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Montag, 15. Januar 2024

DEEP WATER (2022)



Wer bei dem Gedanken, über zwei Stunden lang in Ben Afflecks traurige Hundeaugen zu starren, in erotische Stimmung versetzt wird und das Fremdgebumse der amerikanischen High society für ein hochspannendes Thema hält, für den könnte DEEP WATER der wohl schärfste Erotik Thriller seit den frühen 90ern werden.
Sagen wir es mal so:
Damals mit 12 Jahren war ich stolzer Besitzer einer völlig durchgenudelten VHS Kassette auf der ich immer wieder heimlich mit dem Videorekorder meiner Eltern, die  "Höhepunkte"  der deutschen Fernsehlandschaft aufnahm.
Also so ziemlich alles was in der TV Spielfilm mindestens zwei von drei Erotikpunkten bekommen hatte.
Ich war gerade noch in dem Alter in dem Brüste interessant, Pornografie jedoch viel zu verstörend war.
Jane March mit Bruce Willis und einem ZDF Zeichen in der linken oberen Ecke, in einem Pool pimpern zu sehen war somit quasi das Höchste der Gefühle.
DEEP WATER wäre damals unter Garantie von mir,
unges(t)ehen wieder mit dem nächsten 3 Punkte Rubbler überspielt worden.
Profitipp für alle die es eilig haben:
Ana de Armas Brüste 17:14
So geht hochseriöser Filmjournalismus!


 

Dienstag, 5. Februar 2013

To the Wonder - Traileranalyse


ESOTERISCHER KRUPPHUSTEN
 Hallo, Terrence Malick, ich mag Sie nicht!

"...auch wenn Sie gefühlte 1000 Mal die Sonne durch ein paar Äste hindurch filmen, in Ihrer eigenen analen Selbstverliebtheit schwelgen und jeden Frame bis zur auto-onanischen Selbstbefleckung ausdehnen, dass einem fast die Kotze dabei hochkommt, dann werden Sie dadurch noch lange nicht zur regisseurellen Gottheit. Ihr Film ist nichts weiter als ein überlanger animierter Eso-Kitschkalender, den sich wohl eine Mittvierzigerin in den Wechseljahren erdachte, durchsetzt mit widerlichen Katholizismen und einer vor Manierismen strotzenden musikalischen Untermalung, die Erinnerungen an schmelzenden Käse hervorruft. Ich fühle mich missbraucht und beschmutzt und möchte meine verlorene Zeit wieder haben.
"The Tree of Life" hat nichts, aber auch gar nichts mit Kubricks "2001" gemein, auch wenn das ein paar Fachpresse-Heinis gerne behaupten; bilden Sie sich diesbezüglich bloß nichts ein. Ihr zelluloider Gottkomplex ist einfach nicht zu ertragen..."


Herp Derp

...schrieb ich einst dem mit allen Schäumen geschlagenen Fassbrause-Yuppie, der immer so lustig-verschroben guckt. Er muss das gelesen haben, wieso sonst hätte er wohl "The Tree of Life" überarbeitet und Charaktere wie auch die Settings durch ein horrend aufwendiges Verfahren digital verändert. Nur um uns alle zu ärgern! Man spricht daher vom dreistesten Director's Cut der Filmgeschichte, weil der Malle das als neuen Film verkauft.

Kaum ist der Baum des Lebens morsch geworden, da würgt der Malick wie die Katze ihr Gewöll einen durch Krupphusten gelösten Schleimknödel in die Welt, dessen Oberfläche zwar einladend glänzt, in seinem tiefsten Innern jedoch gar garstige Krankheiterreger verbirgt. Der Olga schmeckt das ganz und gar nicht...aber wer hats schon gerne, wenn einem der Ben ins Genick schnauft?


Und dann klaut er auch noch bei James Broughton und schämt sich nicht einmal dafür...



Aber nun gut, hier der Trailer zu "To the Wonder", haltet die Fenster geschlossen und Kotztüten bereit:

Analyse
Ben Affleck beim bedeutungsschwangeren Flanieren durch Wald und Flur zu begaffen, ist an unfreiwilliger Komik wohl nicht mehr zu übertreffen. Dabei greift Malick erneut in die Vollen und liefert seinen formvollendeten Ästhetik-Scheiß mit dem Schaufelradbagger: Gerade möchte man Luft holen, da klatscht einem schon die nächste Ladung Eso-Schnodder ins Gesicht, der einen gleichzeitig erstickt, zerquetscht und wund scheuert. Im Anschluss an diesen knapp zweiminütigen Psychoterror musste ich erstmal duschen gehen, und zwar mit meinen Klamotten am Leib, um diesen Schnulzfurz aus jeder noch so kleinen Faser zu entfernen.
Der tölpelhafte Move mit den sich berührenden Händen, das "schaut mal alle her wie geil ich die Sonne filmen tu!", das Unding, jemanden mit flatterndem Kleidchen und aggressiv ausgebreiteten Armen über einen Acker hopsen und dazu konstant arschgeil die Kamera kreisen zu lassen, als wäre Lakitu höchstpersönlich der Steadycam-Operator...das alles verquirlt sich zu einem monumentalen Haufen Arschmüll, vor dessen Projektion die Leinwand am liebsten flüchten würde...wäre sie nicht festgenagelt, das arme Ding.


Das kann ja H(eiter) werden...

Samstag, 28. Juli 2012

Django Unchained - Traileranalyse

                                                            
DJANGO UNCHAINED
DER RASSELNDE SPRECHKÄSE
oder
KESSER KETTENKULTKRACHER FÜR CONNAISSEURE

ACHTUNG:
Wir empfehlen vor dem Goutieren der Expertise die vorherige Sichtung des Trailers auf dem diese beruht, da sich dem schwachen Geist ansonsten die komplette psychologische Tiefe der Analyse verschließen könnte!


