Samstag, 5. November 2011

Der Busenfreund (1997)


AM ARSCHBUSEN DER MENSCHLICHEN NATUR

ANALYSE:

Guten Abend meine Damen und Herren
Aus aktuellen Anlass muß ich an dieser Stelle mein Selbstgespräch unterbrechen,
um einen "wahren" Exploiter seine Ehre Teil werden zu lassen!
So viele Assi-ziationen schwirren seit der Sichtung dieser Perle durch meinen Kopf das ich gar nicht mehr weiß wohin mit diesen ganzen Eindrücken, Ausdrücken und Bedrücken...
Mit leicht zittriger Hand schenke ich mir mein 2. Glas Gin-Tonic ein um auch nur annähernd in den Zustand zurückzufinden, in dessen Umnachtung meine Liebe zu diesem Biopig gekeimt hat....

SYLVESTER AUF SENTA´s BERGEN
Es begab sich am 3. Januar 2011 das ich und einige meiner unkaputtbaren, feierwütigen Freunde bei mir einkehrten um den Einklang des neuen Jahres bei ungepflegten Beisammensein ausklingen zu lassen.
Einer meiner beiden Begleiter klagte "lustigerweise" , wie es der Zufall wollte, über Rückenschmerzen, die durch die neujahrsbedingte Einnahme von Tanznarkotika und das, durch diese Stimulanzien ausgelöste Balzverhalten herrührten, welche von der Wirbelsäule ausgestrahlt und durch seinen Enddarm, der hier ganz augenscheinlich eine Art Verteilerfunktion übernahm, in seine rechte Gesäßhälfte (Regio glutealis) weitergeleitet wurden!
UNANSEHNLICH UND UNANGENEHM:
Der Arschbusen

Von dem Rest der Anwesenden (ICH & ER streckenweise auch ICH & ICH) wurde dieses grausame Leiden salop als "Arschbusen" titt-uliert , ohne das wir uns  der bald folgenden Bedeutungsschwangerschaft dieses selbstdiagnostizieten Wortes auch nur ansatzweise im Klaren waren: Als pietätloser Idiot der ich nun mal bin kramte ich die ULI SEIDL EDITION aus meinem Sammelbunker...

Me and Mr. Seidl...
Das letzte Mal hatte ich Bekanntschaft mit diesem österreichischen Halodri gemacht als ich wild fummelnd mit einem Mädchen auf der Couch eines Freundes lag und wir (der Freund und ich, nicht das Mädchen) es für eine gute Idee hielten Seidl´s "Grenzkomödie" IMPORT/EXPORT in den örtlichen Player zu legen.
Die darauffolgende Explosion war von reinster seelischer Natur.
Körperlich gesehen (von der Warte weiblicher Anatomie aus betrachtet) war das ganze Danach eher eine Exkursion die ich unter den Begriff "Tote Hose in der Dose" zu den Akten gelegt habe.
Wenn ich mich also selbst als eine Art"emotionaler Holzfäller" bezeichne dann ist dieses Etikett ganz bewusst gewählt.
Genauso bewusst wählt Seidl, wie in den meisten seiner Werke, eine semidokumentarische Erzählweise, und folgt darin seinem "Helden" und dessen Mutter...
Ein gewisser René Rupnik haupt(sächlich)dargestellt durch René Rupnik, ehemaliger Mathematikleherer und Busenfetischist. Fetischist ist in diesem Falle noch untertrieben:
GEIL ABER GEFÄHRLICH:
Der Atombusen
Busenfundamentalist wäre da noch angebrachter.
Seidl "wienert" das Parkett auf dem Rupnik seinen selbstdarstellerischen Breakdance hinlegt. Das "Breaken" steht hier für so ziemlich alles was gebrochen werden kann.
Egal ob Sehgewohnheit oder Selbstaufgabe (für die Rolle oder für das Lieben eben dieser Rolle von Seiten des Zuschauers)...Ist René Rupnik echt?
Dann gnade uns Gott und halte seine schützende Hand über Senta Berger,
die Rupnik als sein persönliches "Love Interest" und "Favourite Girl To Stalke" auserkoren hat! Ist er es nicht, dann ist das nur ein weiterer Beweis für die "ficktiefen" Penetrationen des Medium Films über & an unseren Verstand...


Von einem "Psychogramm" zu sprechen halte ich hier übrigens für unangebracht...
Ein "Psychokilo" oder gar eine "Psychotonne" treffen es wohl eher.
An erzählerischem Kampfgewicht bringt Seidl´s Werk auf jeden Fall Beachtliches auf die Waage!
Nach Aufgabe seiner "weltlichen Pflichten" (Beruf, soziales Interagieren mit Mensch & Mutter), predigt sich unser René
sein ganz eigenes Manifest, (welches auf dem Götzenbild des weiblichen Busens beruht) zusammen und geht letztendlich völlig darin auf bzw. unter...
Selbst die am Anfang die am Anfang noch dement anmutende Mutter (mit der Rupnik eine trostlose Plattenbauwohnung teilt) schafft es nicht,
Kraft ihrer Liebe und Sorge, ihr Buberle ins Hier & Jetzt zurückzuholen.
Ihr gebürt dann auch neben Rupnik der einzige Monolog des Films, welcher in seiner kompromisslos echten Darbietung, derart an die Nieren geht das man als Zuschauer befürchtet, organische Schäden davontragen zu müssen.

Auch sind es eben jene spärlich gesähten Dialoge zwischen Mutter und Sohn, die von einer solchen Intimität zeugen einem Angst und Bange wird.

DIAGNOSE:
Nach dem Abspann folgt die Reflektion: How much Rupnik will I am after the curtain falls...
Die eigene Leidenschaft...(oder weniger pathetisch: das Nerdtum) für ein Sujet,
kommt einem nach Seidl´s Schauerstück, seltsam fremd,traurig und vor allem unbedeutend vor...
Man macht sich Sorgen (um Senta & Mama) und glaubt fest daran das...wenn es je ein Film verdient hat...
an der eigenen enthaarten, unterentwickelten Männerzitze (hochdeutsch: Titte) genährt und gestärkt zu werden, es wohl nur dieser sein kann!

Nachdem ich mir die letzten Tränen aus den Augen gewischt und meinen vierten Gin Tonic (R.I.P. Bartel Bukowski) geleert habe,
finde ich nun auch die Kraft euch das EPILOG meiner Sylvestergeschichte zu erzählen:
Nachdem das Seelenecho der Endtitel verklang und ich zwecks erneuter Gemütsänderung auf das laufende Fernsehprogramm zappte...lief...wie sollte es anders sein...eine Lesung mit Senta Berger,was allen Anwesenden verständlicherweise den Rest gab.
Vorallem mein, unter seiner "Arschtitte" leidender Freund und Zwangscineast war aufgrund all dieser Zusammenhänge sichtlich Baff!
Er war gar schwer von der Heizung zu trennen, an die er sein Abszess zwecks Linderung seiner Schmerzen, während der gesamten Laufzeit des Films, gedrückt hatte.
Nach Regulierung der Temperatur "löste" sich das Problem von selbst und wir konnten alle nur noch wehmütig feststellen das auch das schönste und längste Sylvester irgendwann einmal sein Ende finden muss...
Genau so wie diese, mittlerweilen furunkelartig wuchernde, Rezension...

Hochachtungsvoll,
euer Bartel

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