst Hand an den Mund legen und
seine Worte zwangsuntertiteln), sichert sich Frank einen dicken
Mitleidsbonus, scheitert aber dann tragischerweise darin, einen
geeigneten Wirtskörper darzubieten, für welchen, das parasitär
veranlagte Zuschauerwesen ein zünftiges "Hineinversetzen" in Betracht
ziehen würde.
...UND HIER IST IHR SCHMERZBLATT: AUSZÜGE AUS FRANK´s EREMITENPARTNER.de PROFIL: "Bei Franks "Bitch-Please!"-Blick schmeißt die Libido der holden
Weiblichkeit nicht gerade mit Konfetti. Wem der Samenstau so sehr ins
Gesicht geschrieben steht, sollte sich sowieso besser der
autoaggressiven Zwangsonanie hingeben, um bei Östrogenkontakt wenigstens
das verzweifelt-automatisierte Lecken der Schneidezähne in den Griff zu
kriegen."
Wer will schon gerne wissen wie es sich anfühlt ein "Grumpy Old Man" zu sein, der gleich in den ersten Filmminuten davon träumt ein circa 5jähriges Mädchen zu belästigen? Abgesehen von den äußerlichen, gehen ihm die Starqualitäten auf der menschlichen Ebene vollkommen ab. Nach der Aufblende sehen wir wie er mit einem großen Sattelschlepper vorfährt um Eindruck bei einem ballspielenden Kleinkind zu schinden. Als dieses aber nicht so recht anbeissen will, wechselt er in den hinterhältigen Unschuldsmodus.
"I lost my pussycat. Will you help me find it?"
Mit dieser Mischung aus kindlicher Versteckspielnaivität und der eventuellen Aussicht auf das Knuddeln eines niedlichen Felltieres, gelingt es dem Vogelscheuchen-Gigolo sein Traumgirl wider Willen, in das Fahrerhäuschen zu locken. Seine Vorstellungen eines abartigen "K.K.K.& K." (Körperliche Kinder Kurzarbeit & a kiss)fruchten jedoch nicht.
Dadurch sieht er sich gezwungen die Kleine bewusstlos zu schlagen um ihr Köpfchen an das Profil seiner Reifen anzupassen, indem er es behutsam auf die Straße bettet um dann vorsichtig mit seinem Lastkraftwagen drüberzufahren. Danach zeigt er sich sogar von seiner kindischen Seite, indem er ganz scheu ein paar Happen von dem freigelegten Mädchenhirn nascht. Die Kamera hält auch noch gnadenlos auf das Endergebnis:
Splatterpartikel ("Matsch"), Kinderkadaver ("childish corpse") und die Fassungslosigkeit darüber gerade Zeuge einer solch unverstellbar grauenhaften und geschmacklosen Provokation geworden zu sein. Hier wird von Seiten der Regie unmissverständlich die Spreu vom Weizen getrennt. Wer nach solch einem Auftritt weiterhin dranbleibt ist offensichtlich ein sozialer Sonderling (oder der reudigste Vertreter seiner heulenden Gewaltfraktion) und hat sich die folgenden Geschmacklosigkeiten redlich verdient!
SURVIVAL OF THE FITTEST:
Wem der Zutritt zur Damenwelt verweigert ist und sich deshalb seine einsamen Stunden am liebsten mit einem ungeflickten Gummiflittchen vertreibt (das einen sogar dazu gebracht hat "selbstzublasen"), der hat sich einen der obersten Plätze auf Charles Darwin´s "Liste auszuselektierender Lebensformen" wirklich verdient...
Nun da da sich die Zuschauerschar auf einen Intimkreis verdichtet hat, traut sich der Film auch romantische Züge anzunehmen. Wir lernen Frank´s Innenleben kennen (im Idealfall sogar schätzen - im Extremfall, lieben...) und stellen erstaunt fest: Der Kerl mag zwar ein kindermordfantasierender Wildwuchs sein, leidet aber in Wirklichkeit nur an der Einsamkeit seiner Außenseiterposition. Im Grunde ist er also nur eine etwas derbere Version von "Ich, Du & Wir". Die Diagnose ist eindeutig: Hier handelt es sich um ein krankes Schwein mit Knuddelbärambitionen. Sein Leben ist, wie bereits erwähnt, von Tristesse geprägt.
Er genießt nicht etwa den Luxus, Miete zahlen zu müßen, sondern wohnt quasi für umsonst in den Büroräumen eines sonderbar sozialen Logistikbetriebs. Deren Chef hat wohl einen Narren an ihm gefressen und auch die zahlreichen homophoben und ständig fäkalierenden Mitarbeitern haben Frank aufgrund seiner unverwechselbaren Art ins Herz geschloßen. Deswegen ist es dem Frank auch gestattet, sein Nachtlager unter den örtlichen Schreibtischen einzunehmen, sich den ein oder anderen sockengefilterten Kaffee in der Büroküche zu brühen und somit selbst zu einem Teil des Inventars zu werden.
Die Belegschaft hält sich den Eigenbrötler auf dieselbe Art und Weise wie dieser sich eine gefühlte Anzahl von 34 Straßenkatzen in den Verwaltungsräumlichkeiten hält. Unglaublich aber wahr: Das alles harmoniert auch noch in vollkommener Perfektion!
Doch trotz selbstbewusstseinstärkenwollendes Schulterklopfen von Seiten der Kumpels und der völligen Hingabe seiner Fellfraktion wird Frank von einer emotionalen Leere geplagt. Etwas fehlt in seinem Leben.
Als die sozial engagierten Spediteure Frank zu seinem Geburtstag eine Überraschungsparty schmeißen und ihm zu diesem feierlichen Anlass einen Kuchen mit ausufernden weiblichen Formen anfertigen, schafft es dieser sogar, seinen Herzschmerz in eine verbalisierte Form zu brabbeln:
"I wish those tits were for real."
"Ohhhhh!", entfährt es der feiernden Gemeinschaft. Wer würde sich das denn nicht wünschen?
Die Kumpels beschließen eine Kontaktanzeige im Namen des einsamen Gesellen aufzugeben. Dafür sind Freunde doch auch da. Langsam begreift der Zuschauer das es hier doch um Höheres zu gehen scheint.
Hier wird ganz offenbar das soziale Miteinander gepredigt. das Vollbringen von guten Taten und der selbstlosen Hilfsbereitschaft gegenüber jenen, die es im Leben nicht so leicht haben wie man selbst.
DAS GRAUEN DER HOCHDEFINIERTEN BILDER: Dieses Bild zeigt nicht etwa eine weitere Szene aus THE BRIDE OF FRANK sondern erschreckenderweise die verloren geglaubten Probeaufnahmen von Jean Durjardin für THE ARTIST in ungeschönter und ungefilterter Blu-Ray Qualität...
Doch auch hier schießt der Film beim Verkünden seiner solidarischen Message über das angepeilte Ziel hinaus: Als auf der Party ein fremder, hornbebrillter Nerd aufschlägt, der sich verfahren hat und nur mal eben nach dem Weg fragen will, wird dieser prompt als uneingeladener Gast gebrandmarkt. Als der unfreiwillige Party-Crasher einige gutgemeinte, aber falsch verstandene Anspielungen, das Alter und Aussehen des Geburtstagskindes betreffend, von sich gibt (mit der Absicht die Stimmung aufzulockern) ist mit der feiernden Gesellschaft nicht mehr allzugut Kirschen essen. Die freundschaftliche Solidarität zeigt böse Fratze.
