Samstag, 7. Januar 2012

Uwe Boll´s Auschwitz (2010)


Auschwitz:
Boll´s entrücktes Feriencamp

Der Ort: Erlangen. Wir schreiben den 6. Mai 2011. Das WEEKEND OF FEAR findet an diesem Wochenende statt und der Gynalist macht sich auf die Reise in das benachbarte Städchen um für uns vor Ort von dem Filmfestival zu berichten. Doch der Gynalist ist nicht nur im beruflichen Auftrag unterwegs:
This time it´s personal! Der Besuch des wohl umstrittensten Doktors unserer Zeit, ist im Vorfeld von den Veranstaltern angekündigt worden. Dr. Uwe Boll wird persönlich anwesend sein, um seinen neuesten Film zu propagieren. DAS kann sich der Gynalist natürlich nicht entgehen lassen, zumal er auch (nicht ohne Hintergedanken) ein Paar Boxhandschuhe von zuhause mitgebracht hat, die er sich von dem filmemachenden Mediziner signieren lassen will. Damit er der Öffentlichkeit beweisen kann, daß der Boll des Schreibens unfähig ist, muss sich der engagierte Gynalist erst einmal durch dessen aktuelles Werk quälen. Ein lebensbedrohendes Unterfangen das unser tapferer Filmgestörter fast mit seinem Verstand bezahlt hätte. Nach seinem Kinobesuch verloren wir Kontakt mit ihm...

Das letzte Foto das der Gynalist mit seiner geheimen & geliebten Zylinderkamera schießen konnte...

Wie sich herausstellen sollte hatte Boll seinen Besuch aufgrund einer "Krankheit" absagen müssen.
War er etwa vom Geheimdienst vorgewarnt worden? Hatte er am Ende sogar vom Überraschungsbesuch des Gynalisten gewusst? War unser treuer Kriegsreporter blindlings in eine, von Boll gestellte, Falle gelaufen?
Fast ein halbes Jahr später sollte sich alles aufklären:
Der filmische Lagerbesuch AUSCHWITZ hatte den Gynalisten derartig traumatisiert, dass sich dieser völlig orientierungslos und der menschlichen Sprache beraubt, monatelang durch das studierende Gesindel der Universitätstadt hatte schlagen müssen um einen Stift sowie den Weg nach Hause zu finden.
Seinen verzweifelten Lagebericht hatte der Ärmste auf die Boxhandschuhe gekritzelt, um somit wenigstens einen schriftlichen Beweis für Uwe Bolls inszenierte Bösartigkeit erbringen zu können.
Während er sich immer noch im Lazarett erholt, haben wir sein handfestes Manuskript dechiffrieren können.
Wir wünschen ihm eine baldige körperliche sowie geistige Genesung.
Hier ist sein Bericht...
BORN TO BE BOLL:
"Jetzt ist aber Schuß mit lustig, Herr Boll!
Das hier geht definitiv zu weit!"
FRONT-GYNALYSE:
Was für ein "sanfter" quasi doku-realitöser Einlauf:
Boll streichelt die Zuschauer zu Beginn "voll"züglich ins Geschehen. Praktizierter Softsadimus mit einem Hauch Bloßstellung schmeichelt den Seher eine Etage höher. Als Projektionsfläche dienen verschieden aus- bis ungebildete Schüler von Oberst Uwe, in das Konzentrationszimmer einer namenlosen Penne an die karierte Karrieretafel gestellt um dann nach Bollscher Art gerichtet zu werden!

BOLL: "Wie war das damals mit Hitler und den Juden ihr degenerierten Schablonenspasten?"
Opfer I (männlich): "Ähhh....der Hitler der hatte da so einen Plan der wollte blauhaarige und blondäugigen Jungs, wahrscheinlich um so eine Art Gang zu gründen.
So verkehrt war der gar nicht sagt mein osmanischer Opa!"
BOLL: "Sag du mal...ja dich meine ich (jetzt SS-Tonfall)...wer war dieser Hitler eigentlich?"
Opfer II (männlich): "Der hatte doch nen Scheitel und der Kommissar Rex war sein Berater (...und natürlich auch der Erfinder der berühmt belegten Kaisersemmel)!"
BOLL: "Kannst du mir vielleicht sagen was in diesen KZ´s vor sich ging?"
Opfer III (weiblich): "Null Plan! Aber auf jeden Fall gab´s da ...Tote...so Opfer, halt!"
BOLL (streng aber geil):"Wieviele du dumme Sau?"
Opfer III (immer noch weiblich): "Über Daumen verpeilt...würd ich sagen...so 1000-5000 Stück."
BOLL(scheinbar gelassen):"Zu wenige! Also, jetzt streng dich an und mach mir keine Schande."
Opfer III (draufgängerisch): "Ich erhöhe auf  DAS MILLIONEN STÜCK!!!"
BOLL (sadistisch stimuliert): " Du bist mir eine, du streberhaftes Luder! Das ist mir ein Sternchen wert! Du bleibst am Leben!"
NEUROLOGISCHE BOLLOGIE:
DIE LEHRE VON DER LEERE IN DEN KÖPFEN

Geschichtsunterricht mit Oberst Uwe ist wie Schullandheim ohne Mädchen:
Interessant aber unnötig!


