Samstag, 7. Januar 2012

The Hamiltons (2006)


 The Hamiltons (oder "Kein Beilight!")

Zum Glück gibt es Filme, die während der Laufzeit erfrischend anders wirken und die Genre-Grenzen angenehm verwischen. So konnte The Hamiltons 2007 das Publikum des Fantasy Filmfest über eine etwas andere Familie aufklären und sicherlich gekonnt überraschen.

Nachdem das Spanferkel sich dem Spieß verweigerte,
blieb nur noch die Entsorgung im Keller-Kompost.


Inhalt


Nach dem Tod der Eltern, versuchen die vier (?) Geschwister den Alltag zu bewältigen und zu überleben. Allerdings müssen sie dafür ständig den Wohnort wechseln, Leute entführen und diese an ein mysteriöses 'Etwas' im Keller opfern.

Der jüngere Bruder kann sich aber nicht wirklich mit dem Lebensstil von Sinti und Roma anfreunden und muss neben dem Tod seiner Eltern auch noch den schrägen Alltag verdauen.
Für ein angebliches Schulprojekt filmt er das Geschehen und will die Aufnahmen letztendlich dazu nutzen, mit der Öffentlichkeit seine Familienangelegenheiten zu diskutieren. Bald aber muss er erfahren, dass er mehr mit den 'Bösen' gemein hat als ihm lieb ist.
Aus Protest, dass Berthold (o.r) seine
Schwester ehelichte, nahm Theodor (o.l)
dann dessen Bruder (u.l) zum Gemahl.


Analyse

Der Film beginnt wie manch reinrassiger Torture-Porn, beleuchtet dann aber den dramatischen Familienalltag einer psychotisch normal-kranken Familie und endet sogar mit einem überraschend normalen Road-Movie Ende. Bei jedem Wort das ich schreibe, fällt es mir schwer nicht zu spoilern. Somit werde ich keine weiteren Details mehr analysieren und werfe den Leser in eine Wanne kalten Blutes. Ja, ja... der Knick in der Story, welcher meiner zarten Psyche als Trauma hinterblieben ist, nur um im Abgang mit seinem gelungenen Ende meine Gesundheit zu vergewaltigen.

Das Werk baut sich und seine Qualität konstant auf, lässt dem Zuschauer den Hunger nach Blut. Dann etwa bei 1 Stunde Spielzeit passieren Sachen die mich um das Gütesiegel haben bangen lassen. "Der famose Auftakt darf doch nicht in einem filmösen Absturz enden..." sagte ich mir und nuckelte an meiner Kritiker-Pfeife. Nachdem die Metzger Brüder dem Zuschauer aber zuzwinkern, indem sie ihn für einen kurzen Moment an den Drehort der ersten Szene von Martyrs bringen, war ich wieder angetan und erfreute mich um so mehr über die  letzten 20 Minuten.
Die Liebschaften innerhalb der Familie stören
den jungen Lars, doch als moderner Internetfan
weiss er um den monetären Wert
der perversen Aufnahmen.


Diagnose

The Hamiltons ist eine Horror Perle, die überzeugt! Bis zum Schluss weiß der Zuschauer nicht wirklich, welches Genre ihm vorliegt. Diese Ungewissheit ist nicht nur Mittel zum Zweck sondern zeugt auch von der Vielseitigkeit dieses Independent-Movies. Der willige Zuschauer wird genauso überrascht sein, wie die Besucher der etwas anderen Familien in diesem Film.



1 Hasst uns! Beschimpft uns! Lasst es raus!:

Bartel aka Faniel Dranz poetischer Plakativ-Prolet hat gesagt…

Sehr geehrter Herr Kollege,
ihrer Review haftet das banale Grauen ihres noch nicht vollends "verjährten" Sylvesterexzess an, wie bereits geronnenes Blut. Ich weiß das sie nur aus Furcht vor der Strenge unseres redaktionellen Knebelvertrages (mindestens 3 Postings je Stunde) gehandelt haben. Dies ringt mir demütigen Respekt ab.
Hochachtungsvoll,
ihr ergebener Kollege und Bürozweckentfremder
Bartel

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