Es wird gefesselt, geschlagen und gefoltert. Zur Feier des Tages darf Frank die Enthauptung des Spielverderbers vollziehen und danach dessen offengelegten Stumpf als sanitäre Einrichtung missbrauchen.
Wer die derbe Floskel "Ich scheiß dir in den Hals"schon immer für eine etwas krass formulierte Redewendung gehalten hat, bekommt hier endgültig sein Fett weg und einen weiteren Grund um- bzw. abzuschalten.
Wer dennoch dranbleibt hat es wirklich nicht mehr Besser verdient:
Er darf nun Zeuge von Frank´s Brautsuche werden! Auch darf sich der cinephile Alleskenner stolz und voller Erkenntnis auf die Brust klopfen.
"Ha! THE BRIDE OF FRANK! Eine offensichtliche Referenz an den vorzüglichen Universal-Klassiker BRIDE OF FRANKENSTEIN vom stets unterschätzten Frank Whale!"'
Doch ist dieser King-Kong Gestus nur mehr Beweis dafür, das man
bestimmten nervensägenden Menschentypen soviel in den Hals scheißen kann
wie man will ohne aber deren Hohlkörpern auch nur den Hauch einer Oktave zu
entlocken! Wo waren wir stehengeblieben?
Ach ja!
Frank sucht Frau. Balz & Burp!
(derzeitige Einschaltquote deutschlandweit: circa 100.000 Grenzdebile)
VON PHEROMONEN FEHLGELEITET: AN EYESOCKET-RAPE ISN´T A BLIND DATE!
Franks Frauensuche gestaltet sich für ihn alles andere als schwierig.
Die aufgegebene Kontaktanzeige seiner Arbeitskollegen hat zahlreiche Anrufe aus der Damenwelt zufolge, die allesamt vom Firmeninhaber höchstpersönlich und mit einer beeindruckenden Palette an charmant-verführerischen gigoloesken Stimmimitationen, beantwortet werden. Frank werden sogar die Büroräumlichkeiten als gemeinsam-zweisamer Treffpunkt für ein romantisches Beisammensein mit seinen Auserwählten zur Verfügung gestellt. In einer seltsamen Mischung aus Nervosität und Vorfreude fängt dieser also schon mal damit an, die bereits verkrusteten Bremspuren in seinen Unterhosen, mit der Zahnbürste wegzuschrubben. Liebesglück und hemmungsloses Ausleben seines Tittenfetisch scheinen zum Greifen nahe! Doch wie verhält man sich als schwanz-und herzschmerzgesteuertes Schreckgespenst beim ersten Blind-Date?
Frank entscheidet sich für eine allgemein beliebte Masche, die schon seit Jahrhunderten von einem Großteil der männlichen Weltbevölkerung mehr oder weniger erfolgreich praktziert wird: Der beschämte, leicht schüchtern auftretende Sex-Maniac.
SELTENE FORMEN DER KÖRPERÄSTHETISCHEN THERAPIE: DIE "BOOTY-BOUNCE" PRAKTIK
Bei einem starken Befall durch Gesichts-Cellulite bedarf es nur den rhythmischen Schwingungen eines pompösen Hinterteils welches einen sofortigen "face-liftenden" Effekt beim Betroffenen auslöst...
Am Ende liegt es nicht mal an seinem abnormen, triebtäterhaften Fehlverhalten das sämtliche Verabredungen scheitern, sondern (wie sollte es auch anders sein) am Star- und Stursinn sowie einem völlig festgefahrenen Traumprinzbeuteschema für welches die moderne Frau berüchtigt ist. Ein definitives Highlight und einer der zahlreichen Niveautiefpunkte ist das Treffen mit einem Transvestiten, welcher nicht nur den unansehnlichsten Blowjob der Filmgeschichte vollzieht sondern auch meinen vorangegangenen Satz Lügen straft und somit ad absurdum führt.
Doch der fiese, feindlich gesinnte, feminine Fanatismus des Frauenvolks treibt Frank erst in die Enge und dann zum Äußersten:
Wenn er schon keine Herzen brechen darf dann wohl eben Knochen, Schädel, Augäpfel und alles was man sonst noch so am menschlichen Körper kaputt machen kann.
Hierbei geht er zwar alles andere als zimperlich vor, stellt jedoch vor jedem Gewaltakt, seine beeindruckende Fähigkeit für grantig gentleman orientierte Manierismen unter Beweis.
Im Vorfeld verkündet Frank stets seinen baldigen Übergriff und beschreibt die jeweilige Vorangehensweis auch noch erstaunlich präzise.
Somit kann danach jedenfalls niemand mehr behaupten er wäre nicht explizit gewarnt worden. Die Grenzen zwischen "Behaupteten" und "Enthaupteten" bzw. "behaupten" und "enthaupten", sind im Falle von Frank, fließend.
"I will tear out your eyeball and skullfuck you to death."
Sätze wie dieser sollten vom Zuschauer durchaus ernst genommen werden.
Mann kann zwar von Frank halten was man will, daß er nicht zu seinem Wort ist ihm jedenfalls nicht abzusprechen.Nachdem die ganze Sauerei beseitigt worden ist wird es Zeit nachzudenken:
Warum
ist Frank unfähig zu lieben? Warum reagiert er auf Hohn und Spott mit
sofortigen Skullfuck und Throatshit? Selbstreflektion ist angesagt.
Warum bin ich so? Warum gefällt mir derartiges? Warum kann ich keine
feste Bindung eingehen? Warum lese ich diesen Schwachsinn überhaupt bzw.
immer noch? Die Aufklärungsarbeit die der Film nun leistet ist nicht
nur Surrealismus in seiner amateurhaftesten Form sondern auch totale
Verstörung in Reinkultur. Ein von Frank vorgeschnarchter Alptraum
entlarvt ein tiefsitzendes Kindheitstrauma. Wie in den meisten
Psychotherapiesitzungen (zu denen man THE BRIDE OF FRANKdurchaus zählen
darf) stellt sich die Ursache als genauso einfach wie altbewährt
heraus: Mutter ist an allem schuld! Ihre fragwürdige Pädagogik hat einen
liebenswürdigen, mordlüsternen Sozialphobiker erschaffen.
Wer dem eigenen
Kind Ratschläge wie "Wenn die anderen sich über dich lustig machen,
bring sie um!"mit auf den Weg gibt, braucht sich im Nachhinein nicht
wundern wenn das Balg mit Schulverweis, Haftbefehl oder einem
blutbesudelten Turnister (Schulranzen) heimkommt!
Nach einer solchen
Phantasmorgie hat man entweder ins Bett gemacht oder ist erleuchtet
worden. Frank schafft sogar beides. Ihm wird nun klar das er unter
Mama-Manie leidet und das man (Mann - Sohn) sich mit dieser vorzüglich
arrangieren kann indem man sich eine ebenbürtige Mama-Kopie anschafft.
Diese ist nicht nur schnell gefunden, sondern beweist auch noch echte
Doppelgängerqualitäten: Sowohl Aussehen als auch Ansichten sind
butterbrotpapierartige Weise deckungsgleich!
Das erste gemeinsame Date bringt nun auch Sodomisten ins Schwitzen.
Der
Ausflug auf dem Rummelplatz endet mit dem Besuch einer Attraktion die
sich anfühlt wie eine saftige Ohrfeige ins Gesicht eines jeden
Tierfreundes und Hobbybiologen.