Auffallend ist, daß all die gelehrten, streberhaften und mit frühreifer Altersweisheit gesegneten Schüler nach einer Umblende vor der unkarierten Tafel stehen...edle Wesen von freischreibenden Geradeheraus-Gemüt!, Also wird jetzt Geschichte zelebriert, und zwar so heftig, daß sogar euer sonst so lernresistente Geschichtsverweigerer Gynalist einiges abbekommen hat:
Jahrzehntelange Mühen und ein Wall von selbstaufgewillten Mentalblockaden, innerhalb weniger (5) Minuten vernichtet, niedergewalzt und runtergerissen, und das auch noch von ehrenamtlich nachsitzenden Lernmaschinen, die ohne ein Gefühl für ihre Mitmenschen, rücksichtslos und eiskalt erzählen wie es wirklich war:
Bitte alle aussteigen! Jetzt aber los!
Eine Karawane von Juden auf ihren Weg Richtung Endstation, wie eine Pilgergemeinschaft trotten und schlurfen sie dahin und sind doch ganz froh über soviel Natur und die mannigfaltigen Ablenkungen die eine solche bietet. Oben am Hügel angekommen und durch´s Tor getrottet, warten auch schon die Zöllner und sortieren konfus aber konkret  die Gruppe in zweckmäßige Gruppen: Schnitt in die Umkleidekabine!
Menschen aller Altersklassen und mit den verschiedenartigsten Verfallsdaten entkleiden sich
Schmollen vor dem Bollauge:
"Komm schon Uwe...jetzt sei doch nicht eingeschnappt
nur weil wir dir ein Loch in den Sparstrumpf geschnitten haben!"
(auffallend dabei ist die Tatsache das die nackten Kinder ausschließlich Jungs sind...), und dann gehts in den Duschraum. Gas strömt ein und sie beginnen zu röcheln,...die Todesbolka zu zucken, zu verenden.
Entsorgungstrupp seine Schicht beginnt um die Rest(e)verwertung und -beseitigung zu übernehmen nur damit es gleich wieder heißt:
"Jetzt aber erst mal Mittagspause!" und damit auch der Höhepunkt eines jeden Arbeitstages.
Oberst KleinerMann und Adjutant Baldrian tafeln an einem Tisch und gießen ihre Stimmung mittels Wacholdergeist in die höchstmögliche Entspannungverfassung derer sie noch fähig sind.
Logistikprobleme werden schnell erkannt und einfach vergessen, familiäre Widrigkeiten ausgekostet denn die Beiden haben´s nicht einfach und einen Job der alles verlangt was keiner braucht. In der Hofpause wird Baby´s mit scheinbar gewollt gewachsenen Hitlertoupet, durch das Hinterköpfchen (gestrig-deutsch: Hinterstübchen) geschossen.
Leider ist das unfreiwillige Brainstorming nur "von hinterrücks" zu sehen, dabei wäre es doch viel drolliger gewesen, die, auf diesen Gesichtsverlust folgenden, erstaunten Blicke völlig frontal mit der Kamera einzufangen.
Eine Prise Zeitlupe hätte dem pädophoben Szenario den nötigen "Realtouch" verschafft, doch wie ich bereits berichtete, wird hier die Sicht des Zuschauers derartig eingeschränkt nur um ihn danach mit Misstrauen weiterschuften zu lassen... denn Auschwitz ist für den Kinobesucher reinster Bodyhorror: Jede Körperzelle kriegt eins mit der Kelle und am meisten muß das Köpfchen leiden!
Irreparabler Dachschaden den keiner repariert. Der nächste Morgen "graut" und in der Bäckerei wird bereits nach überlieferten  "Hänsel&Gretel-Rezept" gebacken:
Ein kleiner Junge wird flugs in den Ofen geschoben und geht schneller in Rente als er Backfisch sagen kann. Die Dusche geht wieder an , das gleiche Geschehen, nur mit neuen Nackten und anderen Kameraperspektiven, sprich das ganze wurde in einem (Aus-)Waschgang (Blood Rayne III, Bluberella und Auschwitz - der alte Sparfuchs) gefilmt und nach Bollscher Art gespart. Der Boll selbst steht vor der Tür und genießt die Kaisersemmel, die er nach einem  Schäferstündchen mit seinem treuen vierbeinigen Gefährten aus dessen Napf stiebitzte: Er ist halt a Lausbub dem man einfach nicht böse sein kann (der jedoch das Böse sein kann).
Ach ja, ein Zahnmetzger spielt übrigens auch mit und er selbst das "Die müssen wir wohl doch alle ziehen!"-Spiel. Es folgt ein Mouth(h)a(c)ktionfeuerwerk der alle Privatversicherten blass werden läßt.
MEN BEHIND THE SUN -
FERNÖSTLICHE MENSCHENFEINDLICHKEIT IN MONDO-MANIER:

