Donnerstag, 8. September 2011

Essential Killing (2010)



Essential Killing (oder "Silence of the Gallo")


ANALYSE:
Vincent Gallo, geboren in Amerika, spielt Mohammed, lebend in Afghanistan. Der Wunsch einen Kaukasen den islamischen Propheten spielen zu lassen, gibt ausreichend Aufschluss über die Qualität und Integrität des Filmes. Noch hinzu kommt, dass Vincent Gallo, der Egoman, dem Film seine eigene Note aufdrücken musste, wodurch das Eigentum an dem Film gänzlich von Regisseur an Schauspieler übergeht.
TÖDLICHER-TANNENBAUM-TERRORISMUS:
Bei Vincent Gallo wird selbst die Vorweihnachtszeit zum Spießrutenlauf...
Vorab möchte ich noch erwähnen, dass ich mein Wissen über Afghanistan und den aktuellen Terrorismus ausschließlich aus der renommierten BILD Zeitung beziehe. Damit soll klar gestellt sein, dass ich über die selbe Wissensbasis verfüge, wie der Regisseur, Gallo und die Jury des Venice Film Festivals, bzw. Quentin Tarrantino. Da der Film, wider Erwartung, nicht politisch brisant ist, soll es zumindest diese Vincent-Gallo-Kritik werden.


Gallover´s Reisen:
Mohammed lebt, wie in Afghanistan üblich, in einer Höhle. Als unbekannte Fremde vor seiner Haustür Drogen konsumieren, will er sie vertreiben. Wie in islamischen Ländern üblich, reicht der Intellekt der Höhlenmenschen nicht zum Gespräch mit den G.I.'s (grauenvoll-intelligente). Anstatt der höflichen Bitte das Grundstück zu verlassen, verscheucht er sie mit einem Schuss aus der Panzerfaust. Leider sind diese Leute Soldaten und Mohammed muss folglich in ein CIA Gefängnis, um dort über kulturelle Eigenheiten verhört und anschließend gefoltert zu werden. Auf dem Weg zum Gefängnis hat die Autokolonne einen Unfall, weil ein Wildschwein auf der Strasse herumsteht. Mohammeds Taxi fällt um und er kann sich befreien. Der Afghani läuft von seinen Peinigern davon und, immer nach dem inneren Kompass, in Richtung Heimat. So weit soll er allerdings nicht kommen...


Abfuck, Draufsicht und minutengenauer Spoiler:
Der Film bedient sich nicht nur der gängigen Klischees bzw. der modernen Islam-Wissenschaft, sondern überrascht mit gänzlich neuen Erkenntnissen aus Biologie und Wahrscheinlichkeitslehre.

Der Wissensreichtum der Verantwortlichen beginnt sich schon in der ersten Szene zu zeigen: US Soldaten kommen nach Afghanistan um dort Heroin zu rauchen. Natürlich werden sie dabei gestört. Mit einer Panzerfaust, was denn sonst? Sofort wird der grenzdebile Höhlenwächter eingepackt und in ein Gefängnis verschleppt. Hier muss man sogar sagen, dass Jerzy Skolimowski (Regie) doch etwas weiter recherchiert hatte: es soll tatsächlich einen Pendanten zu Guantanamo in Osteuropa geben, aber diese wissensbehaftete Diskussion ist der Film nicht wert. Wie auch immer, so weit kommt die Kolonne nicht...

Ein Wildschwein-Paar steht auf der Strasse und weiss die Richtung zur örtlichen Suhle nicht, bis der erste Wagen der Kette stehen bleibt. Der Zweite kippt deswegen aber gleich eine Klippe herunter. Warum hier keine Explosion die Nacht erhellt, wird mir als ironisch stolzes Rädchen im Michael Bay Mechanismus nicht klar. Aber auch ohne Feuer kann Mohammed in einen Busch purzeln und, wie David Copperfield, seine Handschellen magisch öffnen.

Kurz nach der Befreiung, findet der unfreiwillige Asylant gleich eine Knarre, kurz später steigt er in eine Bärenfalle. Klischeegemäß lässt sich diese nach dem Zuschnappen nicht mehr öffnen (deswegen sind die Dinger so teuer). Er zieht seinen blutigen Fuß, unbeschadet, aus seinem Schuh und geht weiter zum Canyoning. Weil seine Abendgarderobe nass geworden ist, beschafft er sich ein modisches Outfit ganz in weiss, schließlich soll in der Nähe die Sensation Afterhour stattfinden. Um nicht ganz in der Menge unterzugehen, zieht Gallo schwarze Fuß- und Handschuhe, sowie ein schwarzes Shirt an.