Was vom Budenbesitzer ganz großspurig
als "Giant 100 pound rat" angekündigt wird, ist nicht nur eine tierische
Diffamierung der übelsten Sorte sondern auch tricktechnisch eine ganz
gemeine Mogelpackung. Das geschulte Auge erkennt sofort das die Macher
hier Schindluder treiben.
Wirklich geschmacklos wie hier ein Wombat,
das wohl drolligste und liebenswürdigste Geschöpf auf Gottes weiter
Erde, gegen dessen Willen gezwungen wird, eine 45 Kilo schwere,
ekelerregende Ratte darzustellen. Der unglaubliche Imageschaden welcher
sich dadurch für diese kumpelartigen Tiere ergibt ist irreparabel!
GRENZENLOSE EMPÖRUNG AUFGRUND EINER TIERISCHEN FALSCHDARSTELLUNG:
Genug ist genug! Wombatfreunde weltweit zeigen sich schockiert über die skandalöse Wombatszene in dem marginalen Machwerk THE BRIDE OF FRANK...
Wombats
verfolgen nicht nur völlig andere Ziele sondern sind noch dazu vollkommen
friedlebende, treu ergebene, pflegebedürftige und leicht zu dressierende
Reittiere und somit als Rattenstuntdouble völlig ungeeignet!
Niemals zuvor wurden in einem Film aufgrund solcher Regiepatzer, hart erarbeitete Sympathien derartig fahrlässig verspielt.
Jetzt nur nicht aufgeben! Wir befinden uns auf der Zielgeraden.
Nach einem gelungenen Nachmittag endet die Verabredung mit Frank´s Entjungferung. Das erste gemeinsamen Herumfüßeln wird von der Drastik seiner Bilder dominiert.
Die letzte Einstellung zeigt eine unvergessliche Nahaufnahme:
Eine pilzbefallene Zehenrankelei auf deren horniger Spitze sich blutig eingewachsene Nägel aus ihrer eitrigen Wurzel zur kollektiven Verkeilung vereinen um sich bei gleichbleibender Geilheit in den Höhepunkt zu rubbeln.
Puuuhhh....Geschafft!
(Einschaltquoten nach Ende der Übertragung: gerade mal 3 deutsche Haushalte...)
DIAGNOSE: EIN BEWERBUNGSGESPRÄCH UNTER FREUNDEN:
Die Ausstrahlung ist beendet. Die Mission fast erfüllt. Nachdem das RTL-MCP die Brisanz der soeben gesendeten "Unterhaltung" realisiert hat leitet es den sofortigen Selbstzerstörungsmechanismus ein. Ein Funkenregen bricht aus. Unter leidgeplagten Dampfen und Fiepen vollzieht sich der Untergang dieser Teufelsmaschine. Der Systemsuizid endet nahezu menschlich: Der letzte Atemzug ist ein finales Zischen mit dem die Maschine das letzte Geheimnis aus seinem Druckerschlund ausspuckt. Ein Stück Papier mit höchst vertraulichem Inhalt. Das ganze Unterfangen war nur Teil einer lang geplanten Verwirrstrategie, diente einzig und allein nur dem Ziel diesen Dokumentfetzen in unseren Besitz zu bringen. Die Architektur des Senders beginnt zu ächzen und zu stöhnen. Stahlträgergeräusche die den baldigen Einsturz ankündigen. Der Countdown der Implosion ist zwar bereits eingeleitet worden was uns aber nicht daran hindert das örtliche Laminiergerät für die Schriftstückveredelung zu benutzen und somit dessen Einzigartigkeit zu unterstreichen. Soviel Zeit muß sein. Mit der gleichen Methodik die uns schon das Eindringen erleichterte, entkommen wir diesen düsteren Hallen. Noch nie klang unser Repertoire an standardisierten Höflichkeitsfloskeln selbstbewusster, nie präziser ausformuliert. Das Hinauskomplimentieren erweist sich als Kinderspiel. Wir gehen als Gewinner vom Feld. Zurück an der frischen Luft nutzen wir die ausbrechende Panik um unterzutauchen.
"DAS PARAPHILIE-DILEMMA"
Wohl jeder dies verstehen will, auf Franks Schoß hält keine still, ganz weiß die Hand vom Klammergriff, die Luft durchsetzt von Stunk und Siff, sanft' Pfote thront auf seinen Klöten, klein Muschi starr vor Angst und Nöten, der geile Sack fast ohne Zähne, wie scheiße aus sieht seine Mähne, ganz ledrig ist sein alter Leib, so faltig wie ein Truthahnweib, Zoophilie ist nicht human, siehe Leda mit dem Schwan, wer treibt es schon mit Federvieh, auch wenn man hat ein Alibi, im Falle des Herrn Moderlumpen, soll er seinen Schwengel pumpen, und bleibt sie schlaff die olle Nudel, dann hilft da auch kein Katzenrudel, denn es wurde ganz vergessen, sein Hoden der ist derb zerfressen, so steht Sex nicht zur Option, dank erektiler Dysfunktion...
LYRIK by MAKAI
Nachdem wir in eine unauffällige Kölner Pilsstube eingekehrt sind beginnen wir unseren Fund zu studieren. Es handelt sich um drei Adressen. Drei deutsche Haushalte mit registrierten Fernsehgeräten. Die Besitzer dieser Apparate sind eine offensichtliche Bedrohung für jeden Vertreter der intellektuellen Bildungs-Elite des Landes. Die einzigen Menschen die bei unser Sondersendung nicht abgeschaltet haben. Die Geschmacklosigkeit in ihrer ganzen Tragweite wurde von diesen Gehirn-Grobianen als reinste Unterhaltung empfunden. Das sind sie also, die Namen der ultimativen Platzhirsche in Sachen Niveaulosigkeit. Völlige Vollpfosten. Die letzten Sofa-Diktatoren. Endlich ist es uns gelungen ihre Existenz nachzuweisen! Und besser noch: Wir wissen jetzt sogar wo sie wohnen!
Bald werden wir die Wohnzimmer kennenlernen in denen in grauer Vorzeit Sitzfleisch und Sitzleder eine schicksalhafte Liason miteinander eingingen und jeden Sonntag, in fragende bereits im Abstumpfen begriffenen Kinderaugen, geleudnet wurde, dass es so etwas wie "Die Sendung mit der Maus" jemals gegeben hat. Es soll aber an dieser Stelle keineswegs der Anschein erweckt werden, wir würden irgendeinen Groll gegen diese lebenslahmen Lebensformen hegen. Unser Interesse ist von positiver Natur. Genaugenommen sogar beruflicher. Ihr erschreckendes Konsumverhalten bezüglich "gehirnlochfrassfördernder Sendeformate", ergibt bereits alleinstehend, ein Portfolio, das beeindruckender nicht sein könnte. Ich habe nun aber schon viel zu lange um den, bereits abgekühlten, Brei herumgeredet und sage es jetzt einfach frei heraus: Diese tittengeilen Hirnis sind vollkommen prädistiniert dafür die Posten in unserer Redaktion zu bekleiden, welche wir, aufgrund eigener Unfähigkeiten, nicht mehr in der Lage sind adäquat auszufüllen. Jetzt wird dem werten Leser auch hoffentlich bewusst, weswegen wir all diese Strapazen auf uns genommen haben. Es mag manchen Menschen recht sinnlos erscheinen, dass gerade wir uns, als leitende Führungskräfte, auf ein solch absurdes Unterfangen eingelassen haben, für uns jedoch kann es nicht sinnlos genug sein.