Ein erneuter Besuch des 731 Bacterial Corps Camp öffnet auch den geneigten
Sado-Voyeur die Augen:
Hier wird Exploitation noch auf genauso verkommene,
dafür aber ehrliche Art und Weise "nähergebracht".
Hand drauf! 

DIAGNOSE:
Jetzt werde ich sentimental... ich muß an Ren & Stimpy und die Zahnfee denken und wie schön es doch wäre wenn sie jetzt hier wären, um mir beizustehen bis(s) dieser Alptraum vorbei ist und der Abspann endlich Erlösung bringt! Buße habe ich genug getan.
Zum Schluß werden wieder ein paar Schüler an die Tafel gestellt doch ich habe keine Ahnung mehr was die da noch laberten, völlig egal, ich muß endlich "abspannen".
Ich muß schon sagen Major Boll, das hier war übelste Sorte, ganz unterste Kanone!
Als Fortbildungsmaßnahme ist ein Wochenendlehrgang im 731 Bacterial Corps Camp (denn hier wurde wenigstens nicht mit der offensichtlichen Exploitation hinterm Berg gehalten!) unumgänglich,
also quasi Pflicht, schon allein um AUSCHWITZ II zu verhindern!


Freitag, 6. Januar 2012

Drive (2011)

YOU DRIVE ME CRAZY!

ANALYSE:
Nicolas Winding Refn ist eine coole Sau.
Schon immer gewesen. Jetzt aber steht es in Stein gemeiselt. Unmissverständlich. Im Schatten der Palme.
DRIVE ist das Ergebnis einer Fahrt ins Ausland. Refn´s erster Ausflug nach Amerika, ganz alleine ohne Führerschein dafür aber mit einer Tasche voller Geld. Ein fremdfinanzierter Trip ins Ungewisse. Dubiose Produzenten und die Schattenmänner der Studios hatten es ihm zugeschanzt. Als Korrumpierung seines Stilwillens. Doch was macht die coole Sau? Natürlich zieht er sein Ding durch.
"Bei uns in Dänemark wird es früher dunkel!"
Breitgestriffen und schwarzgemalt:

Die dänische Gattung der coolen Sau Nicolas Winding Refn
Er dreht einen amerikanischen Film der sich aber in keiner Sekunde anfühlt als hätte er hierfür irgendwelche Abstriche gemacht. Refn bleibt sich treu (und der Mann hat genauso wie ich, wirklich keine Fahrerlaubnis!)
DRIVE ist ganz großes klassisches Genre-Kino. DRIVE ist wie das heimliche Fahren ohne Führerschein, wie das erste Mal ohne Stützräder. Vom Feeling her tief im Kino der 80er verwurzelt schafft Refn es mit einer Geschichte wie sie im Grunde schon tausende Male erzählt worden ist, mitzureissen. Der namenlose Fahrer, von allen nur Kid genannt, ist einer dieser Typen die noch nach einem selbstauferlegten Kodex leben und dabei nur soviele Worte sprechen wie nötig sind. Tagsüber geht er seinen Job als Stuntfahrer nach, nachts ist er Fluchtwagenfahrer für jeden der seine Fähigkeiten in Anspruch nehmen will und keine Fragen stellt.
Doch eines Tages lernt der Eigenbrötler eine Frau kennen und mit ihr etwas das er zuvor nicht kannte:
Probleme. Eine Abwärtsspirale der übelsten Sorte wird losgetreten. Der Driver jedoch erträgt sein Schicksal schweigsam bis zum bitteren Ende. Das ist zwar tieftraurig aber damit eben auch extrem fühlbares Kino wie man es heutzutage viel zu selten sieht.