Nach diesem Trailer werden werden sich wohl alle alten und neudazugeborenen Taran-Teenies vor Entzücken büschelweise die Haare ausreißen. Das Ganze scheint ja nicht nur die Handschrift des “Meisters” zu tragen (…im Gegensatz zu all dem “Heftig-Hippen-Direct-for-the-Videomarkt-Gedröhns” welches lediglich vom Allmächtigen präsentiert-geadelt wurde…) sondern ausnahmsweise auch mal wirklich wieder von ihm selbst kopiert worden zu sein! Aus jeder Filmritzensekunde des Trailers strömt das kräftige dialogisierte Sprechkäse-Aroma wie es nur einmalig aus der originalen quentischen Marketing-Molkerei stammen kann.
Auch die musikalische Untermalung steht ganz im Zeichen der alten
“Der definitive Soundtrack für den nächsten Bong&5KästenBier-Budenzauber” Schule.
"...AND THE SPRECHKÄSE GOES TO..."
Christoph Waltz kann es nicht fassen: Durch sein intensives Spiel
bei den Bastarden, ist nun auch er stolzer Besitzer eines tarantinoesken Sprechkäses
aus original quentinischer Herkunft!
Damit dann auch wirkllich jeder weiß von welchem Popkulturverweiszitatsmassaker hier die Rede ist, spielt sich unser “Mann in Hollywood” Chris – THE FIRE – Waltz erneut einen Ast und macht für Meister Tino erneut den goldigsten aller akademisch-korrekten Deja-Vu-Darstellungstricks: Den doppelten Landa rückwärts a la Spagetthi Western.
Von einem solch kauzig-kantigen Spiel bis in die letzte Milchhautpore erschüttert und inspiriert, wächst selbst einer gestandenen Charakter-Memme wie Leo DasCaprio auf wundersame Weise ein Method-Muschi-Milchbärtchen was seine Rolle erst auf das nötige Meta-Mimosen-Ebenen-Niveau hievt. Jetzt fehlt nur noch Franco Nero der sich der ehrenhaften Aufgabe annimmt um den restlichen mürrisch vor sich hin kritisierenden “Sowas zeckt bei mir nicht mehr!”-Mündern den Mantel des Schweigens (lyrisch für “Maulkorb”) überzustreifen, um sie dann sicher zu ihrem Rollstuhl zu geleiten. Ich freu mir einen Solarscheinwerfer aus den Hintern und vertraue an dieser Stelle einfach mal dem Prädikat “Filmhistorisch Wertvoll” welches DJANGO UNCHAINED bereits vor Kinostart vom amerikanischen Prüfungsausschluss
führender “K-K-K” Klan (“Krasser-Kult-Knaller”) Persönlichkeiten, verliehen wurde. Dat wird ne Gaudi!

Samstag, 28. April 2012

Captain America - The First Avenger (2011)


CAPTAIN AMERICA 
(oder 'Der Patriot in Stützstrümpfen')

Mit Captain America habe ich wieder einen Versuch gestartet, mir das (mehr oder weniger) -aktuelle- Hollywood Filmgeschehen schmackhaft zu machen, da doch einige Kritiken den Film sehr gelobt haben. Im Folgenden möchte ich mich zu dem Film jedoch relativ kurz fassen, da er es in meinen Augen nicht verdient hat, viel Zeit in die professionelle Analyse zu stecken.

Marvel Comics führt nun mit Captain America den vierten Charakter des Superheldenteams 'The Avengers' ein, die im Frühjahr 2012 zusammen auf der Leinwand erscheinen sollen. Nach Iron Man, dem unglaublichen Hulk und Thor kommt nun der qualitative Absch(l)uss des Jahr 2011.
[Spoiler] Das Ganze geht allerdings gewaltig in die Hose. [Spoiler Ende]
Sogar der Kapitän persönlich, will vor Verkaufsbeginn der DVD einfach nur so schnell wie möglich weg.
Zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs, wird ein schmächtiges Bürschchen, das trotz mittleren Alters ständig gemobbt und verprügelt wird, auf einer Veranstaltung von Abraham Erskine (ein deutschstämmiger Wissenschaftler, der aber für Amerika mit Reagenzgläsern spielt) beobachtet und lieb gewonnen. Das schmächtige Bürschchen trägt den Namen Steve Rogers und glänzt nicht durch Muskelkraft oder Körpergröße, sondern durch einen stark ausgeprägten Patriotismus und hübsche Augen. Leider helfen ihm diese Eigenschaften nicht, zur Army zugelassen zu werden, um seinem Vaterland gegen die Nazis zu dienen.
Durch seinen Einfluss schafft es Mr. Erskine jedoch, den Zwerg ins Militär zu bringen, da er nämlich viel mit dem kleinen Mann vor hat. Nicht nur streicheln möchte er ihn, nein, er will ihn auch als Prototypen für ein top-secret Projekt der Regierung, das mit Hilfe von selbstgezüchteten Power-Steroiden eine neue Art von Supersoldaten schaffen soll.
In Deutschland dürfen Polizisten - uniformiert - umsonst Zug fahren. In den Staaten müssen andere Rabattverträge ausgehandelt werden, wie z.B. für Teppiche.
Nachdem Rogers schon beim Training heroische Taten vollbringt, wird ihm das Projekt vorgeschlagen, wovon der Ausbilder (gespielt von Tommy Lee Jones - wohl der einzige, der seine Rolle im Film glaubwürdig rüber bringt) gar nicht begeistert ist, er hätte lieber einen richtigen Soldaten. Professor Stark jedoch, sieht in seinem kleinen Liebling mehr als nur dünne Ärmchen und besteht darauf, dass sein Favorit die Body-Pimpage erfahren soll. Wer weiß, was außer den Muskeln noch alles wächst...
Vorher - nachher! Da ging wohl was in die Hose. Der beim ersten Versuch noch unerprobte Wirkstoff machte aus einem erst strammen Weiberheld, ein unscheinbares, traurig drein guckendes G-Ei.
Nach der Prozedur, ist aus dem Bürschchen doch tatsächlich ein Mann geworden. Er ist größer, stärker und schneller, was er auch gleich auf die Probe stellen darf, nachdem ein Nazi-Spion mit dem letzten Fläschchen Powerade die Biege macht. Nach einer wilden Verfolgungsjagt, bei der Rogers nebenbei noch einen kleinen Jungen rettet, schafft er es den Spion zu stellen, wobei jedoch das Fläschchen zerbricht. Das war es leider mit der neuen Reihe von Supersoldaten, aber immmerhin haben sie ja nun den einen. Durch die Verfolgungsjagt wurde die Öffentlichkeit natürlich auf den mysteriösen Helden aufmerksam, schon am nächsten Tag schmückt er die Titelseite der Zeitung.
Die Regierung will ihr neues Spielzeug jedoch nicht auf die Nazis loslassen, sondern erstmal auf Bühnen, vor Kameras und Publikum. Lächerliches, bunt zusammengewürfeltes Kostüm mit schicken Strumpfhosen inklusive.
Perfekt einstudierte Choreographie, heroisches Wappenschild, Captain AMERICAs' Auftritt ist nur einer von vielen landesweiten Propaganda-Shows, die allerdings nur die patriotischen, amerikanischen Kinosäle begeistern dürften.
Als der Captain jedoch von einer Bataillon gefangener US-Soldaten erfährt, in der auch sein bester Kumpel stationiert war, hält er es nicht mehr aus. Er greift zu seinem Schild und lässt sich entgegen seiner Befehle alleine über dem Kriegsgebiet abwerfen.
[SPOILER]Natürlich schafft er es auch im Alleingang, hunderte von Soldaten zu befreien, unter denen sich auch sein Buddy befindet. Alles natürlich unter viel Krawall und völliger Zerstörung der Anlage.
[SPOILER ENDE]
Zwischendurch beim Päuschen, entspannt Captain USA gerne vor seiner Playstation 3, seine Finger sind nun leider zu groß und muskulös für den Kontroller, daher der Frust.
Der eigentliche Feind lauert jedoch nicht in den Nachtgemächern des Führers, vielmehr hat es Hitlers geheime Organisation 'Hydra', die spezialisiert auf Mystisches und Zauberei ist, durch ein Götterartefakt zu unglaublicher Macht gebracht und von den Nazis losgelöst. Johann Schmidt ist nun der große Name, den die Gefahr für Amerika trägt. Hydra ist nämlich technisch auf einem verflucht hohen Niveau und hat außerdem eine neue Art von Superwaffen entwickelt, mit der Schmidt die Weltherrschaft an sich reißen möchte. Ein oft verfolgtes, jedoch nie erreichtes Ziel.
"Beim nächsten Mal achte ich mehr auf die Bewertungen des Verkäufers. Diese Eiswürfel passen in kein Glas!"
Bei der Rettungsaktion traf der Captain auch das erste Mal auf Schmidt - die große Überraschung: Schmidt ist selbst ein Powerade-Übermensch, er war vor einiger Zeit ein Vertrauter Erskines. Jedoch war zu dieser Zeit die Formel noch nicht ausgereift, was ihn körperlich total entstellte. Seitdem ist Schmidt auch unter dem Namen 'Red Skull' bekannt. Viel passender wäre allerdings der Name 'Red Eichel'.
Schmidt zeigt wie es geht - blitzschnelle und restlose Selbst-Zirkumzision
Auch dem Rest des Films, lässt sich leider nur ein leises 'Pfffft' zuschreiben, zwar ist das Kräftemessen zwischen dem Captain und seinen Widersachern in ein hollywood-typisches, bombastisches Action-Feuerwerk verpackt, jedoch befriedigt das nur die James-Cameron-Action-Virus-Infizierten für eine Weile, bis die letzten Bässe im Raum verhallt sind und nicht mehr als ein Gefühl der Art 'Wieso habe ich nur die letzten 2 Stunden meines kostbaren Lebens für diesen platten, einfallslosen Mist vergeudet?' zurücklässt.