Diese Deppen passen genau in unser Profil. Sie erfüllen genau die Anforderungen die wir voraussetzen um die freistehenden Posten in unserer Redaktion angemessen bekleiden zu können. Jeder Angestellte weiß doch wie wichtig es ist Kollegen zu haben auf die man sich verlassen kann. Mitfühlend und mitanpackend stehen sie dir bereitwillig zur Seite, schenken dir ein Lächeln in der tiefsten Not oder gießen dir frischen Kaffee in die bereits leereTasse. Sie sind herzallerliebste Individuuen von dufter Natur, eben jene die sich mit dem Gütesiegel einer "ehrlichen Haut" rühmen können. Wir brauchen sie nicht nur im Büro, wir brauchen sie auch in unseren Herzen. Und vielleicht werden diese Menschen, wenn wir ganz viel Glück haben, eines Tages, so Gott will, viel mehr als nur einfache Kollegen. Sie werden zu etwas was wir dringend gebraucht haben: Zu unseren Freunden. So hoffnungslos und niveaulos wie man es sich nur wünschen kann. Und das ist doch etwas was jeder von uns braucht...
DIE KRYPTISCHE UNBEGREIFLICHKEIT EINES BREMSGESPURTEN WASCHLAPPENS
ANALYSE:
Vor einigen Jahren machte ich die Bekanntschaft mit einem überdurchschnittlich hübschen Mädchen, derartig hübsch das selbst engste Freunde und Familienangehörige meinten ich sollte doch lieber wieder in meiner Liga weiterspielen anstatt eine demütigende Niederlage einzufahren.
Zu der damaligen Zeit Zeit noch mit einem ausgeprägten Selbstbewusstsein ausgestattet und durch eine strenge selbstauferlegte Evian und Hüttenkäse-Schwarzbrot Diät mit einem Teilzeit-Sixpack auf 400 Euro Basis (damals herrschten horrende Reformhauspreise) gesegnet, pfiff ich einfach auf all die gutgemeinten Ratschläge und ließ mir bevor ich in den Geschlechterkrieg zog, noch eine großzügige Badewanne After-Shave Marke Old Spice ein.
Durch diese amourös-flavouröse Taktik roch ich förmlich nach meiner selbst angedichteten Kampfansage:
"No!" can´t be for old men!
Derartig erfrischt konnte ich endlich den ersten Schritt wagen und die Telefonnummer wählen die mir die unbekannte Schönheit am vergangenen exzessiven Disko-Wochenende mit ihrem türkisfarbenen Glitter-Lip-Gloss auf die Rückseite meines leoparden-fleckgemusterten Sport-Tanga gekrakelt hatte.
Schon am Telefon gab ich mich bemüht kultiviert, quasselte also von den mir bekannten Studentenbistros, die Mannigfaltigkeit der dort aushängenden Milchkaffeekarten und den spezifischen Lernstoff, auf dem es sich nach dem Verzehr eines Schinken-Käse-Baguettes am Verdaulichsten büffeln lässt.
Praktizierende Singlebörsenbesucher sind meistens Arm dran Für ein Blind-Date mit Bartel, geben manche Menschen jedoch ihren rechten Arm...
Nachdem ich mich relativ schnell in den Leerlauf geredet hatte, einigten wir uns darauf eine neutralere, unparteiische Lokalität für die erste gemeinsam-gegenseitige Lebensbeichte aufzusuchen. Wir einigten uns auf jene Starbucks-Filliale, die in unserer Stadt den schlechtesten Ruf weghatte. Einige Tage später betrat ich diese heruntergekommene Franchise-Spelunke mit Hosen, die mir nicht so recht passen wollten und die ich bereits gestrichen voll hatte und einem ausgemachten Frosch im Hals (French-Breakfast!). Sie hatte es sich direkt an der Theke bequem gemacht und in mir keimte eine böse Vorahnung das sich der bevorstehende Abend in eine ungemütliche Richtung entwickeln würde:
Anhand der Anzahl leerer Tassen die sich vor ihr türmten, erkannte ich, dass meine Verabredung gerade im Begriff war ihren siebzehnten Espressi zu exen!
Ihre zittriges Händchen umklammerte sogar gerade das winzige Grifflein eines, im Kuhflecken-Design elegant verzierten Koffein Kännchens um sich den nächsten mutspendenden Muntermacher einzuschenken.
Erleichtert wischte ich mir mit meinem Satin-Taschentuch den bereits ausgebrochenen Angstschweis von der Stirn, als mir bewusst wurde das ich wohl nicht die einzige Person des Abends war, die unter nervösen Liebeslampenfieber litt. Beim krampfhaften Versuch mein gewohntes Balzbetriebsklima zu erreichen, war auch ich ein klein wenig über das von mir angepeilte Ziel hinausgeschossen, indem ich schon am frühmorgens kurz nach dem Aufstehen, begonnen hatte mich dem unüberlegten überdosierten Missbrauchs zahl- bzw. wahlloser Stimulanzien hinzugeben. Angefangen hatte dies bei einem mittelgroßen Fläschchen "6-Ämter-Tropfen", ein wirklich fabelhaftes exklusives Likör der gehobenen Elite, wie mir der Verkäufer im Schnapsladen versicherte, nur um circa 50 Minuten später in einer der "besseren" Pils-Stuben der Stadt zu landen, wo ich ganz nonchalant versuchte, einer mir unbekannten aber dennoch seltsam vertraut wirkenden Person von mongolischer Herkunft, ihr letztes Crack-Bröckchen abzuschwatzen.
Nach einem kurzen aber heftigen Pläuschen mußten wir beide feststellen, dass wir keine große Lust auf banalen Small-Talk hatten. Nein, wir wollten das Tanzbein schwingen, dort sein wo die Hotte abgeht.
Auf eine Empfehlung des Wirtes hin (ein wirklich sanftmütiger Libanese) kehrten wir in ein örtliches Tanzlokal namens "Transpiria" ein, wo bereits der menschliche Schweis klobig und kalt von der Decke tropfte, obwohl scheinbar nur ein einziges Pärchen eine Art intensiven Ausdruckstanz auf´s Parkett legte.
Wir gesellten uns dazu. Das Bein nach links, der Arm nach rechts und dann noch ein Kurzer hinter die Binde gekippt. GLITSCH? Nein! Hatte ich sie wirklich geküsst?
"Im Durchfallkabinett des flotten Otto" Ein ex"press"ionistischer Klassiker der Stummfilmzeit inszeniert vom Meister des viel gescholtenen Diarrhoe-Dramas, Spritz Lang...
Es mußte so sein, denn auf einmal wollte sie schleunigst die Lokalität verlassen um den Abend in meiner Wohnhaftigkeit ausklingen zu laßen. Aufgeregt wie ich war ließ ich meinen zerflissenen Army-Parka am Kleiderhaken hängen, ergriff ihr bereits feuchtgetanztes Händchen und verließ die Örtlichkeit mit einem WUSCH! Zuhause angekommen mußte sie sich ihrer schmutzigen, äußeren H&M Hülle entledigen, weswegen sie eine zaghafte Frage äußerte, deren enorm erotische Tragweite sich mir zuerst langsam erschloss:
"Dürfte ich deine Dusche benutzen?"