"Denk nach Mann, ...wo hast du die Autoschlüssel als letztes gesehen?"
Gedankenversunken, zahnstochernd aber fahrtüchtig:
Die amerikanische Gattung der coolen Sau Ryan Gosling
DIAGNOSE:
Vielleicht ist es zu einfach DRIVE schönzureden, aber es ist nunmal so ein verdammt schöner Film.
Angefangen bei der Musik von Cliff "Bad Ass" Martinez und seiner Fusion aus 80er geprägten Synthie-Elektro mit schwelgerischen Flächen, den großartigen Bildern des nächtlichen L.A. bis hin zur Darstellerriege ist das gesamte Werk eine runde Sache mit ganz viel abgefahrener Sahne obendrauf.
Ryan Gosling ist ja sowieso schon zum Lieblingsschwiegersohn der Independent-Filmszene ausgerufen worden doch in der Rolle des namenlosen Fahrers treibt er sein Spiel auf die Spitze.
Er schafft es in seine Rolle alle genrespezifischen Archetypen zu packen, vom glorifizierten Helden mit Beschützerinstinkt bis hin zum eiskalten mordenden Soziopathen, und deckt somit alles ab, was der Laie (somit also ich) unter "Abgründigkeit" versteht.
Doch ist Herr Gosling nicht alleine auf dem Parkett:
"Du hast da was im Auge. Warte..., ich helfe dir!"
Gnadenlos, gemein und abgrundtief böse:
Die amerikanische Gattung des fiesen Schweinehunds Albert Brooks

Unser allseit geliebter Heisenberg Bryan Cranston, von mir für MALCOLM IN THE MIDDLE verachtet dafür aber für BREAKING BAD umso heißgeliebter, gibt den väterlichen Mentor und Wagenschrauber.
Albert Brooks ist das ultrafiese Arschloch von einem Bösewicht und wurde hierfür bereits mit einem goldenen Globus belohnt. Wen hätten wir denn da noch?
Ach ja! Ron Perlman, der hässliche Hund spielt mal wieder die Rolle seines Lebens:
Die kriminelle Hackfresse stand ihm wohl nie so gut wie hier, und verstehen tut man ihn auch ganz schlecht!
Dann gibt es ja noch "die Frau" und "ihr Kind" über die ich hier eigentlich keine Worte verlieren will, denn sie sind der Grund warum der Fahrer in Probleme gerät und deswegen auch die Ursache warum mir dieser Film fast das Herz gebrochen hat!
"Wuff, wuff, wuff!"
Unansehnlich, unästhetisch und ein klein wenig inkongruent:
Die hackfressianische Gattung des hässlichen Straßenköters Ron Perlman

DRIVE ist übrigens vollgepackt mit wundervollen Szenen die überaus schmerzen:
Eine Messerstecherei die sich nur durch die Schattensilhouetten der Beteiligten im Hoch der Mittagssonne abzeichnet oder die Versinnbildlichung des Filmkuss im klaustrophobischen Ambiente eines Fahrstuhl kurz vor dem Ausbruch von Tod und Gewalt. Und so könnte ich ewig weitermachen. Weiterfahren sozusagen.
Denn genau das ist es was DRIVE so einzigartig macht. Das Fühlbarwerden eines Zustands. Weiterzufahren, einfach weiterzumachen, immer geradeaus wider allen Konventionen, wider aller Vernunft.
Das Schicksal mag zwar unausweichlich sein, aber wenigstens kann man da mit Vollgas hineinbrettern so das es ihm auch ein klein wenig wehtut...
P.S.:...dem Arschloch!


Dienstag, 13. Dezember 2011

Verschreibungspflichtiges Zelluloid (07) DEZEMBER - The Tree of Life

THE TREE OF LIFE (2011)
Über Terrence Malicks Werk als schnöden Film zu sprechen, käme einer Todsünde gleich.
Das meinen zumindest all jene fundamentalistischen Hardliner, die sich Malicks Oeuvre zu ihrem persönlichen Glaubensleitfaden ausgelegt haben, der nun mit THE TREE OF LIFE sozusagen in der vollkommenen Erleuchtung endet. Hier kann man nur noch schwierig von einem Film bzw. einer Handlung sprechen, denn dies ist eher ein theologisches Ereignis von existenzerschütternder Tragweite.
Hier müssen schon neue Wörter erschaffen werden:
Wörter wie Cineterik...die logische Weiterführung von Cinematografie und Esoterik....eine cineterische Erfahrung, nicht mehr und nicht weniger.
Um diese frohe Botschaft auch mit der nötigen Sakralität abzurunden, haben wir von der MULTIPLEN FILMSTÖRUNG keine Kosten und Mühen gescheut um euch, hier und jetzt weltexklusiv, Auszüge aus dem verschollen geglaubten Bildmaterial zu präsentieren, welches während der Dreharbeiten (so wird vermutet) von Gott höchstpersönlich aufgenommen wurde. Auch wenn die Skeptiker jetzt wahrscheinlich aufstöhnen werden, aber wie die Legenden berichten soll Gott übrigens eine Digitalkamera besitzten die mit UNENDLICH VIELEN Megapixeln ausgestattet ist. Na? Da seit ihr jetzt aber baff!