Der Capt´n meint: "Gefällt mir."
Diagnose:
Wer sich von Captain America - The First Avenger eine erstklassige Comicverfilmung à la Watchmen, oder Sin City erwartet, wird leider herbe enttäuscht werden. Nicht einmal mit mittelprächtigen Vertretern des Genres, kann der Muskelmann mithalten.  
Es bleibt zu hoffen, dass sich die Rolle des Captains in 'The Avengers' auf ein typisch amerikanisches Familienoberhaupt hinterm Grill, im Garten mit weißem Lattenzaun, beschränkt.



Samstag, 7. Januar 2012

Uwe Boll´s Auschwitz (2010)


Auschwitz:
Boll´s entrücktes Feriencamp

Der Ort: Erlangen. Wir schreiben den 6. Mai 2011. Das WEEKEND OF FEAR findet an diesem Wochenende statt und der Gynalist macht sich auf die Reise in das benachbarte Städchen um für uns vor Ort von dem Filmfestival zu berichten. Doch der Gynalist ist nicht nur im beruflichen Auftrag unterwegs:
This time it´s personal! Der Besuch des wohl umstrittensten Doktors unserer Zeit, ist im Vorfeld von den Veranstaltern angekündigt worden. Dr. Uwe Boll wird persönlich anwesend sein, um seinen neuesten Film zu propagieren. DAS kann sich der Gynalist natürlich nicht entgehen lassen, zumal er auch (nicht ohne Hintergedanken) ein Paar Boxhandschuhe von zuhause mitgebracht hat, die er sich von dem filmemachenden Mediziner signieren lassen will. Damit er der Öffentlichkeit beweisen kann, daß der Boll des Schreibens unfähig ist, muss sich der engagierte Gynalist erst einmal durch dessen aktuelles Werk quälen. Ein lebensbedrohendes Unterfangen das unser tapferer Filmgestörter fast mit seinem Verstand bezahlt hätte. Nach seinem Kinobesuch verloren wir Kontakt mit ihm...

Das letzte Foto das der Gynalist mit seiner geheimen & geliebten Zylinderkamera schießen konnte...

Wie sich herausstellen sollte hatte Boll seinen Besuch aufgrund einer "Krankheit" absagen müssen.
War er etwa vom Geheimdienst vorgewarnt worden? Hatte er am Ende sogar vom Überraschungsbesuch des Gynalisten gewusst? War unser treuer Kriegsreporter blindlings in eine, von Boll gestellte, Falle gelaufen?
Fast ein halbes Jahr später sollte sich alles aufklären:
Der filmische Lagerbesuch AUSCHWITZ hatte den Gynalisten derartig traumatisiert, dass sich dieser völlig orientierungslos und der menschlichen Sprache beraubt, monatelang durch das studierende Gesindel der Universitätstadt hatte schlagen müssen um einen Stift sowie den Weg nach Hause zu finden.
Seinen verzweifelten Lagebericht hatte der Ärmste auf die Boxhandschuhe gekritzelt, um somit wenigstens einen schriftlichen Beweis für Uwe Bolls inszenierte Bösartigkeit erbringen zu können.
Während er sich immer noch im Lazarett erholt, haben wir sein handfestes Manuskript dechiffrieren können.
Wir wünschen ihm eine baldige körperliche sowie geistige Genesung.
Hier ist sein Bericht...
BORN TO BE BOLL:
"Jetzt ist aber Schuß mit lustig, Herr Boll!
Das hier geht definitiv zu weit!"
FRONT-GYNALYSE:
Was für ein "sanfter" quasi doku-realitöser Einlauf:
Boll streichelt die Zuschauer zu Beginn "voll"züglich ins Geschehen. Praktizierter Softsadimus mit einem Hauch Bloßstellung schmeichelt den Seher eine Etage höher. Als Projektionsfläche dienen verschieden aus- bis ungebildete Schüler von Oberst Uwe, in das Konzentrationszimmer einer namenlosen Penne an die karierte Karrieretafel gestellt um dann nach Bollscher Art gerichtet zu werden!