Oh mein Gott! Da ich sämtliche Voyeur-Cams meines Badezimmers durch eine unheimliche Eingebung, bereits vor dem Weggehen eingeschaltet hatte, ahnte ich, dass Gott wohl einen höheren Plan verfolgte, der nach ihrer hygänischen Säuberung, unweigerlich auf den Geschlechtsverkehr hinauszulaufen schien. In diesem Moment beschloss ich die Kirchensteuer zukünftig wieder zu bezahlen! Impulsiv bejahte ich also ihre Frage und stolperte kurz ins Bad um meinem Damenbesuch frische, saubere Trockentücher auszulegen als auch eine kuschelige Jogging-Wohlfühlhose Marke Übergröße, die ich in mühevoller Handarbeit über Jahre hinweg selbst gebatikt hatte (ein altes nostalgisches Relikt aus meiner Zeit unter den Alternafiesen...). Als ich das Badezimmer und die Toilette für sauber genug empfand, winkte ich die stolze Doppel-X-Chromosom Besitzerin mit zitternder Hand hinein, und verließ den Raum dann ganz "Gentleman-like" um in der Küche einen Chai-Tee zuzubereiten. Als die Dusche rauschte wurde mir auf einmal Schreckliches bewusst: Durch das damalige exzessive Fröhnen meines durchwegs hedonistischen Lebensstil mußte ich tagtägliche Abstriche unter den Dingen des alltäglichen Gebrauchs in Kauf nehmen. Beispielsweise versäumte ich ständig den Kauf von solch essentiellen Hygiäneprodukten wie Toilettenpapier. In Ermangelung dessen mußte ich meist auf meine angeborenen Instinkte zurückgreifen und zweckentfremdete nach dem vollzogenen "Geschäft" stets einen, leicht angefeuchteten Waschlappen für die vollständige Säuberung meines Anus (das Innere des Allerwertesten).
Allein
schon der Gedanke an den bevorstehenden Geschlechtsakt mit einem
Weibchen kann das Männchen in einen krampfhaft ekstatischen Zustand unverklemmter Glückseligkeit versetzen. Nur
durch unkontrolliertes Suhlen und Wälzen im eigenen Ejakulat welches
frühzeitig vom Männchen ausgeschieden wird, ist eine Genesung von
Körper und Geist, teilweise möglich...
Durch den intensiven Gebrauch des immergleichen Lappens war die komplette Entfernung der somit entstandenen Bremspur (Kotflecken) nahezu unmöglich. Das arg lädierte Pflegeutensil wurde von mir nach dem täglichen Missbrauch immer wieder an den Duschhaken gehangen um nach dem Trockenwerden mühevoll saubergekratzt zu werden. An diesem Morgen jedoch hatte ich das Corpus Delikti in seiner ganzen versauten Pracht am Haken hängen gelassen. Als ich diese unglaublich peinliche Tatsache in meinem Kleinhirn
realisierte, hörte ich die ersten gedämpften Schreie des Ekels aus dem Badezimmer klingen!
DIAGNOSE:
Das Mädchen das aus der Dusche kam war plötzlich ein vollkommen anderes. Ihre Stimmung schien auf einmal betrübt, als sie, blass und leicht zitternd, mit einem leichten Sicherheitsabstand, neben mir auf dem Sofa Platz nahm. Um die gekippte Stimmung halbwegs zu retten schlug ich vor einen Film zu goutieren, und griff zur nächstbesten DVD, in meiner damals noch unsortierten Sammlung. BEGOTTEN sollte es sein. Ich dachte in meiner reinen Verzweiflung das es sich um ein Werk handelte das sich um das Thema "Begatten" drehte. Sex durch Porno? Das soll doch in manch anderen Fällen schon funktioniert haben.... Als die ersten Minuten von Elias Merhige´s krankhaften Fiebertraum anliefen, schien die Luft zum Schneiden dick. Nach circa 20 Minuten (eine gefühlte Ewigkeit also), verließ meine Verabredung wortlos meine Räumlichkeiten. Nicht einmal ein Gute Nacht Kuss war für den armen alten Bartel noch drin. Ich sah sie danach auch nie wieder. Warum ich an diesem Abend ausgerechnet vergessen hatte meinen Waschlappen zu entsorgen, habe ich nie verstanden. Genausowenig wie BEGOTTEN...
Wie ein Clown in Birkenstock (Schuhgröße 48,5!°) komme ich gerade aus meinem Wohnzimmer (das am Wochenende auch meist einer Zirkusarena gleichkommt) gewackelt um euch mit einem lachenden und einem weinenden Auge von Alex de la Iglesias neuester Vorführung zu berichten. Iglesia war Ende der 90er und vorallem im Videotheken-Sektor "everybodies darling" nachdem er mit "Action Mutante" einen geradezu rebellischen Einstand geleistet hatte. Schnell war er der passionierte Comiczeichner als eine Art "spanischer Tarantino" in aller Munde und dieses Brandmal schien ihm augenmerklich zu gefallen, versäumte er es doch kein einziges Mal, sich in allen seiner Werke, beim
"amerikanischen Meister des Sprechkäses"("the american maestro of speak-cheese")
in absolut jeder Hinsicht anzubiedern.
"I want YOU to babble ME a nice, fat speak-cheese sandwich
with an extra fat layer of double-dialogue on top! NOW SPEAK!"
Flotte Dialoge, schräge Charaktere und eine Portion überzeichnete, comicartige Gewalt waren meist die Merkmale seines filmischen Outputs. Mit "Perdita Durango" trieb er es dann in jeder Hinsicht auf die Spitze und schuf den wohl europäischten aller Tarantino-Klone. Als Dank gab es dafür mal wieder 2 spanische Goyas die bei ihm mittlerweilen aus dem Schrank quellen dürften. Da alle seine Filme in Spanien große Erfolge waren klopfte auch bald der Größenwahn an seinen Sombrero als er gerade unter einem schattigen Olivenbaum Siesta hielt. Mit "The Oxford Murders" verpflichtete er Michael Caine und Elija Wood um die beiden in einem hochgestochenen Thriller herumphilosophieren zu lassen, was am Ende jedoch niemand ausser seiner enttäuschten Fanbase zu Kenntnis nahm (und vielleicht noch einige masturbierende Mädels da sich der Oberhobbit hier hauptsächlich durch eine Nacktszene auszeichnen konnte..). "The Oxford Murders" hatte vorallem ein Problem: Iglesia versuchte hier verzweifelt ein ernstes, erwachsenes Werk abzuliefern das aber in keiner Szene auch nur ansatzweise den kindischen Charme seiner vorrangegangenen Lausbubenstreiche verströmte. Scheinbar gekränkt verkündete er das sich sein nächster Film mit spanischer Vergangenheitsbewältigung auseinandersetzen würde. Dem Franco-Regime und dessen Auswirkungen auf eine junge Liebe, Spanien und dem großen Ganzen. Größenwahnsinniges "Opus Magnus" ick hör dich trabsen! Wenn man so etwas hört färbt sich der "Bedeutungsschwangerschaftstest" natürlich moosgrün. Schuster bleib bei deinen Leisten!
Und dann das:
Als der Film schließlich 2010 auf den Filmfestspielen in Venedig seine Premiere feierte wurde er für mit den silbernen Löwen für die "beste Regie" ausgezeichnet.
Nachdem man sich ungläubig die Augen ausgewischt hatte um nocheinmal hinzusehen wurde auch schnell klar warum dem so war.
In der Jury hatte es sich ein alter Bekannter bequem gemacht.
Quentin Tarantino schien sich sichtlich geschmeichelt zu fühlen angesichts Iglesias jahrelanger Arschkriecherei und belohnte diesen letztendlich für all die Anstrengung und Drecksarbeit mit dem silbernen Löwen.
"Mein Schatz, mein Schatz!
Möge mein Mundschädel die Macht des Sprechkäsedialogs empfangen, die von Meister Quentin auf dieses heilige Totem-Tier übertragen wurde!"