WELTEXKLUSIVES BILDMATERIAL DER "THE TREE OF LIFE" DREHARBEITEN:

Auf dieser Aufnahme sehen wir wie sich Hauptdarsteller Brad Pitt und  Regie-Gott Tetrence Malick bei einem letzten gemeinsamen Badeausflug mit einem lässig anmutenden Handschlag verabschieden.
Der Eindruck täuscht jedoch:

Der Abschied fällt einer Seite schwerer als der anderen.
Wie groß ein Walpenis aber nun wirklich ist bleibt leider eines der zahlreichen Geheimnise des Films bzw. Mysterien des Lebens!
Ein klasse Schnappschuss von Sean Penn der sich (was viele gar nicht wissen) wirkich während der Dreharbeiten das Leben genommen hatte. Diese Form von "Method Acting" ist bei den meisten Vertretern der Zunft verpöhnt, wird abfällig sogar "Snuffed Acting" genannt und selten vollzogen da die meisten es sich nicht zutrauen nach Eintritt des Todes mit Hilfe einer mühselig antrainierten Atemtechnik und der übersinnlichen Kraft, einer "zwischen-den-Welten-wandernden Ektoplasma-Vagina" namens Lee Strassberg, sich selbst durch den eigenen After widerzugebären! Sean Penn jedenfalls soll es geschafft haben, manifestierte sich aber ko(s)mischerweise körperlich in die Urdaseinsform zurück in der er schon damals  Dinosaurier keck um deren letzte Kippen anhaute..
Angelina Jolie war die gesamte Drehzeit anwesend um den Treuestatus ihres Gatten zu checken....doch ihr divenartiges Getue brandmarkte sie schnell zur Aussenseiterin...deswegen wuchs ihr auch prompt ein Fell welches sie kugelförmig um ihre 37 Adoptivkinder wuschelte, um sich dann in einen knuddeligen Gebärmutterball zu transformieren! Terrence Malick aber in seiner schieren Fabulierlust gar ungebremst, prägte den Begriff "Schmuseknödel" als er bei den Außenaufnahmen auf dem Mond unglücklich über Brad´s Busch stolperte!
Nachdem Malick die Dreharbeiten für beendet erklärte, wurden erst einmal mehrere hundertausend Kilometer an biologisch abbaubaren Kabelleitungen aufgerollt, die sich circa 30 Mal um den Erdball gewunden hatten.
Auf die naive Frage eines noch anwesenden Statisten "Welchen tieferen Sinn dieser Film denn nun hätte, ..." antwortete Malick überraschenderweise sogar,
tat dies jedoch in der sagenumwobenen Sprache der Zwergesel.
Ein rein zufällig anwesender Vertreter dieser seltenen Tiergattung, schnappte demnach völlig beiläufig die göttliche Antwort auf.
Er steht  heute noch lächelnd auf dieser Weide, vollkommen glücklich und seelisch erfüllt vom
"SINN des DREHBUCHs"...

Montag, 28. November 2011

Insidious (2010)

- SAG MAL "FENSTER"...
- "FENSTER"!
- DEINE ELTERN SIND GESPENSTER!
Einem solch epischen Film (wie es INSIDIOUS ohne Zweifel ist), kann man natürlich nur mit einer mehrteiligen Rezension gerecht werden Hier also der erste Teil von Bartels fragwürdiger, tiefschürfender...