BOLL: "Wie war das damals mit Hitler und den Juden ihr degenerierten Schablonenspasten?"
Opfer I (männlich): "Ähhh....der Hitler der hatte da so einen Plan der wollte blauhaarige und blondäugigen Jungs, wahrscheinlich um so eine Art Gang zu gründen.
So verkehrt war der gar nicht sagt mein osmanischer Opa!"
BOLL: "Sag du mal...ja dich meine ich (jetzt SS-Tonfall)...wer war dieser Hitler eigentlich?"
Opfer II (männlich): "Der hatte doch nen Scheitel und der Kommissar Rex war sein Berater (...und natürlich auch der Erfinder der berühmt belegten Kaisersemmel)!"
BOLL: "Kannst du mir vielleicht sagen was in diesen KZ´s vor sich ging?"
Opfer III (weiblich): "Null Plan! Aber auf jeden Fall gab´s da ...Tote...so Opfer, halt!"
BOLL (streng aber geil):"Wieviele du dumme Sau?"
Opfer III (immer noch weiblich): "Über Daumen verpeilt...würd ich sagen...so 1000-5000 Stück."
BOLL(scheinbar gelassen):"Zu wenige! Also, jetzt streng dich an und mach mir keine Schande."
Opfer III (draufgängerisch): "Ich erhöhe auf  DAS MILLIONEN STÜCK!!!"
BOLL (sadistisch stimuliert): " Du bist mir eine, du streberhaftes Luder! Das ist mir ein Sternchen wert! Du bleibst am Leben!"
NEUROLOGISCHE BOLLOGIE:
DIE LEHRE VON DER LEERE IN DEN KÖPFEN

Geschichtsunterricht mit Oberst Uwe ist wie Schullandheim ohne Mädchen:
Interessant aber unnötig!


Auffallend ist, daß all die gelehrten, streberhaften und mit frühreifer Altersweisheit gesegneten Schüler nach einer Umblende vor der unkarierten Tafel stehen...edle Wesen von freischreibenden Geradeheraus-Gemüt!, Also wird jetzt Geschichte zelebriert, und zwar so heftig, daß sogar euer sonst so lernresistente Geschichtsverweigerer Gynalist einiges abbekommen hat:
Jahrzehntelange Mühen und ein Wall von selbstaufgewillten Mentalblockaden, innerhalb weniger (5) Minuten vernichtet, niedergewalzt und runtergerissen, und das auch noch von ehrenamtlich nachsitzenden Lernmaschinen, die ohne ein Gefühl für ihre Mitmenschen, rücksichtslos und eiskalt erzählen wie es wirklich war:
Bitte alle aussteigen! Jetzt aber los!
Eine Karawane von Juden auf ihren Weg Richtung Endstation, wie eine Pilgergemeinschaft trotten und schlurfen sie dahin und sind doch ganz froh über soviel Natur und die mannigfaltigen Ablenkungen die eine solche bietet. Oben am Hügel angekommen und durch´s Tor getrottet, warten auch schon die Zöllner und sortieren konfus aber konkret  die Gruppe in zweckmäßige Gruppen: Schnitt in die Umkleidekabine!
Menschen aller Altersklassen und mit den verschiedenartigsten Verfallsdaten entkleiden sich
Schmollen vor dem Bollauge:
"Komm schon Uwe...jetzt sei doch nicht eingeschnappt
nur weil wir dir ein Loch in den Sparstrumpf geschnitten haben!"
(auffallend dabei ist die Tatsache das die nackten Kinder ausschließlich Jungs sind...), und dann gehts in den Duschraum. Gas strömt ein und sie beginnen zu röcheln,...die Todesbolka zu zucken, zu verenden.
Entsorgungstrupp seine Schicht beginnt um die Rest(e)verwertung und -beseitigung zu übernehmen nur damit es gleich wieder heißt:
"Jetzt aber erst mal Mittagspause!" und damit auch der Höhepunkt eines jeden Arbeitstages.
Oberst KleinerMann und Adjutant Baldrian tafeln an einem Tisch und gießen ihre Stimmung mittels Wacholdergeist in die höchstmögliche Entspannungverfassung derer sie noch fähig sind.
Logistikprobleme werden schnell erkannt und einfach vergessen, familiäre Widrigkeiten ausgekostet denn die Beiden haben´s nicht einfach und einen Job der alles verlangt was keiner braucht. In der Hofpause wird Baby´s mit scheinbar gewollt gewachsenen Hitlertoupet, durch das Hinterköpfchen (gestrig-deutsch: Hinterstübchen) geschossen.
Leider ist das unfreiwillige Brainstorming nur "von hinterrücks" zu sehen, dabei wäre es doch viel drolliger gewesen, die, auf diesen Gesichtsverlust folgenden, erstaunten Blicke völlig frontal mit der Kamera einzufangen.
Eine Prise Zeitlupe hätte dem pädophoben Szenario den nötigen "Realtouch" verschafft, doch wie ich bereits berichtete, wird hier die Sicht des Zuschauers derartig eingeschränkt nur um ihn danach mit Misstrauen weiterschuften zu lassen... denn Auschwitz ist für den Kinobesucher reinster Bodyhorror: Jede Körperzelle kriegt eins mit der Kelle und am meisten muß das Köpfchen leiden!
Irreparabler Dachschaden den keiner repariert. Der nächste Morgen "graut" und in der Bäckerei wird bereits nach überlieferten  "Hänsel&Gretel-Rezept" gebacken:
Ein kleiner Junge wird flugs in den Ofen geschoben und geht schneller in Rente als er Backfisch sagen kann. Die Dusche geht wieder an , das gleiche Geschehen, nur mit neuen Nackten und anderen Kameraperspektiven, sprich das ganze wurde in einem (Aus-)Waschgang (Blood Rayne III, Bluberella und Auschwitz - der alte Sparfuchs) gefilmt und nach Bollscher Art gespart. Der Boll selbst steht vor der Tür und genießt die Kaisersemmel, die er nach einem  Schäferstündchen mit seinem treuen vierbeinigen Gefährten aus dessen Napf stiebitzte: Er ist halt a Lausbub dem man einfach nicht böse sein kann (der jedoch das Böse sein kann).
Ach ja, ein Zahnmetzger spielt übrigens auch mit und er selbst das "Die müssen wir wohl doch alle ziehen!"-Spiel. Es folgt ein Mouth(h)a(c)ktionfeuerwerk der alle Privatversicherten blass werden läßt.
MEN BEHIND THE SUN -
FERNÖSTLICHE MENSCHENFEINDLICHKEIT IN MONDO-MANIER:

Ein erneuter Besuch des 731 Bacterial Corps Camp öffnet auch den geneigten
Sado-Voyeur die Augen:
Hier wird Exploitation noch auf genauso verkommene,
dafür aber ehrliche Art und Weise "nähergebracht".
Hand drauf! 