Kulturreisen in fremde Länder:
Die (nah-)osteuropäische Freetek-Szene ist sogar für den erfahrenen Gallo zu viel.
(Alternativtitel: Gallo kann nicht schlafen wenn Gott mit ihm spricht...)

Wie holt man sich im winterlichen Wald denn Nahrung? Gallo macht es gekonnt vor: er riecht den Ameisenhaufen und schnappt sich eine Wochenportion. Nachdem er sich den Magen mit dem ergiebigen Nahrungswunder der Natur vollgeschlagen hat, packt er sich noch ein paar Viecher in die Tasche um auch die nächsten Wochen sorgenfrei durch die Pampa ziehen zu können. Leider piesackt der intensive Geschmack und so muss Baumrinde zur Abrundung goutiert werden.

An seiner nächsten Station findet er ein Forst-Taxi. Ein LKW beladen mit abgesägten Bäumen, fährt in Richtung -Achtung Logik- weiterer Baumfällarbeiten; nicht zu einem Holzbearbeiter. Gelangweilt legt er sich hin, um eine Lektion in Sachen Wahrscheinlichkeit zu erfahren. Irgendwo im Wald wird ein Baum gefällt, der zufällig auf ihm landet. Aber keine Angst, die Verletzung ist so geringfügig, dass der Baumschneider, der ihm aus der misslichen Lage befreit, mit dessen eigener Kettensäge zerteilt werden kann. Dank stellt man sich anders vor.
Die Erkundung unbekannter Terrortories im vollen Gallo-pp:
Um die Strapazen des Ausritts unbeschadet zu überstehen "tankt" Gallo seine Ego-Reserven mit frischem Pferdeblut auf.
Da wundert es nicht wenn selbst der stolzeste Stallion auf einmal hengstlich dreinschaut...
Wald, Schnee, Wald, Schnee, Vogelbeere! Die Chance sich ein wenig abzudichten und etwas Farbe in die Monochrome Landschaft zu bringen. Siehe da, schon fliesst ein bunter Batman Umhang durch den Fluss. Der Effekt ist so Bombe, dass er gleich zum nächsten Strauch eilt und ordentlich nachlegt. Als ein früherer Begleiter, ein Hund den er nicht gänzlich uneigennützig aus einer Bärenfalle befreit hat (die zufällig doch ganz einfach geöffnet werden konnte), auftaucht und sich optisch vervielfacht, wird es dem Propheten doch zu krass und er holt sich frischen Fisch zum nüchtern werden.

Was nun folgt, halte ich für die wertvollste Szene am ganzen Film. Wer sich noch an Brown Bunny erinnern kann, weiss, dass Chloe Sevigny zum echten Blowjob (nebenbei auch zur Beziehung mit Gallo) getrieben wurde. Wie das funktioniert, zeigt uns Essential Killing auf ungeschönte, gleichzeitig wirksame Weise: Mohammed sieht eine dicke Säuferin auf dem Fahrrad umhercruisen und umfallen. Als sie ein Kind aus der Westentasche zieht und anfängt es zu säugen, wird Gallo gallig. Mit gezogener Waffe, stolziert er auf die Frau zu und "überredet" sie zum Ausschank. Er saugt, simultan mit dem Säugling, an den Titten, bis die Nippel hart werden, die Milch leer wird und der Alkohol blank durchfließt. Ja sogar bis die Frau leergesaugt und der Brust beraubt stirbt.
Eine solch lüsterne Begierde und ein so konsequentes Manöver -bis zum bitteren Ende- hat man selten gesehen. Als er erkennt, dass sie gar nicht geil war, flüchtet er ohne in ihren Taschen nach einem Apfel zu suchen.

Manische Milchmänner wissen was gut ist:
Selbstgemolken schmeckt am Besten!

Wurde früher im Wald noch vergewaltigt, so ist heute die Muttermilch das Ziel der galloesken Perversion. Mit hervorgehaltener Gallone wird eine Gallone Calcium zügig selbstgezapft...