Mit sprechkäsegesäumten Lobpreisungen des Meisters und einem hervorragenden Trailer ausgestattet brachte es der Streifen fertig die Vorfreudethermometer der Netz-Community zum Erglühen zu bringen.
Wer sich so tief bückt um seinem Gebieter ein leichtes, unbeschwertes Eindringen in den Anus zu ermöglichen hat doch wirklich ein Happy-End verdient, oder?
Das seltsame Phänomen des "Clown-Syndrom" ist noch weitgehend unerforscht:
Menschen die darunter leiden verlieren ihre persönliche modische Stilsicherheit
und jeglichen Sinn für Humor, was sie dann natürlich
jähzornig, reizbar und äußerst aggresssiv macht...
AKT II: ABLICHTEN EINES CLOWNS
oder DIE 4367 PERÜCKEN DER OPULENZ Zunächst einmal kann Entwarnung ausgesprochen werden. Die große historische Vergangenheitsbewältigung bleibt fast gänzlich aus. Zwar wird dieser Kuchen angeschnitten, aber vom übergewichtigen Regisseur schon ratzeputzekahl aufgefressen bevor das erste Stück auch nur ansatzweise den Rand des Gehirntellers der Zuschauer erreicht. Alle Diabetiker und Franco-Faschisten können also erleichtert ausatmen. Cholesterinkranke bekommen jedoch den Gnadenschuß. Iglesias nutzt die Thematik des Spaniens unter General Franco lediglich versatzstückartig um damit sein Anarcho-Alegria-Paella mit genug Metaebenen-Pfeffer anzureichern, in der Hoffnung die Schärfe möge unsere Geschmacksnerven lähmen.
Diese Assoziations-Allegorie die er im Vorspann versucht mit aller Macht auf die Spitze zu treiben, hat jedoch durchaus ihre propagandistischen Vorzüge:
Hier wird zu Marschmusik und spanischen Matadorgesängen eine popkulturelles Brainstorming heruntergerattert, das selbst Andy Warhol die Haare zu Berge hätte steigen lassen. Da werden scherenschnittartige Franco-Collagen mit Frankenstein und den Beatles sowie Hinrichtungsbildern zu einem anarchistischen Anachronismus par excellence verquickt.
Augenscheinlich will Iglesia hier wirklich das "Große Ganze" abstecken.
"Du verrückter, alter Bastard!", denkt man sich da nur und ist ernsthaft beeindruckt und trotz anfänglicher Skepsis sogar begeistert.
Die ersten Bilder der Vorgeschichte in der, der Clown gespielt von Santiago "Torente" Segura unfreiwillig in die Schlacht mit Francos Rebellen verstrickt wird, sind vorallem eins:
Wildes und pompöses Ausstattungskino mit Hang zur großen Geste und (wie sollte es anders sein) cartoonesk-übertriebener Gewalt...
Dies sorgt vorallem im Prolog für einige denkwürdige Leinwandmomente die einem wirklich das Gefühl vermitteln hier möglicherweise Zeuge eines wahren Meisterstücks zu werden.
Wir befinden uns im Jahre 1937 und Spanien steckt mitten im Bürgerkrieg.
Die faschistischen Rebellen (die Bösen) sind auf dem Vormarsch um die Regierung zu stürzen.
Deswegen wird die spanische Zivilbevölkerung zwangsrekrutiert um sich der Übermacht Francos zu erwehren. Da hält einem die Vergangenheit gleich mal den Spiegel vor.
Werden arbeitslose Blogger und die restliche deutsche journalistische Bohemé etwa auch in naher Zukunft bundeswehraufstockender Maßnahmen zum Opfer fallen?
Mich fröstelt bei diesem Gedanke.
Auch vor der Zirkusbelegschaft wird hier nicht halt gemacht und Segura wird mit seinen Kollegen an die Front gestellt mit nichts anderem als einer Machete bewaffnet und "still in drag".
Der kriegsgeile CoI. Enrique Lister gibt den Artisten einen Crashkurs in Sachen Party-Patriotismus und psychotischer Kriegsführung.
Umziehen ist nicht! Hier wird ordentlich aus der Tarantino-Mottenkiste zitiert bzw. dialogisiert:
CLOWN: "Can I change cIothes?"
COLONEL:
"No! A cIown with a machete...You'II scare the shit out of them!"
Kurz darauf brechen die Rebellen durch die Barrikaden und die letzte Bastion wirft sich ihnen wacker und todesmutig entgegen. Die Inszenierung dieses kriegerischen Auftakts gibt schon mal die Marschrichtung vor: Ausstattungstechnisch wird hier jedes Register gezogen. Materialschlacht und Krawallkostümierung gehen hier Hand in Hand. Auch behält der Col. Recht. Die Bilder vom macheteschwingenden "hack n´slaying" Clown und dessen aufgeschminkte, blutrauschverzerrte Grimasse gehören wohl zu den einprägsameren Bildern die Kino hervorbringen kann. Die Intensität der Schlacht erinnert an Spielbergs "Saving Privat Ryan" mit dem Unterschied das Tom Hanks dort den wahrlich dümmeren Clown abgegeben hat .
Wenn Filmemacher ihre Bilder bei anderen Filmemachern "clown" entstehen lustige, popkulturelle Verweise die ihre Vorbilder in völlig anderen Licht erscheinen lassen:
Das Steven Spielbergs "SAVING PRIVATE RYAN" bspw. ein absoluter Witz ist,
sollte dem Betrachter eigentlich auch ohne dieses Bild klar werden!
Francos Schergen sind jedoch in der Übermacht und dezimieren den Widerstand restlos. Die sofortige Hinrichtung bleibt dem überlebenden Clown erspart. ringt doch die beispielslose Schlachtplatte, die er unter seinen Gegnern hinterlassen hat dem faschistischen Teamleiter den nötigen Respekt ab, so dass dieser ihm das kleinere Übel gewährt. Lebenslang im Arbeitslager! Eine Strafe die für den Siesta-liebenden Spanier weitaus schlimmer ist als der Tod. Dort bekommt Papa-Clown Besuch von seinem besorgten Sprössling Javier, und ein klein wenig Zeit die Vater-Sohn Beziehung für den Zuschauer emotional auszubauen. Der Berufswunsch des Sohnes wird allerdings im Keim erstickt. Um ein "lustiger Clown" zu werden fehle ihm doch die nötige Lebenserfahrung. Wer in Kriegszuständen ohne Mutterliebe aufwächst und immer nur Gewalt und Leiden zu Gesicht bekam, hat nur eine Karriereoption: Sein Los ist es für ewig den "traurigen Clown" zu spielen. Der Junge mag sich damit jedoch nicht abfinden. Wie soll man denn als trauriger Clown jemals geliebt werden? Der empörten Frage haftet schon jetzt eine abgrundtiefe Verzweiflung an welche den Knaben mehr denn je für diesen Job prädestinieren würde. Bei einer solchen Dramatik kommen auch mir fast die Tränen denn auch meine Mutter predigte mir ständig wenn ich mal wieder über das liebe Leid mit den Frauen klagte: Wer jeden Tag ein solches Gesicht zieht der bekommt freilich kein Mädel ab! Die Endgültigkeit seines Schicksals die ihm Papa prophezeit ist für den Sohn ein Schlag ins Gesicht weswegen ihn sein Alter eine zusätzliche (vom pädagogischen Wert jedoch äußerst fragwürdige) Alternative, mit auf den Weg gibt:
"Ease your pain with revenge!"