DIAGNOSE:
Jetzt werde ich sentimental... ich muß an Ren & Stimpy und die Zahnfee denken und wie schön es doch wäre wenn sie jetzt hier wären, um mir beizustehen bis(s) dieser Alptraum vorbei ist und der Abspann endlich Erlösung bringt! Buße habe ich genug getan.
Zum Schluß werden wieder ein paar Schüler an die Tafel gestellt doch ich habe keine Ahnung mehr was die da noch laberten, völlig egal, ich muß endlich "abspannen".
Ich muß schon sagen Major Boll, das hier war übelste Sorte, ganz unterste Kanone!
Als Fortbildungsmaßnahme ist ein Wochenendlehrgang im 731 Bacterial Corps Camp (denn hier wurde wenigstens nicht mit der offensichtlichen Exploitation hinterm Berg gehalten!) unumgänglich,
also quasi Pflicht, schon allein um AUSCHWITZ II zu verhindern!


Dienstag, 20. September 2011

13 Assassins (2010)

  
DIE LEGENDE DER  "SOLIDARISCHEN 13"
EIN GNADENLOSER BETRIEBSRAT
 GEGEN EINE ÜBERMÄCHTIGE ARMEE
UNTER TARIF MORDENDER ZEITARBEITER

ANALYSE:

Den Beginn und auch das Ende der Fantasy Filmfest Nights 2011 sollte
Takashi Miike´s 13 ASSASSINS einleiten. Frei nach dem Motto: Die Augen sind größer als der Magen bzw. das Gehirn, hatten wir am Ende weniger gesehen als wir im Vorfeld geordert hatten.
Da extrem wenig Film konsumiert worden war musste sich die Schädigung auf anderem Wege eingeführt werden.
So wurde kurzerhand in Bartel´s letzter Bastion vom selbigen harte Alkoholika sowie längst verfallene, grün leuchtende Putenstücke am Spieß, welche er in Eigenarbeit auf seiner Pfanne gar gebraten hatte, serviert.

Die daraufhin unausweichliche Flitzekacke-Produktion erreichte ihre Hochphase zeitgleich mit der einleitenden Szene von Miike´s Rohkostplatte in der ein Samurai ganz ehrenhaft Harakiri begeht.
Das wird vom Regisseur zwar nicht visuell dafür aber auf brutalste Art und Weise anhand der Tonspur dargestellt.
Die Matsch und Schleimgeräusche, des von scharfer Klinge zwangsentleerten Magen-Darmtraktes, vermischten sich in nie gehörter Eindringlichkeit mit den realistisch-naturalistisch klingenden Bodyblow Sounds meines werten Kollegen und Sitznachbarn Professor Adalbert.
Vor diesen furiosen Flatulenzen musste selbst der Gynalist voller Demut und Respekt, das Haupt nach hinten verneigen um gleichzeitig, sein wohl dreizehntes Landbier zu leeren.
Verblüffend wie es dieser mal wieder schaffte, Doppel-Bock und Doppel-Moral, in nur einer einzigen Körperbewegung zu vereinen! 
AUCH IN JAPAN GAB ES SIE, DIE LEGENDÄRE "ÄRA DER GEMÜTLICHKEIT":
ERST DER BÖSE KAPITALISMUS BRACHTE SOLCH UNFEINE BEGRIFFE WIE "SCHWANZVERGLEICH" UND "PENISNEID"
MIT SICH, DAVOR GALT ES NUR DIE SEELE BAUMELN UND SEINE LANGE RUTE RAUSHÄNGEN ZU LASSEN...
Mir fielen sofort die Koi-Schuppen aus den Augen, als mir klar wurde, das ich die Ehre hatte, noch vor Beginn des eigentlichen Films, neben einem wahrlich echten, kampfkoma-bereiten Samurai der uralten Pro-Mill-Schule, sitzen zu dürfen!
Die, auf der Leinwand dargestellte Abkürzung zwischen Speiseröhre und Verdauungsorgan, allerdings, machte dem Zuschauer bereits sehr früh Lust darauf, die restliche Spieldauer, auf dem Klo anstatt im Kino, zu verbringen.
Das schmerzverzerrte Gesicht von Adalbert war in seiner Drastik und Dramatik auf jeden Fall interessanter anzusehen als Miikes fiktiver Prolog.

Angekurbelt von den bewusstseins-und analerweiternden Auswirkungen 
von Gammelfleisch und Magensäure wurden auch schnell Wortassoziationen vom Stapel gelassen, die im nüchternen Zustand schier unmöglich gewesen wären:
BEI DIESEM ANBLICK GEHT SELBST DEM FIESESTEN CHEF DIE MUFFE:
DIE "SOLIDARISCHEN 13" WICKELTEN IHRE VERHANDLUNGEN STETS MIT BLICKEN AB.
DA IHRE FORDERUNGEN (KÜRZERE ARBEITSZEITEN - LÄNGERE KIPPENPAUSEN) STETS DIE SELBEN WAREN BEDURFTE ES NIE SCHNÖDER WORTE...

13 ASSASSINS, die Zahl bereits im Titel, lässt Verbindungen zu anderen bekannten Filmen vermuten...wie zum Beispiel DREIZEHN (das Pubertäts-Drama) - allerdings nur wenn man diesen nicht kennt - oder 13 TZAMETI der weniger auf den Magen als auf die Nieren schlägt...
Am treffendsten jedoch ist hier der Vergleich mit dem DREIZEHNTEN KRIEGER...
Aber im Gegensatz zum Wikingerkulturaustausch, hat der Erlöser, zwar auch hier mit der Frau seines Chefs geschlafen, allerdings wird er, nicht wie Antonio Banderas auf einen anderen Kontinent, sondern in die Tiefen des japanischen Waldes verbannt.
Seiner vielversprechenden Zukunft im japanisch-nationalen Völkerballteam beraubt, mutiert der Verstossene, in der Einsamkeit seines Forst-Exils, zum Monkey-Boy und macht fortan in einer ganz anderen Liga Karriere.