Beschämt legt er sich in eine Ecke und probiert den Winterschlaf aus. Allerdings erkennt er nichts Gutes daran und geht weiter zur nächsten Hütte. Die Hausbesetzerin läd ihn ein, wärmt ihn auf, versorgt ihn mit Medizin und verpflegt seine Wunden. Die Gemeinsamkeiten sind unglaublich wahrscheinlich: beide können nicht sprechen. Als die Hausbesetzerin, ihr Gallogochi geheilt hat, sattelt sie ihm ein schimmliges Transportmittel und Gallo piert weiter Richtung Mekka. Doch Vincent ist undankbar: einer Größe wie ihm steht mindestens ein Snowmobil zu. Er holt tief aus, kotzt das Vehikel an und ist in der letzten Szene nicht einmal mehr auf dem Pferd zu sehen...



Wer ist Vincent Gallo?
Nun gut, der Film wurde aufgearbeitet. Nachdem dessen Hülle analysiert worden ist, kommt es nun zum wesentlichen Teil, dem Inhalt, bzw. zu Herrn Gallo Gallilei. Ein Egoman, wie nicht mal Al Pacino in Scarface schauspielern konnte. Ein solch derber Galloman, dass mir die Gallo hochkommt. Ungalloblich.
Als der Galloniseur (Regisseur der den Film mit Gallo veredelt) Jerzy Skolimowski einen Polit-Thriller aufziehen wollte und blöderweise den Gallier unter Vertrag nahm, verschenkte der Film sein Potential und degenerierte zur madigen One-Man-Show. Die steten Einfälle oder Einwände des Regisseurs, schlug Escortallo mit seinem Glied nieder. Um Skolimoswki doch noch bei Laune zu halten, damit seine Selbstverherrlichung fortzufeiern, ließ Gallo nach den Drehtagen den Schnapps in Gallonen fließen. Dies führte zu Logiklöchern, Islam-Klischees und der legendär bizarren Milchmädchen Szene.

Die Galoschen, die Vincent den Film über trug, sind nun verschollen und haben den Status des Bernstein-Zimmers. Zwar wird erzählt, dass Gallo die Schuhe dem ähnlich gesinnten Egozentriker Gaddafi für seine anstehende Reise gesponsert hat, doch ist es wahrscheinlicher, dass Quentin Tarrantino sie unterschlagen hat. Für Hinweise wären wir sehr dankbar.

Die Freuden eines großen Mannes:
Als Vincent Gallo die Zusage für den Main Actor erhielt, war sogar Jesus aus dem Häuschen.

Wer den Film für die Filmfestspiele in Venedig vorgeschlagen hat ist nicht klar - hingegen scheint es offensichtlich, dass der Vater des Sprechkäses, vor dem Ego des Magnus Vincentus eingeknickt ist. Die Performance des einsamen Wanderers -oder das Kokain des Schauspielers- muss so intensiv gewirkt haben, dass neuerdings auch 1 1/2 Stunden (minderwertiges) Kino ohne Dialog, mit irgendwelchen Preisen gekürt werden. Wahrscheinlich hat Tarrantino nur Ratschläge für das Verhalten mit bzw. Maßnahmen gegen Frauen erhalten und wollte sich dankbar zeigen. Insofern scheint mir die Verleihung sogar gerechtfertigt - schließlich werden Filmpreise für Kreativität verliehen.



DIAGNOSE:
Groß angekündigt, viel gehyped und letztendlich total verkackt. Der Film bot politisch hoch brisantes Material, dass aber in Vincent Gallo's Selbstverherrlichung total unterging. Nicht mal der übrig gebliebene cineastische Rest, welcher übrigens eine interessante Rambo Alternative abgegeben hätte, wurde sauber ausgearbeitet. Statt dessen dominieren dumme Zufälle und Logiklöcher das Geschehen. Hier sollte sich der Zuschauer nicht vor verliehenen Preisen und erkauften Meinungen leiten lassen. Bei bestehendem Interesse sollte der geneigte Fan lieber ein Gallo Poster kaufen, den Schauspieler als begleitende Hostess mieten (50.000 $) oder einfach dessen Zigarettenmarke rauchen.

Alles in allem ist der Film ein totaler Reinfall und verdient nicht mal die Weltreise als DVD.



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