Rache? Aus den koreanischen Filmen der jüngsten Vergangenheit haben wir doch alle gelernt das Rache niemals die Lösung sein kann! Sie macht alles nur noch schlimmer. Same here.
Aber dazu später mehr...
AKT III:
ABRICHTEN EINES CLOWNS
oder "BITCH to the FUTURE"...
Zeitsprung....WOOOSH!...und schon befinden wir uns im Jahre 1973.
Hier wird kräftig an der Zeittafel gedreht denn ein Zifferntausch ist wirkungsvoller als jeder Flux-Kompensator.
Aus 1937 wird 1973 und seltsamerweise sieht unser Held Javier, der mittlerweilen Ende 40 sein müsste, aus wie ein leicht fülliger Mittzwanziger (und auch ein klein wenig wie Andy Kaufman). Ob dies die Absicht des Regisseurs war ist stark anzunehmen denn bei einer hippen Ausstattungsorgie dürfen natürlich die schrillen 70er nicht fehlen.
Apropos Ausstattung: Zum fröhlichen Regieringelreihen gesellt sich nun auch Alexander Jodorowsky hinzu, aus dessen "SANTA SANGRE" jetzt reichlich zitiert, kopiert und visualisiert werden darf.
Nicht nur der Zirkus, in welchem die weitere Geschichte spielt, scheint haargenau aus dem surrealistischen Meisterwerk, des beliebten argentinischen Verwirrten entnommen zu sein, sondern auch dessen angehörige Artistentruppe. Diese ist ein illustrer Haufen aus den üblichen Stammschauspielern unseres spanischen Superbullen. Javiers vorprophezeites Schicksal hat sich (nach läppischen 36 Jährchen) schlussendlich bewahrheitet:
Er hat den Arbeitsvertrag als trauriger Clown in der Tasche!
"Veronika, die Opulenz ist da..., Statisten singen Tralala...,
das ganze Set ist wie verhext..., Veronika, das Budget wächst!"
Diese Rolle meistert der Schauspieler Carlos Areces mit überzeugter, welpenblickender milchbübischer Mimik. Den Rest erledigt das Clown-Makeup.
Mit einigen Kamerakreiseln- und Frivolfahrten stellt uns Iglesia die restliche Artistentruppe vor, die allesamt aus komödiantischen Knallchargen zu bestehen scheint.
Ihr unsäglichster Vertreter ist eine stuntmotorradfahrende "Evil Knievel" Nervensäge, die ständig an der Feinjustierung sowohl ihres Antriebs als auch ihrer eigenen Überflüssigkeit arbeiten muß.
Wäre das Drehbuch ein klein wenig gnädiger würde ihr das auch gelingen, doch leider wird ihr vom Drehbuch der Diplomatenstatus als "Running-Gag-Gecke" verliehen und so darf sie (in nur 107 Minuten Spielfilmlänge) gefühlte 150 Mal vollmotorisiert an die Wand krachen. Fast am Ende einer jeden Szene sieht man das Mofa samt Fahrer gegen jegliche Art von Barriere knallen! Der kreative inszenatorische Esprit dieser Szenen winkt dabei stets mit einem Zaunpfahl auf dem irgendein Kunstkrawallschnitzer die Worte "Jean Pierre Jeunet´s verträumt-marode Märchenwelt" eingraviert hat!
Der verträumte Peter Pan des französischen Kinos darf hier also auch noch Pate stehen. Hier wird also schamlos mit dem K.K.K.K.(Kreativ-Kino-Kasperla-Kreisverband) sympathisiert in dem Iglesias nach diesem Ausfluss durchaus Ehrenmitgliedstatus geniessen dürfte.Nun bekommt der geduldige (bereits gereizte aber immer noch leicht zu begeisternde) Zuschauer einen der Lichtblicke in dieser Nummernrevue serviert:
Auftritt Sergio! Seines Zeichens misogyner, frauenmisshandelnder, hasserfüllter, psychotischer, alkoholabhängiger, aggressiver und misantrophischer Soziophat und gleichzeitig auch der "lustige" Clown der vom Publikum und den Kindern abgöttisch geliebt wird. Er ist der einzige Grund warum das ranzige Zirkuszelt überhaupt noch Besucherzahlen verbuchen kann und darf auch den denkwürdigsten One-Liner des ganzen Films zum Besten geben.
Manchmal ist ein feiner One-Liner und ein klein wenig
Eye-Liner alles was es braucht...
Antonio de la Torre gibt den assozialen Fiesling derart überzeugend, dass die schauspielerische Blässe der restlichen Belegschaft, doppelt so stark zu Tage tritt. Wenn dieser Kerl, sturzbesoffen aber beherrscht, aus seinem schier unerschöpflichen Reportoire aus Totgeburtenwitzen einen zum Besten gibt, scheint die restliche cinematographische Zeit still zu stehen. In diesen Momenten scheint der "Zauber des Kinos" schier greifbar zu sein.
Leider bewahrheitet sich kurze Zeit später eine der grausamsten, altklugen Lebensweisheiten die mir je von meiner Oma mit auf den Weg gegeben wurde.Diese pflegte stets zu sagen:
"Nach Lachen kommt Weinen!"
Und auch hier sollte sie wieder mal Recht bekommen.
Auftritt Natalie aka "The Bitch who leapt through time"...
Sie ist nicht nur Sergios Verlobte sondern auch noch die von allen begehrte Knüpferin des Fallstricks der die ganze Inszenierung zum Sturz bringen wird. Diese bis zum Erbrechen übersexualisierte, bondagebegeisterte, masochistische Seiltänzerin ist die Versinnbildlichung des wahrhaften Bösen. Ihr Erscheinen läutet den Niedergang von Iglesias Manegenwitz ein. Der Sprechkäse mutiert zum Brechkäse. Der Tarantillsiter fängt an zu Riechen. Selten habe ich eine solch enorme Antipathie für eine weibliche Hauptrolle empfunden wie es hier der Fall war.
Nach wenigen Filmsekunden gelingt es ihr die hechelnde Clownswelpe Javier nach vaginaler Art des Hauses abzurichten um ihn gegen den sanften Sarkast Sergio aufzuhetzen.
Sie eleminiert jegliche Form der Dramaturgie und setzt sich sogar über alle zeitlichen Barrieren hinweg die ihren teuflischen Plänen im Weg stehen.
Alex de la Iglesia mutiert zum notgeilen Bock und hüllt die Furie auch noch in die schwülstigsten, unerotischten Bilder die je einer Altherrenfantasie zu entspringen vermochten. Noch nie zuvor wurde ein Dekoltee mit einer derart manigfaltigen Anzahl andersartiger Kameraeinstellungen ausgespäht. Gefühlte 4367 unterschiedliche Wischmobversatzstücke trägt dieses uncharmante Chameläon auf seiner Hauptquadratur und stellt damit ein filmhistorisch wohl unvergleichliches Panoptikum der Perückenpervertierung zur Schau.
Das Perückenphänomen: Erst ohne den schützenden Wischmob ihres künstlichen Haupthaars, offenbart sich dem Betrachter das ganze, gemeine ungeschminkte Angesicht des menschlichen Debakels welches den Namen Carolina Bang trägt...
Mit dem eregierten Taktstab der Regie, bekommt das Weib auch noch vollends den Rücken gestärkt und bugsiert den Lümmel direkt auf die "Fast-Forward" Taste. Javier´s unterwürfige Liebe, die jähzornige Eifersucht, die blutige Eskalation der Dreiecksbeziehung und einige (bei diesem Handlungs-Einspritzanlagen-Tempo) schwer nachzuvollziehende Wandlungen der Charaktere, werden in wenigen Minuten heruntergerattert und auf die Ständerspitze getrieben.