Doch dieser Charakter wird erst ab der Mitte des Filmes eingeführt und letztendlich auch als dreizehnter Samurai eingestellt, denn das, förmlich aus dem Nichts gegründete Kleinunternehmen von Berufsmördern, leidet vorallem unter der Schande des Personalmangels.
EIN SELTENES FOTO AUS DEN ZEITEN DES MILDEREN BETRIEBSKLIMAS:
ES ZEIGT DIE ZUFRIEDENEN
13 BEIM NICHTSTUN UND DEN BERÜCHTIGTEN "MONKEYBOY" BEIM RUMHOCKEN...
Die wenigen positiven Aspekte des Films zeigen sich in seiner historischen Aufklärungsfunktion:
Wir lernen dabei, das es auch auch schon im Jahre 1844, Personal-Leasing, Zeitarbeit und befristete Verträge (die meist mit dem Tod des Arbeitnehmers endeten) gab, diese also keine Erfindung des Raubtierkapitalismus sind, sondern damals noch einen viel ehrenvolleren Stellenwert bekleideten.
Böse ist hier nur das Staatsoberhaupt, ein gewisser Fürst Naritsugu, der ganz drastisch-dekadent, wie eine Art feudaler Rockstar, die Sau raus lässt.
Er schändet seine Untertanen, lässt ganze Familien von der Klinge springen, 
und produziert seine Adrenalinkicks indem er sein Land, durch prollige, volkspenetrierende Provokation in kriegsähnliche Zustände stürzt! Eine gewisse Ähnlichkeit mit unserer heutigen Demokratie ist nicht von der Hand zu weisen, wodurch die Thematik auf den germanischen Zuschauer nicht ganz so befremdlich wirkt wie bei den meisten Vertretern der asiatischen Filmexotik.

Auch ein schlitzäugig-augenzwinkender Fingerzeig zum Thema "Frauenquote" kann sich Takashi Miike nicht verkneifen. In seinem martialistischen Männerfilm, der keinen Hehl  daraus macht, das im düsteren Zwielicht der Trainings-Dojos auch homoerotische Männerfreundschaften, geknüpft werden, gibt es keinen Platz für Frauen. 
In dieser Herrenfantasie werden Frauen auf nichts anderes als ihre Grundfunktionen "beschnitten"...
In der einzigen skandalösen Szene, zeigt die Kamera gnadenlos eine Dame in der Totalen, welche vom fiesen Lord einer Zwangsrasur in den intimen Zonen des Schambereichs (also Arme, Beine und Zunge) unterzogen wurde.
Hier wird also endlich der Ursprung eines altbekannten frauenfeindlichen Spruchs geklärt, den man(n) immer wieder gerne aus dem Mund maskuliner misogyner Proleten hört: "Rumpf ist Trumpf!"

 
"AUS DEM WEG! ICH HAB DÜNNSCHISS!" 
WER ROHKOST DINIERT MUSS MIT BLUTWURST RECHNEN...

Die einzige Vertretung des "schwachen Geschlechts" bekommt nur wenige Filmminuten eingeräumt, schafft es aber, trotz der "Halben-Hähnchen" Reduzierung, das Fass zum Überlaufen zu bringen.

Sie ist auch der ausschlaggebende Grund weshalb sich, der arbeitslose aber noble, Shimata zum Schichtführer berufen fühlt und sich mit seiner mörderischen Belegschaft aufmacht um dem bösen Fürst und seinem übermächtigen Konzern bestehend aus 300 Arbeitnehmern, den Garaus zu machen. Auf den Weg dorthin verirren sich die, zwar kriegs- nicht aber orientierungsfähigen, Jungs im Wald wo sie auf den bereits erwähnten Monkey-Boy treffen...

Dieser führt sie, nicht nur wieder auf den asphaltierten Kriegspfad sondern auch aus der langatmigen ersten Hälfte des Films hinaus und geradewegs in das, die komplette letzte Stunde andauernde, Finale hinein.

Jeder der solange "durchgehalten" hat, in Freude auf das, im Vorfeld propagierte "Totale Massaker", wurde nun vollständig enttäuscht.
Es scheint fast so als ob Miike hier seine Integrität aufgibt um diese gegen glattgebügelte, hochglänzende und blutarme Brachialästhetik der Marke Bruckheimer einzutauschen um die dadurch entstehende Plörre auch noch mit einem Gewürz namens "SAVING PRIVATE RYAN - OPENING SCENE" gehörig zu versalzen!
Die Klingen des Cutters, der dieses augenkrebserzeugende Schlachtenstakkato verantworten zu hat, waren anscheinend schärfer geschliffen als die Messer der Samurai.
Das totale Massaker findet also im Schneideraum statt nicht etwa auf der Leinwand.
Anstatt in Blut und Dreck wird hier schön sauber und publikumsfreundlich gestorben während im Hintergrund brennende, blökende CGI-Büffel eine romantische Sonnenuntergangs-Stampede aufführen.

Wenn der finale Hieb dann auch den letzten Hals von der Last seines Kopfes erlöst, kann der magenkranke Epileptiker ausatmen um in gnädiger Erlösung ein Kommentar reinster organischer Natur in seine Unterbuchsen zu "entlassen"...

NACH DER STANDPAUKE VOM KULISSENBAUER: 
TRAUMATISIERT ABER AM LEBEN...

Den einzig positiven Eindruck kann da nur Monkey-Boy hinterlassen der, als einer der letzten Überlebenden, die Bürde des Kulissenträgers ausschlägt und lieber wieder, jetzt mehr Hase als Affe, in die heimischen Gefilde seines nebelverhangenen Waldes, zurückhüpft. Das weckt ungeahnte Sentimentalitäten!

DIAGNOSE:
In der heutigen Zeit in der man Ehre nur noch, aus Bild-Artikeln über Ehrenmord, poetisch debilen Bushido Hara-kikärikie oder der Standpauke des versoffenen Obdachlosen (japanisch für "Penner") welcher einem auf dem Weg zum Kippenautomat mal wieder die letzten Goldstücke abschwafelt, kennt musste dem Zuschauer eine Lektion verpasst werden...
Eine ehrlose Lektion, eines von uns ehemals ehrfürchtig verehrten Filmemachers, die innerlich so schmerzt wie vergammeltes Sushi im Abgang.... 