ANALYSE:
James Wan ist wirklich ein armes, bedauernswertes Filmemacherschwein:
Im Jahr 2003 ersann er gemeinsam mit seinem "partner in crime" Leigh Whannel einen Kurzfilm der leider nicht "kurz" bleiben sollte. Nachdem der Streifen begeisternde Reaktionen auf Seiten der geldscheißenden
"Ich habe keine Ahnung von Filmen aber ich habe Zaster um welche zu machen" Brigade ausgelöst hatte, sammelte man einfach die herumliegenden Almosen ein und investierte diese in eine abendfüllende Langfingerfilmversion des absolut gleich gebliebenen Schwachsinns:
Es ging dabei hauptsächlich um arbeitslose ahnungslose Lethargie-Pappnasen die zu unheiligen Zeiten (meistens vor dem Aufstehen) genötigt wurden an sadistisch-niveauvollen Spielchen der Marke
"Ich-bin-so-geil-auf-deinen-Matsch"
teilzunehmen. Der Spielleiter dieser unfairen Torture-Sports war ein alter miesepetriger Sack namens "Jig-Saw" - die Nervensäge.
Getrieben vom Neid auf das Lotterleben der Anderen und deren Angewohnheit den Tag stets erst gegen 16:30 zu beginnen, hatte es sich der senile Knacker in den tumorbefallenen Kopf gesetzt all den jungen Lebensmüden dieser Welt solange einen Spiegel vorzuhalten bis sich diese am selbigen zu Tode schnitten.
Ein unvergessliches Erlebnis für Groß und Klein:
Eine Fahrt mit der Geister-Wan
Dabei folgte der von Tobin Bell dargestellte Griesgram einer recht fragwürdigen Doppelmoral:
Ein solch nörgelnder Menschenfeind (der sogar selbst hoffnungslos der eigenen Spielsucht verfallen und von der Spielverderberkrankheit Krebs befallen war...) wäre wohl kaum dazu in der Lage entscheiden zu können, was den jungen dekadenten Menschen von Heute Spaß zu machen hat und was nicht. Keinem noch so jugendlichen Wirrkopf bereitet es jedenfalls Vergnügen, mit einer umgedrehten Bärenfalle anstatt der festen Zahnspange im Maul aufzuwachen. Dem pubertierenden Publikum anscheinend schon, denn seltsamerweise traf der kauzig-sadistische Unsympath den gewaltgeilen Nerv jener Zeit und entwickelte sich fortan zum wohl beliebtesten (Film-)Bösewicht jenseits des Dalai Lahmas, während James Wan sich damit rühmen durfte, der geistige Vater des sowohl nervensägendsten als auch lukrativsten Horrorfranchises aller Zeiten zu sein.
Doch so sehr man den Herrn Wan für diese vergangene Kulturbanauserei auch anfeinden möchte, so sehr wird man ihn, nach Sichtung seines filmischen Friedensangebots INSIDIOUS in die Arme nehmen und kräftig knuffen wollen!
Die merkwürdige Welt der seltsamen Merchandise-Artikel:
HEUTE: Die "Star-Wars-Darth-Maul-Kuckucks-Uhr"

Da fühlt man sich wieder wie ein Kleinkind auf dem Rummel das mit angsterfüllter Vorfreude und vollgeschissener Hose, in der Schlange vor der Geisterbahn darauf wartet als nächstes an die Reihe zu kommen. Wer liebt sie nicht? Eine Fahrt mit der Geister-Wan!
Denn nichts geringeres will INSIDIOUS für den geneigten Freizeitparkfanatiker sein:
Ein grenzdebiler Thrill-Ride ohne unnötig-überfrachteten-Erklärbär dafür mit ganz, ganz viel infantilen "Volle-Windel-Flair"!
Dabei macht James Wan anfangs noch alles so verkehrt wie irgendwie möglich, indem er versucht uns einen stimmungsüberfrachteten Atmo-Schmock(er) aufzubinden.
Diesem gelingt es auch beinahe uns das Fürchten und unserer Bettwäsche das Stinken zu lehren. Doch wer mag schon derartig fiese unterschwellige Filme die uns durch ihr beunruhigendes Gedankengut vom wohlverdienten erholsamen Schlaf abhalten wollen?
Dabei ist der geistlose Handlungs-Spuk der uns hier aufgebunden wird in seiner Debilität durchaus schockierend!
"Na jetzt  hört mal auf zu weinen ihr kleinen Angsthasen, ihr! Die Oma ist extra mitten in der Nacht zum Enkelknuddeln gekommen! Schaut doch mal her! Sie hat euch sogar eine Kerze mitgebracht!"
AAAAAH! Was war das denn?
Ach, doch nur mein Bildschirmschoner. So etwas passiert eben armen Seelen wie mir, die zulange mit der Formulierungsfraktion fachsimpeln (bzw. liebäugeln) wollen...
Wo waren wir stehengeblieben...? Ach ja, die eiskalte Handlung.
Am Anfang ein gar garstiges Bild. Das uns wohlbekannte Kinderzimmer mit eingebauter Kamerafahrt die in dessen dunkelster Ecke endet. Aus der angezoomten Finsternis schält sich nicht etwa eine grauenhafte Geisterfratze sondern etwas das in der Bedrohlichkeit seiner Heimsuchung weitaus erschreckender ist:
Das fahle Gesicht eines Großmütterchens das mit bereits angefeuchteten kneifbereiten Fingerspitzen auf die unschuldigen Wangen ihrer Enkelkinder lauert!
Streichereinsatz! Titelblende! INSIDIOUS! Hinterhältig! Wie wahr, wie wahr...