Das Praktizieren der Seilkunst erleichtert ihr das Flechten eines Handlungsfallstricks ungemein!
Frauenheld Sergio versuchte der "Evil Bitch" anfangs noch mit einigen verzweifelten (Frauenhasser mögen es "uninspiriert" nennen...) Tritten und Schlägen Einhalt zu gebieten, aber selbst er ist gegen einen Beischlafautorisierung des Regisseurs machtlos. Der mit Vorsicht und Zärtlichkeit gepflanzte Setzling , aus dessen grundsoliden Bestandteilen ("Vollsuff", "Kopfnuss" und "schlechten Witzen"), das innige Pflänzchen einer Jungsfreundschaft zwischen zwei Hampelmännern hätte knospen können, wird von der bösen Unkrauthexe in Grund und Boden gestampft.
Als ob das ganze Erscheinungsbild der Rolle nicht schon ordinär genug wäre schimpft sich deren ätzende Aktrice allen Ernstes auch noch "Carolina Bang" (...wie bitte???)!
Mit einem Rufnamen der Sie zu einem Pornosternchen prädestiniert, wäre durchaus die Chance auf die entkleidete "leading role" in einem anspruchsvollen Rudelbumsepos drinnen gewesen, leider Gottes aber entschied sich "die Bang" lieber dafür einem vielversprechenden Werk den künstlerischen Garaus zu machen.
Nachdem der unglücklich verliebte, jetzt gar todtraurige Javier, rasend vor Eifersucht, dem armen Sergio ein neues Mimik-Makeover der Marke "Hackfleisch" verpasst hat, fällt er dem Wahnsinn anheim.
Vollkommen nackig flüchtet er in die Wälder und durchlebt eine Umschulung die aus dem tristen Clown einen Kaspar Hauser werden lässt.
Der menschlichen Sprache nicht mehr fähig wird er von vorbeimaschierenden Faschisten eingesackt und zu General Franco´s Schosshund degradiert, ist jedoch nicht fähig die Probezeit zu bestehen.
Stattdessen seift sich der verrückte Kerl lieber selbst mit Bleiche ein und brennt sich mit dem Bügeleisen ein paar lustige Muster auf die Backen.
Wirklich zum Schießen: Der katholische Knallfrosch Papa Razzi beim Verkünden der frohen Botschaft!
Als deformierter Märchenprinz versucht er ein letztes Mal bei der bösen "Bang-Bang" zu landen, muss jedoch feststellen das diese, aufgrund seiner hübscheren Gesichtsentstellungen, wieder mit Sergio angebandelt hat. Also besinnt er sich auf Papa´s Papperlapapp-Prophezeiung zurück und versucht den Liebeskummer mit Hilfe eines ausufernden Amoklaufs zu kurieren. Im hysterischen Showdown wird mal schnell an Franco´s Kriegerdenkmal, dem riesigen Kreuz im "Valle de los Caídos" hochgekraxelt um auf dessen Spitze ganz dummdreist King Kong und Tim Burton zu zitieren. Plötzlich ist Prinzessin Pimperlotte unentschieden, welche der beiden Stimmungskanonen sich ihrer finalen Abseilung würdig erwiesen hat und versucht ein wenig Bedenkzeit herauszuschinden indem sie zusammenhanglos, Liebesbekundungen der Marke "Schüttelspeer" hysterisch vor sich herzitiert.Wenigstens ist das Luder so fair und beendet das wirre Kasperletheater auf die einzig konsequente Art und Weise:
Urplötzlich verkündet sie ihren derzeitigen Beziehungsstatus der überraschenderweise um eine dritte Person aktualisiert wurde. Somit leistet sie den finalen Offenbarungseid der sich als fieser Plot-Twist allererster Sahne erweist. Die grausame Wahrheit ist von solch enormer Explosivität das sie glatt den fiktiven Handlungsrahmen sprengt um das ganze Drama in unsere Realität hinüberzuführen!
Aus dem Anfangs rein professionellen Arbeitsverhältnis zwischen Actricé (Arschritze) und Regie wurde schnell "mehr" als nur ein schlechter Film.
Filmemacher und Darstellerin halten Händchen.
Derartig zum Narren gehalten bleibt unseren Lausbuben nichts anderes übrig als sich ihrer Libido zu entledigen und die Waffen zu strecken: Zwar endet der Film mit einer einprägsam-grandios-grausigen Einstellung, die aber leider auch nicht mehr darüber hinwegtäuschen kann das dieser Zirkus seinen Namen alle Ehre macht: Er ist wirklich das Allerletzte!
"Sie ist wirklich genau mein DING!" Der Regisseur und sein "DING" lachen dem Publikum ins Gesicht. Diese Liason ist nichts Geringeres als der Untergang des Abendlandes...
AKT IV: ANSICHTEN EINES CLOWNS
DER TRAURIGE CLOWN BARTELINO STEHT
ALLEINE MOTZEND IN DER MISOGYN-MANEGE
Carolina Bang und Alex de la Iglesia sind seit den Dreharbeiten wirklich ein Paar,
was die spanische Medienlandschaft natürlich ganz verrückt gemacht hat und die Tatsache, das hier die künstlerische Vision einer banalen triebgesteuerten Lolita-Liason Platz gemacht hat, völlig in den Hintergrund drängt. Für Iglesia ist zu hoffen das ihn seine blutjunge Schnalle vorzeitig die Lichter ausvögelt bevor er uns mit einem woody-allenesken Alterswerk, welches die Trennung von seiner blutjungen Nymphe thematisiert, belästigen kann.
Nur wer Zeuge all der vergeudeten Möglichkeiten geworden ist die "THE LAST CIRCUS" zu bieten imstande gewesen wäre, wird verstehen warum hier nur noch zynische Bitterkeit angebracht werden kann.
Leider habe ich heute nicht ausreichend Clown gefrühstückt damit ich mir auch nur ansatzweise das aufgezwungenste Lächeln abringen könnte.
Tut mir wirklich leid...
So gern ich dieses gutgemeinte HottenTotten auch lieb haben würde, es wird einfach zu sehr vom regisseurellen Herumgeturtel überschattet.
Aber klar,... das Fantasy Filmfest wird kommen, steht sozusagen schon vor der Tür, und bis dahin wird diese ganze schandhafte Schose zu einem selbstgefälligen Selbstläufer sondersgleichen aufgeblasen worden sein.
Wenn man schon die Geschichte einer Liebe erzählen will die so ergreifend ist das die Protagonisten in den Wahnsinn getrieben werden und bereit sind für diese zu töten, dann sollte man das entsprechende "Objekt der Begierde" auch mit einer Hauptdarstellerin bekleiden die diesen Anforderungen auch gerecht wird.
Carolina Bang mag eine altersgerechte Wichsvorlage sein, jedoch eine ernstzunehmende oder gar sympathische Schauspielerin in diese Dame hineinzuinterpretieren ist jedoch allenfalls ein schlechter Witz.
Ein Balisto Tristo, eine Art geschmackloser Retorten-Müsli!
Auch trägt Seniora Bang die alleinige Schuld wenn in Zukunft so lautmalerischen Wörtern wie "Bangladesch", "Gang-Bang" oder "Bankier", ein ekelhaft bitterer Beigeschmack anhaftet.