 

Donnerstag, 8. September 2011

Essential Killing (2010)



Essential Killing (oder "Silence of the Gallo")


ANALYSE:
Vincent Gallo, geboren in Amerika, spielt Mohammed, lebend in Afghanistan. Der Wunsch einen Kaukasen den islamischen Propheten spielen zu lassen, gibt ausreichend Aufschluss über die Qualität und Integrität des Filmes. Noch hinzu kommt, dass Vincent Gallo, der Egoman, dem Film seine eigene Note aufdrücken musste, wodurch das Eigentum an dem Film gänzlich von Regisseur an Schauspieler übergeht.
TÖDLICHER-TANNENBAUM-TERRORISMUS:
Bei Vincent Gallo wird selbst die Vorweihnachtszeit zum Spießrutenlauf...
Vorab möchte ich noch erwähnen, dass ich mein Wissen über Afghanistan und den aktuellen Terrorismus ausschließlich aus der renommierten BILD Zeitung beziehe. Damit soll klar gestellt sein, dass ich über die selbe Wissensbasis verfüge, wie der Regisseur, Gallo und die Jury des Venice Film Festivals, bzw. Quentin Tarrantino. Da der Film, wider Erwartung, nicht politisch brisant ist, soll es zumindest diese Vincent-Gallo-Kritik werden.


Gallover´s Reisen:
Mohammed lebt, wie in Afghanistan üblich, in einer Höhle. Als unbekannte Fremde vor seiner Haustür Drogen konsumieren, will er sie vertreiben. Wie in islamischen Ländern üblich, reicht der Intellekt der Höhlenmenschen nicht zum Gespräch mit den G.I.'s (grauenvoll-intelligente). Anstatt der höflichen Bitte das Grundstück zu verlassen, verscheucht er sie mit einem Schuss aus der Panzerfaust. Leider sind diese Leute Soldaten und Mohammed muss folglich in ein CIA Gefängnis, um dort über kulturelle Eigenheiten verhört und anschließend gefoltert zu werden. Auf dem Weg zum Gefängnis hat die Autokolonne einen Unfall, weil ein Wildschwein auf der Strasse herumsteht. Mohammeds Taxi fällt um und er kann sich befreien. Der Afghani läuft von seinen Peinigern davon und, immer nach dem inneren Kompass, in Richtung Heimat. So weit soll er allerdings nicht kommen...


Abfuck, Draufsicht und minutengenauer Spoiler:
Der Film bedient sich nicht nur der gängigen Klischees bzw. der modernen Islam-Wissenschaft, sondern überrascht mit gänzlich neuen Erkenntnissen aus Biologie und Wahrscheinlichkeitslehre.

Der Wissensreichtum der Verantwortlichen beginnt sich schon in der ersten Szene zu zeigen: US Soldaten kommen nach Afghanistan um dort Heroin zu rauchen. Natürlich werden sie dabei gestört. Mit einer Panzerfaust, was denn sonst? Sofort wird der grenzdebile Höhlenwächter eingepackt und in ein Gefängnis verschleppt. Hier muss man sogar sagen, dass Jerzy Skolimowski (Regie) doch etwas weiter recherchiert hatte: es soll tatsächlich einen Pendanten zu Guantanamo in Osteuropa geben, aber diese wissensbehaftete Diskussion ist der Film nicht wert. Wie auch immer, so weit kommt die Kolonne nicht...

Ein Wildschwein-Paar steht auf der Strasse und weiss die Richtung zur örtlichen Suhle nicht, bis der erste Wagen der Kette stehen bleibt. Der Zweite kippt deswegen aber gleich eine Klippe herunter. Warum hier keine Explosion die Nacht erhellt, wird mir als ironisch stolzes Rädchen im Michael Bay Mechanismus nicht klar. Aber auch ohne Feuer kann Mohammed in einen Busch purzeln und, wie David Copperfield, seine Handschellen magisch öffnen.

Kurz nach der Befreiung, findet der unfreiwillige Asylant gleich eine Knarre, kurz später steigt er in eine Bärenfalle. Klischeegemäß lässt sich diese nach dem Zuschnappen nicht mehr öffnen (deswegen sind die Dinger so teuer). Er zieht seinen blutigen Fuß, unbeschadet, aus seinem Schuh und geht weiter zum Canyoning. Weil seine Abendgarderobe nass geworden ist, beschafft er sich ein modisches Outfit ganz in weiss, schließlich soll in der Nähe die Sensation Afterhour stattfinden. Um nicht ganz in der Menge unterzugehen, zieht Gallo schwarze Fuß- und Handschuhe, sowie ein schwarzes Shirt an.

Kulturreisen in fremde Länder:
Die (nah-)osteuropäische Freetek-Szene ist sogar für den erfahrenen Gallo zu viel.
(Alternativtitel: Gallo kann nicht schlafen wenn Gott mit ihm spricht...)

Wie holt man sich im winterlichen Wald denn Nahrung? Gallo macht es gekonnt vor: er riecht den Ameisenhaufen und schnappt sich eine Wochenportion. Nachdem er sich den Magen mit dem ergiebigen Nahrungswunder der Natur vollgeschlagen hat, packt er sich noch ein paar Viecher in die Tasche um auch die nächsten Wochen sorgenfrei durch die Pampa ziehen zu können. Leider piesackt der intensive Geschmack und so muss Baumrinde zur Abrundung goutiert werden.

An seiner nächsten Station findet er ein Forst-Taxi. Ein LKW beladen mit abgesägten Bäumen, fährt in Richtung -Achtung Logik- weiterer Baumfällarbeiten; nicht zu einem Holzbearbeiter. Gelangweilt legt er sich hin, um eine Lektion in Sachen Wahrscheinlichkeit zu erfahren. Irgendwo im Wald wird ein Baum gefällt, der zufällig auf ihm landet. Aber keine Angst, die Verletzung ist so geringfügig, dass der Baumschneider, der ihm aus der misslichen Lage befreit, mit dessen eigener Kettensäge zerteilt werden kann. Dank stellt man sich anders vor.
Die Erkundung unbekannter Terrortories im vollen Gallo-pp:
Um die Strapazen des Ausritts unbeschadet zu überstehen "tankt" Gallo seine Ego-Reserven mit frischem Pferdeblut auf.
Da wundert es nicht wenn selbst der stolzeste Stallion auf einmal hengstlich dreinschaut...
Wald, Schnee, Wald, Schnee, Vogelbeere! Die Chance sich ein wenig abzudichten und etwas Farbe in die Monochrome Landschaft zu bringen. Siehe da, schon fliesst ein bunter Batman Umhang durch den Fluss. Der Effekt ist so Bombe, dass er gleich zum nächsten Strauch eilt und ordentlich nachlegt. Als ein früherer Begleiter, ein Hund den er nicht gänzlich uneigennützig aus einer Bärenfalle befreit hat (die zufällig doch ganz einfach geöffnet werden konnte), auftaucht und sich optisch vervielfacht, wird es dem Propheten doch zu krass und er holt sich frischen Fisch zum nüchtern werden.