Man merkt sofort das es sich hier um eine herzlose Mutter handeln muß, die einfach so und ohne Vorwarnung die fiese Oma ins Kinderzimmer schickt und sogar vorher noch das Licht ausmacht! Im Vorspann wird uns dann die Architektur des zu bespukenden Hauses in Form eines "Wo ist Walter?"-Spiels mit allerhand geisterhaften Erscheinungen dargeboten. Der Hausflur, die Wohnküche, die Abstellkammer und plötzlich erscheint ein herumlungernder Schuhlöffel hinter dem sich ein schemenhafter Polterbuddy versteckt hat.
Wer hat´s als erster gesehen? Nur die Mutproleten aus der Drahtseilnervenfraktion, die sich noch nicht die Hände vor´s Gesicht gehalten haben!
Hier wird auch den Kleinsten das Horrorfilmgucken und die Fähigkeit des neumodisch architektonischen Austüftelierens auf eine spielerische Art und Weise nähergebracht. Toll!


PARAMAMA, PARAPAPA UND PARANORMALE PYJAMAS
Glücklicherweise erspart uns der Film die nervenaufreibenden Details einer anfänglichen Heimsuchung, denn die Handlung setzt erst ein nachdem die Familie bereits ihre eigene selbstfinanzierte freistehende Immobilie bezogen hat.
Hier beweist die Regie ein, für den Genrefilm, lang vermisstes Taktgefühl.
James Wan weiß nämlich genau was er seinem Publikum zumuten kann:
Der perverse Folter-Porno einer sadistischen "Hausbesichtigung durch den Makler" gehört jedenfalls nicht dazu!
Nach der Aufblende sehen wir die Hausmama in den obligatorischen, halb ausgepackten Umzugkartons wühlen um sich bei einer gemütlichen frühmorgendlichen Inventur der familiären Fotoalben in eine rauschartig melancholische Stimmung zu sentimentalisieren.
Unerwarteterweise schlägt das Grauen hier bereits zu!
Durch das mütterliche Herumrascheln um den Schlaf gebracht, erscheint der mürrisch-müde Sohnemann auf der Bildfläche und offenbart gleich zu Beginn das wohl düsterste Geheimnis seiner Sippschaft: Das Blag trägt doch tatsächlich die haargenau gleiche Schlafklamotte wie seine Geburtshelferin! Ein modisches Desaster von schemenhafter Farbe mit allerlei affenartigen Getier und schlecht gezeichneten Bildern einer Hülsenfrucht bedruckt...
PARANORMAL AFFIGER PYJAMA:
Beim Schlafwandeln erwischt zu werden kann peinlich sein,
in dieser Schlafklamotte allerdings ist die Blamage absolut vernichtend...
Der Film ist noch keine fünf Minuten alt und betritt bereits die Metaebene des psychologischen Horrors. Gab es diese Penn-Panties wohl im "Mutter-Sohn" Doppelsparpaket oder hat sich die arme Frau extra in eine Kindergröße gezwängt um ihren Sohn damit zu beeindrucken? Ähnlich wie bei David Lynch bleibt uns James Wan die Antworten schuldig und schafft es dadurch frühzeitig Beklemmung zu verbreiten.
Schließlich sind alle wach. Zwei mittelgroße Jungs und ein Baby und auch der ausgewachsene Bub - der Ernährer - praktizieren nervtötende Frühstücksrandale.
Papa scheint den Braten allerdings zu riechen denn nach fachmännisch väterlich-verteilten Wangenküssen macht er sich schleunigst aus den Staub und in die rettenden Gefilde der Maloche. Nirgends ist man vor familären Spuk sicherer als im eigenen Büro.
Diese traditionelle Faustregel soll sich natürlich auch bewahrheiten.
Nachdem der Versorger das Haus verlassen hat klemmt sich die Mutter natürlich sofort hinters Babyfon und führt ein äußerst wichtiges Selbstgespräch mit einer ihr bereits fremd gewordenen Muse. Nebenbei stimmt sie schmissige selbstkomponierte Sozialbaladen am Piano an und verstört damit nicht nur den Zuschauer sondern auch die Geister, die sich frühzeitig dazu genötigt sehen dem Spuk ein Ende zu bereiten.
Das altmodische Kettenrasseln reicht bei einem solchen Härtefall natürlich längst nicht aus, deswegen wird einfach das Babyfon verhext und dessen vertraglicher Tarif wie von Geisterhand in die Höhe geschraubt. Ab sofort wird jeder angenommene Anruf kostenpflichtig! Jetzt erscheint Mama sogar die eigene Telefonrechnung unheimlich und deshalb beschließt sie, daß es fortan wohl besser wäre den schnurlosen Apparat auf lautlos zu stellen und die quärulierenden Störgeräusche ihres bewindelten Sprosses vorsorglich zu ignorieren.

