Dienstag, 4. Oktober 2011

Hell (2011)



DEUTSCHLAND GEHT EIN LICHT AUF!

Dunkelheit legte sich über die Stadt, als der Kleptologe und Herr Vorzüglich sich ins Kino begaben, um sich voller Neugierde auf das Spielfilmdebut des in der Schweiz geborenen Regisseurs Tim Fehlbaum zu stürzen. Der Absolvent der Hochschule für Fernsehen und Film München, hatte dieses Jahr auf dem Fantasy Filmfest die Chance, das Publikum mit einer erfrischend anderen Darstellung der Apokalypse zu überzeugen. Nachdem er die Zuschauer persönlich mit einer kurzen Ansprache beehrte, hieß es Sonnenbrillen auf und zurückgelehnt.

Stark geblendet, befindet man sich bald in einer, durch die Sonne gebleichten Zukunft. Im Jahr 2016 hat sich die Temperatur der Erde um mehr als 10°C Grad erhöht. Die Sonne brennt Tag und 'Nacht', ein Großteil der Lebewesen des blauen Planeten existiert nicht mehr, ein Kofferraum voller Wasser und Konservendosen zählt schon als Reichtum. Wer sich aus seiner geschützen Umgebung wagt, muss sich in der Mode der Saison kleiden.

Das Modeimperium 'Hellboy' ist so darauf besessen die Nummer 1 zu werden,
dass sogar die Landschaft Deutschlands an die Farben der Saison angepasst wird.

Um zu überleben, haben sich die Schwestern Marie und Leonie mit Phillip zusammengetan, in dessen Auto sie versuchen, in ein besseres Leben zu fahren. Ihr Plan ist die Berge zu erreichen, wo sie sich Wasservorräte aus Gebirgsquellen erhoffen. Das aufgepimpte Auto, hätte selbst Xzibit nicht besser hinbekommen. Die Innenverkleidung der Fensterscheiben, bestehend aus Pappkartons und Kreuzworträtsel, dient nicht nur zum Schutz vor der hochgefährlichen UV-Strahlung, sondern auch zur Unterhaltung der Fahrgäste. Um den Fahrspaß abzurunden, befindet sich auch eine ausgeklügelte Mix-CD an Bord des Spaßmobils - 99 Luftballons tönt im Laufe des Films mehrmals aus den Kino-Boxen.

Auch Heribert, das Mondlicht-Kind, wollte tagsüber mit den anderen spielen.
Hierfür schütze seine Mutter jede freie Hautstelle mit etwas Stoff.

Auf der Suche nach einem Ort, an dem die Sonne nicht scheint und Milch und Honig fließt, stoßen unsere Helden auf den vierten und letzten Mitstreiter des Team Sunshine. Ihr neues Mitglied Tom beweist sich, nach anfänglichen Schwierigkeiten, als Überlebenskünstler und guter Co-Pilot.

Doch leider ist der Weg nicht so eben, wie man es gerne hätte. Ein umgestürzter (oder umgeworfener) Strommast, hindert die vier Reisenden an der Weiterfahrt.
Als auch bald schemenhafte Gestalten auftauchen und die kleine Schwester entführen, wird schnell klar, dass sich nicht alle Überlebenden friedlich mit den Begebenheiten arrangieren. Ist die letzte Kuh geschlachtet, muss neues Vieh her.

Möge die Jagt beginnen. Menschenvieh gegen Antiveganerfarmer. Es beginnt ein blutiger Kampf in einer Umgebung, die einem total fremd erscheint. In dieser Hölle wird es schwer Freund von Feind  zu unterscheiden. Man wir förmlich von der Helligkeit verschluckt. Die unerwartete heftige zweite Hälfte des Films lässt sprichwörtlich die Hölle auf Erden wahr werden. Sie raubt dem Zuschauer das Sehvermögen und verbrennt gnadenlos alles um sich herum.

Als der Stiefvater Hänsel und Grätel im Wald ausgesetzt hatte, vergaß er,
dass es 24/7 hell bleibt und der Heimweg somit keine wirkliche Herausforderung ist.

Diagnose:
Die gelungene Grundidee und Atmosphäre vertröstet auch den anspruchsvollen Filmgestörten, der sich durch ein schwaches Ende und diverse kleinere, nicht nachvollziehbaren Reaktionen der Protagonisten auf bestimmte Situationen, angegriffen fühlen kann.
Alles in allem hat HELL durchaus Spaß gemacht, man verlässt den Saal erfreut, dass auch in Deutschland Platz für Genrefilme ist. Nicht umsonst gewann Tim Fehlbaum damit den Publikumspreis des diesjährigen Fantasy Filmfests.


Diese Review ist aus Zusammenarbeit des Kleptologen und Herrn Vorzüglich entstanden.


4 Hasst uns! Beschimpft uns! Lasst es raus!:

Bartel aka Faniel Dranz (überzeugter Bartträger) hat gesagt…

Allein schon wegen der mehrmaligen Verwendung des musikalischen Undings 99 Luftballons gehört der Film wie ein Aussätziger gebrandmarkt!!

Herr Vorzüglich hat gesagt…

Geht normalerweise gar nicht, da hast du recht. Aber man konnte klar erkennen, dass es ein Scherz sein sollte. Schlechte Witze können verziehen werden!

Sylvio hat gesagt…

Die Blasebengels sind doch wohl Klassiker der deutschen Pop(o)musik. Hört auf rumzunörgeln! Den Film möchte ich auch gucken, der Trailer gefällt ungemein. Wird Zeit, daß der mal irgendwo veröffentlicht wird, damit sich die flinken kleinen Chinesenhände ans Kopieren machen können.

Bartel aka Faniel Dranz poetischer Plakativ-Prolet hat gesagt…

In China ist der bestimmt schon erschienen...du musst einfach nach einem Film namens "Herr" anstatt "Hell" schauen...he he he...

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