Was nun folgt, halte ich für die wertvollste Szene am ganzen Film. Wer sich noch an Brown Bunny erinnern kann, weiss, dass Chloe Sevigny zum echten Blowjob (nebenbei auch zur Beziehung mit Gallo) getrieben wurde. Wie das funktioniert, zeigt uns Essential Killing auf ungeschönte, gleichzeitig wirksame Weise: Mohammed sieht eine dicke Säuferin auf dem Fahrrad umhercruisen und umfallen. Als sie ein Kind aus der Westentasche zieht und anfängt es zu säugen, wird Gallo gallig. Mit gezogener Waffe, stolziert er auf die Frau zu und "überredet" sie zum Ausschank. Er saugt, simultan mit dem Säugling, an den Titten, bis die Nippel hart werden, die Milch leer wird und der Alkohol blank durchfließt. Ja sogar bis die Frau leergesaugt und der Brust beraubt stirbt.
Eine solch lüsterne Begierde und ein so konsequentes Manöver -bis zum bitteren Ende- hat man selten gesehen. Als er erkennt, dass sie gar nicht geil war, flüchtet er ohne in ihren Taschen nach einem Apfel zu suchen.

Manische Milchmänner wissen was gut ist:
Selbstgemolken schmeckt am Besten!

Wurde früher im Wald noch vergewaltigt, so ist heute die Muttermilch das Ziel der galloesken Perversion. Mit hervorgehaltener Gallone wird eine Gallone Calcium zügig selbstgezapft...

Beschämt legt er sich in eine Ecke und probiert den Winterschlaf aus. Allerdings erkennt er nichts Gutes daran und geht weiter zur nächsten Hütte. Die Hausbesetzerin läd ihn ein, wärmt ihn auf, versorgt ihn mit Medizin und verpflegt seine Wunden. Die Gemeinsamkeiten sind unglaublich wahrscheinlich: beide können nicht sprechen. Als die Hausbesetzerin, ihr Gallogochi geheilt hat, sattelt sie ihm ein schimmliges Transportmittel und Gallo piert weiter Richtung Mekka. Doch Vincent ist undankbar: einer Größe wie ihm steht mindestens ein Snowmobil zu. Er holt tief aus, kotzt das Vehikel an und ist in der letzten Szene nicht einmal mehr auf dem Pferd zu sehen...



Wer ist Vincent Gallo?
Nun gut, der Film wurde aufgearbeitet. Nachdem dessen Hülle analysiert worden ist, kommt es nun zum wesentlichen Teil, dem Inhalt, bzw. zu Herrn Gallo Gallilei. Ein Egoman, wie nicht mal Al Pacino in Scarface schauspielern konnte. Ein solch derber Galloman, dass mir die Gallo hochkommt. Ungalloblich.
Als der Galloniseur (Regisseur der den Film mit Gallo veredelt) Jerzy Skolimowski einen Polit-Thriller aufziehen wollte und blöderweise den Gallier unter Vertrag nahm, verschenkte der Film sein Potential und degenerierte zur madigen One-Man-Show. Die steten Einfälle oder Einwände des Regisseurs, schlug Escortallo mit seinem Glied nieder. Um Skolimoswki doch noch bei Laune zu halten, damit seine Selbstverherrlichung fortzufeiern, ließ Gallo nach den Drehtagen den Schnapps in Gallonen fließen. Dies führte zu Logiklöchern, Islam-Klischees und der legendär bizarren Milchmädchen Szene.

Die Galoschen, die Vincent den Film über trug, sind nun verschollen und haben den Status des Bernstein-Zimmers. Zwar wird erzählt, dass Gallo die Schuhe dem ähnlich gesinnten Egozentriker Gaddafi für seine anstehende Reise gesponsert hat, doch ist es wahrscheinlicher, dass Quentin Tarrantino sie unterschlagen hat. Für Hinweise wären wir sehr dankbar.

Die Freuden eines großen Mannes:
Als Vincent Gallo die Zusage für den Main Actor erhielt, war sogar Jesus aus dem Häuschen.

Wer den Film für die Filmfestspiele in Venedig vorgeschlagen hat ist nicht klar - hingegen scheint es offensichtlich, dass der Vater des Sprechkäses, vor dem Ego des Magnus Vincentus eingeknickt ist. Die Performance des einsamen Wanderers -oder das Kokain des Schauspielers- muss so intensiv gewirkt haben, dass neuerdings auch 1 1/2 Stunden (minderwertiges) Kino ohne Dialog, mit irgendwelchen Preisen gekürt werden. Wahrscheinlich hat Tarrantino nur Ratschläge für das Verhalten mit bzw. Maßnahmen gegen Frauen erhalten und wollte sich dankbar zeigen. Insofern scheint mir die Verleihung sogar gerechtfertigt - schließlich werden Filmpreise für Kreativität verliehen.



DIAGNOSE:
Groß angekündigt, viel gehyped und letztendlich total verkackt. Der Film bot politisch hoch brisantes Material, dass aber in Vincent Gallo's Selbstverherrlichung total unterging. Nicht mal der übrig gebliebene cineastische Rest, welcher übrigens eine interessante Rambo Alternative abgegeben hätte, wurde sauber ausgearbeitet. Statt dessen dominieren dumme Zufälle und Logiklöcher das Geschehen. Hier sollte sich der Zuschauer nicht vor verliehenen Preisen und erkauften Meinungen leiten lassen. Bei bestehendem Interesse sollte der geneigte Fan lieber ein Gallo Poster kaufen, den Schauspieler als begleitende Hostess mieten (50.000 $) oder einfach dessen Zigarettenmarke rauchen.

Alles in allem ist der Film ein totaler Reinfall und verdient nicht mal die Weltreise als DVD.