Das dumpfe Gefühl das seine gesamte Familie sich hinter seinem Rücken über ihn lustig machte wurde er einfach nicht mehr los. So schnell er sich auch versuchte umzudrehen - sie waren immer schneller...
Von der Mutter mit der kalten Schulter bedacht, wird das Kind natürlich übellauniger als es ohnehin schon war und entwickelt einige abnorme frühreife Perversionen:
Es bedankt sich bei Mama mit einigen anonym-obszönen Anrufen, die aus grunzigen, wohllüstig-gekeuchten Bäuerchen bestehen.
Anstatt das Kind für sein ausgefallenes Stimmtalent zu belohnen, reagiert die Mutter völlig verkehrt und übertrieben hysterisch:
Sie verfällt dem Irrglauben, daß sich die, doch gerade erst bezogene Behausung, negativ auf die Entwicklung ihrer Kinder auswirken könnte und schafft es sogar, den völlig verdutzten Ehemann mithilfe einiger mehr oder weniger vorgetäuschten Panikattacken von einer sofortigen und überaus kostspieligen Komplettumsiedllung ihrer gesamten Sippschaft, zu überzeugen.
Das merkwürdige Verhalten der Mutter und die plötzliche Veränderung des gesamten sozialen Umfelds ist natürlich Gift für die geistige Gesundheit eines Kleinkinds weshalb einer der Jungs lieber gleich den Kelch der Wahrnehmung dankend weiterreicht um sich dadurch selbst in ein medizinisch-fragwürdiges Koma zu versetzen.
Nahezu 20 Ehejahre lang war es seiner Gattin gelungen, im Schutze der schummrigen Beleuchtung ihrer Energiesparbirnen, das düstere Geheimnis zu verbergen. Schließlich jedoch vermochte er es mit Hilfe seiner batteriebetriebenen Starkstrom-Laterne, die grauenvolle Wahrheit ans Licht zu bringen:
Die Ähnlichkeit mit seiner Schwiegermutter war nicht mehr von der Hand zu weisen!

Den Spoiler schon auf dem Filmplakat preisgebend, wissen spätestens jetzt alle Bescheid:
Nicht das Haus ist besessen, ...sondern eher die Mutter.
Jeder der schon einmal  über einen längeren Zeitraum das Vergnügen hatte mit einem Vertreter der weiblichen Spezies zusammenzuwohnen, vermag es natürlich, diesen "plot-twist" bereits mehrere Kilometer gegen den Wind zu riechen.
Dummerweise setzt James Wan auch bis zur gefühlten Mitte des Films auf die unheilvolle Stimmung einer klassischen Gruselatmosphäre und schafft es somit fast auch den letzten tapferen Zuschauer zu vergraulen bevor er überraschenderweise das Steuer waghalsig herumreißt:
Auf einmal wird aus INSIDIOUS ein lupenreiner F.F.F. (Fieser Frauen Film) der alten Schule!
Vom ständigen Immobilienwechsel sowohl finanziell als auch emotional stark gebeutelt glaubt der bemitleidenswerte Ehegatte das es schlimmer nicht mehr kommen könne und wird natürlich ganz "genretypisch" eines Besseren belehrt.
Die werte Gattin hat sich nämlich unangekündigten Besuch der übelsten Sorte geladen:
Seine eigene Mutter!
Dieser herumwuselnde (von Barbara Hershey beängstigend genial gespielte) esoterische Brummkreisel heizt die ohnehin schon gespannte Stimmung gänzlich auf, indem sie die peinlichsten paranormalen Geschichten aus der Vergangenheit ihres Buben zum Besten gibt:
Ihr Sohnemann hatte nämlich schon immer ein Problem mit der erdrückenden Macht ihrer fürsorglichen Mutterliebe. In seiner Verzweiflung ließ er einfach dämonische Mächte von sich Besitz ergreifen mit deren Hilfe er es endlich vermochte den Erziehungsmethoden seiner eigenen Mama den Stinkefinger zu zeigen.
(...TO BE CONTINUED...)